VITALPIN: "Tourismus und Landwirtschaft sollen zusammenarbeiten"

Einheimische als Schlüssel für den Alpentourismus

Dienstag, 03. November 2026 | 16:33 Uhr

Von: Sophia Molitor

Bozen/Salzburg – Die einheimische Bevölkerung ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für den Tourismus im Alpenraum: Im Rahmen der VITALPIN-Generalversammlung in Salzburg bei Red Bull teilte der Südtiroler Tourismusexperte Thomas Aichner in seiner Keynote Ideen für die gemeinsame Arbeit im Alpenraum. Tourismus und Landwirtschaft müssen ebenso enger zusammenarbeiten. VITALPIN präsentierte zudem Meilensteine, zahlreiche neue Mitglieder, Konzepte sowie Kooperationen um den Tourismus gestalten zu können.

„Die Relevanz von VITALPIN wird immer größer. Unternehmen wollen den Dialog mit den Menschen im Alpenraum und die Zukunft des alpinen Tourismus mit uns gestalten. Und auf der Gegenseite wird unsere Organisation immer bekannter und wir kommen noch mehr in den Austausch mit den Menschen und suchen gemeinsam nach Lösungen. Genau dies ist unsere Aufgabe als Brückenbauer“, so VITALPIN-Geschäftsführer Manuel Lutz. Vor Touristikern aus Salzburg, Tirol, Vorarlberg, Bayern, Südtirol und Graubünden zeigte Lutz einige KPIs der Organisation. Die Wissensdatenbank, die dank Kooperationen mit den verschiedensten Hochschuleinrichtungen im Alpenraum möglich wurde, umfasst bereits über 640 Studien. „Unsere Mitglieder können sich dadurch auf Zahlen und Fakten stützen. Dies ist für eine sachliche Argumentation sowie Zukunftsentscheidungen wichtig“, so Lutz.

Dass auch gute Geschichten über den Tourismus die Menschen interessieren, zeigt der VITALPIN-Podcast „Be/r\gegnungen“: Bereits über 16.000 Zuhörer hören den Podcast. „Dies zeigt, dass Best-PracticeBeispiele und der Dialog mit der Wissenschaft überzeugt“, sagt Lutz. In diesem Jahr konnte Vitalpin den Südtiroler Tourismusexperten Thomas Aichner für seine Generalversammlung bei Red Bull in Salzburg gewinnen. Der ehemalige IDMSüdtirol- Präsident sowie Marketingleiter der Bergsportmarke Salewa beleuchtete unter dem Titel „Berge – Lebensraum und Sehnsuchtsort“ Chancen und Herausforderungen des alpinen Tourismus. Als ersten Erfolgsfaktor für den Tourismus nannte er die einheimische Bevölkerung, die von der Tourismuswirtschaft als strategischer Partner und wertvolle Ressource gesehen werden sollte. Besonders wichtig sei die Zusammenarbeit zwischen Tourismus und Landwirtschaft, aus der beide Partner Vorteile schöpfen können.

“Bergbauer und Touristiker sollten gemeinsam in die Zukunft schauen”

„Wir sollten unseren Werdegang nicht vom Bergbauern zum Tourismusunternehmer beschreiben, sondern als Bergbauer und Tourismusunternehmer“, so Aichner. „Unser Jahrhunderte alter Erfahrungsschatz im Umgang mit der alpinen Natur ist ebenso wie unsere Tradition ein wichtiges Werkzeug für die zukünftige Orientierung beider Sektoren.“ Damit leitete Aichner auf das Thema der Ressourcen über: Vor allem Wasser und Strom, aber auch Grundflächen und Verkehrswege seien von entscheidender Bedeutung für alle Wirtschaftssektoren am Berg sowie für die Gesamtheit der Bevölkerung. Das Thema sei komplex, konfliktgeladen und regelmäßig im Fokus der Medien. Lösungen müssen langfristig angelegt werden und können nur im Netzwerk aller Beteiligten gefunden werden. Eine besondere Bedeutung komme dem Erhalt der alpinen Natur zu, die keine eigene Stimme habe und die trotzdem eine Schlüsselrolle für alle Sektoren spielt.

Ein Thema, das VITALPIN ebenso stets in den Fokus rückt. An diesem Punkt verweist Aichner auf die Rolle der jungen Generation als wertvolle Ressource für die Weiterentwicklung des Lebensraums Alpen weiter. „Junge Menschen, die in den Bergen aufwachsen und mit ihnen vertraut sind, sollte nicht nur in den großen urbanen Zentren, sondern auch hier in den alpinen Tälern Zukunftsaussichten finden“.

Es sei eine hohe Verantwortung der Betriebe, sowohl Lehrberufe als auch akademische Ausbildungen der nächsten Generation zu fördern. Je mehr gut ausgebildete Menschen nach Studien- und Erfahrungsjahren in die Berge zurückkehren und berufliche Chancen vorfinden, desto schneller werden die alpinen Unternehmen zu Kompetenzzentren, die aus eigener Kraft innovative Lösungen für neue Herausforderungen entwickeln. Aichner spricht von „Skilehrern mit Hochschulabschluss“ an Stelle von Brain-Drain in den Bergdörfern. „Die Impulse und Gedanken sind für den Alpenraum äußerst wichtig. Zusammen mit unseren Mitgliedern arbeiten wir daran, den Alpenraum zu schützen, auf die Bevölkerung zu achten jedoch auch den Tourismus zu stärken, der ein unverzichtbarer Wirtschaftszweig ist und für Wohlstand sorgt“, fasst Lutz zusammen.

Bezirk: Bozen

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