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Der Giro d’Italia kehrt 2027 nach sechs Jahren Pause auf den Monte Zoncolan zurück. Der extrem steile Anstieg in Friaul wird am vorletzten Tag der Italien-Radrundfahrt über den Sieger entscheiden. Gestartet wird die 20. Etappe nicht wie noch vor einigen Wochen angedacht in Lienz, sondern in Pordenone. Der Osttiroler Felix Gall dürfte trotzdem Gefallen an der am Dienstag präsentierten Strecke finden, die dem heuer Zweitplatzierten zahlreiche Kletterhöhepunkte bieten würde.
Der Auftakt der 110. Auflage erfolgt am 8. Mai in Triest und führt nach Slowenien, wo von Ljubljana nach Koper auch die zweite Etappe über die Bühne geht. Damit locken die Veranstalter zwar Superstar Tadej Pogacar, sein Antreten gilt dennoch als unwahrscheinlich. Nach seinem Sturz bei der Vuelta a Espana hatte der 28-Jährige angedeutet, im kommenden Jahr erneut die Tour de France und die Spanien-Rundfahrt in Angriff nehmen zu wollen.
50.250 Höhenmeter und eine schwere Schlusswoche
Nach dem Auftakt in Friaul geht es für den Giro-Tross an der Adriaküste südwärts bis nach Neapel. Auf dem Weg dorthin wartet ein 19,6 km langes Bergzeitfahren in den Abruzzen von Sulmona nach Campo di Giove. In der zweiten Woche geht es zurück Richtung Norden. Ein flaches Einzelzeitfahren führt über 37,3 km vom Formel-1-Kurs in Monza nach Mailand. Der Giro macht zudem auf zwei weiteren Rennstrecken Station: Etappenankünfte sind in Misano und Mugello geplant.
Die Kletterer lockt die Italien-Rundfahrt mit nicht weniger als 50.250 Höhenmetern. Die Königsetappe führt zum Auftakt der Schlusswoche von Sondrio zweimal über den Mortirolo- sowie dazwischen den Gavia-Pass nach Aprica. Zwei Tage danach steht eine weitere Gebirgsetappe mit Ziel in Madonna di Campiglio auf dem Programm, ehe am Zoncolan die letzte harte Prüfung wartet. Abgeschlossen wird die dreiwöchige Rundfahrt mit einer Flachetappe am 30. Mai in Rom.
Galls Programm noch offen
Gall will sich in den kommenden Wochen entscheiden, ob er für sein neues Team Lidl-Trek wie in diesem Jahr den Giro und die Vuelta fährt oder die Tour de France. Die Frankreich-Rundfahrt wartet 2027 mit zwei flachen Einzelzeitfahren auf. Zumindest diesbezüglich wäre die Tour nicht ideal für den im Kampf gegen die Uhr schwächeren Bergspezialisten. Beim Giro könnten die Chancen des dann 29-Jährigen auf seinen ersten Gesamtsieg bei einer Grand Tour größer sein.
In diesem Jahr war Österreichs Sportler des Jahres hinter dem Dänen Jonas Vingegaard in Italien Zweiter geworden. Vingegaard hat damit alle drei großen Landesrundfahrten gewonnen. Dem fünfmaligen Tour-Sieger Pogacar fehlt dafür noch der in diesem Jahr verpasste Vuelta-Triumph. Den Giro hat der Slowene bei seinem bisher einzigen Antreten 2024 für sich entschieden. Der Frauen-Giro wird 2027 vom 29. Mai bis 6. Juni ausgetragen und umfasst 17.450 Höhenmeter zwischen Viareggio im Westen und den Alpen.
Osttirol 2027 nun Tour-of-the-Alps-Schauplatz
Osttirol hofft nach dem Ausbleiben des Zuschlags für eine nächstjährige Giro-Etappe nun auf 2028. Dafür arbeitet Tourismusverband-Obmann Franz Theurl und sein Team: “Wir werden an diesem Versprechen festhalten und uns bemühen, es auch in die Tat umzusetzen.” Giro-Renndirektor Matteo Mursia machte Hoffnung: “Wir haben wirklich alles versucht, Osttirol einzubinden. Leider ist es uns nicht gelungen”, wurde der Funktionär in einer Aussendung von Dolomitensport Osttirol zitiert. “Unser Ziel ist es, die kommenden Jahre mit einem zeitlich längeren Vorlauf zu planen.”
2027 wird aber die Tour of the Alps in Osttirol gastieren, und zwar mit den beiden finalen Etappen am 22. und 23. April. Theurl sieht nun sogar einen Vorteil darin, Osttirol nicht im Giro-Etappenplan zu sehen: “Es wäre für mich persönlich und mein Team eine große organisatorische Herausforderung geworden, im April die Tour of the Alps, im Mai den Giro d’Italia und im Juni die Dolomitenradrundfahrt mit dem SuperGiroDolomiti auszurichten.”




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