Ein Leben nach dem Tennis - Die andere Seite des Spitzensportlers

Was fährt Sinner da?

Freitag, 07. August 2026 | 09:06 Uhr

Von: Sophia Molitor

Monte Carlo – Als Jannik Sinner vor wenigen Tagen in Monte Carlo dabei gefilmt wurde, wie er in seinen Ferrari stieg, ging das Video in den sozialen Netzwerken sofort viral. Während viele wissen wollten, um welches besondere Modell es sich handelt, entfaltete sich gleichzeitig eine Diskussion über Luxus, Geld und das öffentliche Bild erfolgreicher Sportstars.

Dass Sinner mit großen Marken zusammenarbeitet, ist längst bekannt. Der aktuell beste Tennisspieler der Welt ist unter anderem Testimonial für Lavazza, Rolex, Gucci, Nike, Alfa Romeo, Technogym, Fastweb, Intesa Sanpaolo, De Cecco und Allianz.

Viele Kritiker hinterfragen die luxuriösen Anschaffungen des Tennisspielers – von seinem Wohnsitz in Monte Carlo über die gekauften Immobilien in Mailand bis hin zu seinen teuren Sportwagen. Sinner selbst macht jedoch kein Gehimins aus seiner Leidenschaft für schnelle Autos. Bei seinem Besuch im Ferrari-Werk in Maranello sprach er in einem Interview offen über seine Begeisterung für Motoren und Sportwagen.

Darin sehe er vor allem das Ergebnis von Präzision, Leidenschaft und harter Arbeit; Werte, die er auch aus seinem eigenen Team und seiner Karriere kennt. Besonders fasziniere ihn die sorgfältige Auswahl und Verarbeitung der einzelnen Komponenten, die Ferrari seiner Meinung nach zu etwas Besonderem machen.

Wenn der Erfolg anderer zum Ärgernis wird

Ob Sinner diese Sportwagen tatsächlich besitzt oder sie lediglich nutzt, hat er bislang nicht öffentlich beantwortet. Bekannt ist jedoch, dass er bereits mit einem Porsche 911 Carrera 4S sowie einem individuell angepassten Audi RS6 ABT Legacy Edition unterwegs war. Der nun gesichtete Ferrari scheint eine echte Besonderheit zu sein: Der längst ausverkaufte Ferrari 812 Competizione, mit 830 PS und der in weniger als drei Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt, gehört zu den lediglich 1.598 Exemplaren, die in Maranello gebaut wurden. Der öffentliche Umgang mit solchen Luxusgütern, sorgt in der Allgemeinheit jedoch schnell für Bewertungen.

Wie bei vielen Athleten sorgen auch bei Sinner Luxusautos, Markenverträge und hohe Einnahmen immer wieder für Diskussionen. Solche Symbole des Erfolgs werden häufig mit einem verschwenderischen Lebensstil verbunden. Dahinter steckt jedoch nicht zwangsläufig fehlende Bodenständigkeit, sondern auch die Überlegung, eine kurze und unsichere Sportkarriere langfristig abzusichern.

Sinner hat in mehreren Interviews betont, dass er sehr bewusst mit seinem Geld umgehe und größere Ausgaben sorgfältig abwäge. Die Karriere eines Tennisspielers sei aber begrenzt und dauere im Durchschnitt nur etwa 15 Jahre. Einnahmen aus Preisgeldern und Werbeverträgen dienten deshalb nicht nur dem heutigen Lebensstil, sondern auch dem Aufbau finanzieller Sicherheit für die Zukunft und die Zeit nach der aktiven Karriere.

Das Ereignis wirft letztlich eine interessante Frage auf: Bis zu welchem Punkt können wir den Erfolg anderer wirklich genießen? Solange er auf dem Sportplatz stattfindet, wird er meist gefeiert, tritt er jedoch im privaten Leben durch Luxus und materielle Dinge auf, verändert sich oft auch die Wahrnehmung.

Vielleicht liegt die Herausforderung genau darin, dass sportliche Erfolge uns inspirieren, während sichtbarer Wohlstand uns unweigerlich mit den eigenen Möglichkeiten, Wünschen und Grenzen konfrontiert.

Bezirk: Pustertal

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