Von: Redaktion Südtirol News
Innsbruck – Der Tiroler Fotokünstler Gregor Sailer hat am 14. September den diesjährigen Paul-Flora-Preis im TAXISPALAIS Kunsthalle Tirol in Innsbruck erhalten. Überreicht wurde die Auszeichnung von Kulturlandesrat Philipp Achammer und dem Tiroler Landeshauptmann und Kulturreferenten Anton Mattle. Mit dem Preis zeichnen Tirol und Südtirol im jährlichen Wechsel herausragende junge Kunstschaffende aus, die mit ihren Werken neue Impulse in der zeitgenössischen Kunst setzen.
“Mich beeindruckt an Gregor Sailers Arbeiten, wie konsequent er seinen eigenen fotografischen Blick verfolgt und dabei Orte und Entwicklungen sichtbar macht, die sonst kaum in den Fokus geraten. Seine Bilder sind präzise, eindringlich und werfen Fragen auf, die über das einzelne Motiv hinausgehen”, hielt Landesrat Achammer bei der Verleihung in Innsbruck fest. “Mit dem Paul-Flora-Preis würdigen wir einen Künstler, der die Grenzen der Fotografie auslotet und damit wichtige Impulse für die zeitgenössische Kunst setzt. Genau solche eigenständigen und mutigen Positionen brauchen wir in einer lebendigen Kulturlandschaft.”
Tirols Landeshauptmann Mattle hob in seinen Worten an den Preisträger hervor: “Gregor Sailer gelingt es, mit seinen fotografischen Langzeitprojekten verborgene Orte und gesellschaftliche Umbrüche sichtbar zu machen. Seine Arbeiten regen zur Reflexion an und zeigen, wie Kunst Brücken zwischen Regionen und Menschen baut. Der Paul-Flora-Preis würdigt nicht nur sein künstlerisches Schaffen, sondern auch sein gesellschaftliches Engagement.”
Gregor Sailer: Fotograf zwischen Kunst und Forschung
Der diesjährige Preisträger Gregor Sailer wurde 1980 in Schwaz geboren und wohnt in Vomp (Bezirk Schwaz). Sailer studierte Kommunikationsdesign mit Schwerpunkt Fotografie und Experimentalfilm an der Fachhochschule Dortmund. Internationale Bekanntheit erlangte er durch fotografische Langzeitprojekte, in denen er mit einer analogen Fachkamera schwer zugängliche Orte dokumentiert – darunter Kulissenstädte für militärische Trainings, abgeschottete Forschungsstationen in der Arktis oder KI-gesteuerte Produktionsanlagen. Zu seinen bekanntesten Werkserien zählen “Closed Cities”, “The Potemkin Village” und “The Polar Silk Road”. Seine Arbeiten wurden unter anderem im Londoner Naturhistorischen Museum und beim renommierten Fotofestival Rencontres d’Arles gezeigt. 2022 widmete ihm das Kunsthaus Wien eine umfassende Retrospektive. Zuletzt war Sailers Projekt “Cockaigne” im Naturhistorischen Museum Wien zu sehen, in dem er sich mit der Zukunft der Welternährung angesichts Klimakrise und Bevölkerungswachstum auseinandersetzt.
In ihrer Beurteilung hob die Jury, der Nina Tabassomi (Direktorin TAXISPALAIS Kunsthalle Tirol), Sabine Gamper (Kuratorin für zeitgenössische Kunst) und Andreas Flora als Vertreter der Familie angehören, hervor, dass Sailer mit seinen Werken die Grenzen zwischen Kunst, Wissenschaft und Dokumentation auflöst und gesellschaftlich relevante Themen in den Fokus rückt.




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