Von: Redaktion Südtirol News
Bozen – Im Rahmen einer Künstlermatinee wurde am Mittwoch, 16. September 2026, im Restaurant Skybar META in Bozen, zum elften Mal der Kunstpreis „HGV-Künstler des Jahres“ vergeben. Der Hoteliers- und Gastwirteverband (HGV) hat das Projekt gemeinsam mit dem Südtiroler Künstlerbund ins Leben gerufen mit dem Ziel, die Kunst und die Hotellerie und Gastronomie in ein Zusammenspiel auf Augenhöhe zu bringen.
Der Preis wird seit 2016 jährlich vergeben. Die Jury, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern des HGVs und des Südtiroler Künstlerbundes sowie einer Kunstexpertin, hat im Rahmen einer Ausschreibung den Sieger des heurigen Jahres ermittelt. Die Wahl ist auf den Gadertaler Künstler Gustav Willeit gefallen. In den vergangenen Jahren konnten sich folgende Südtiroler Künstlerinnen und Künstler über den Preis freuen: Julia Frank, Sarah Solderer, Arnold Mario Dall’O, Sophie Lazari, Elisa Grezzani, Robert Bosisio, Josef Rainer, Robert Pan, Ingrid Hora und Sissa Micheli.
„Der HGV-Preis ist ein gelungenes Beispiel für die sinnstiftende Zusammenarbeit zwischen der Kunst und der Tourismusbranche“, zeigt sich SKB-Präsident Alexander Zoeggeler erfreut.
Das originale Kunstwerk wird Teil der Kunstsammlung des HGV, und in abgewandelter Form als Edition ein einzigartiges Präsent, das der HGV bei besonderen Anlässen überreicht. „Wir freuen uns, mit dieser Aktion mit der Südtiroler Kunstszene zu interagieren und aus dem Potential der kreativen Köpfe im Land zu schöpfen“, betonen HGV-Präsident Klaus Berger und HGV-Vizepräsidentin Judith Rainer.
Gustav Willeit überzeugte die Jury mit seinem fotografischen Werk „ERIE“ und der dazu gestalteten Edition „DOIA“. DOIA bedeutet auf Ladinisch „hinter“ und verweist auf einen Blick jenseits des Vertrauten und Offensichtlichen. Willeits fotografische Arbeiten machen menschliche Eingriffe in die Landschaft klar sichtbar, etwa durch eine dominante Architektur oder in Spuren von Vernachlässigung im Raum. „Mir geht es in meinen Bildern darum, das Spannungsverhältnis zwischen Natur und menschlichem Handeln sowie die Veränderung von Landschaft und Heimat zu thematisieren“, erklärt der Künstler sein Werk.
Die Jury äußert sich zur Entscheidung wie folgt: Die Bilder von Gustav Willeit verfolgen eine klare Absicht: Die Landschaft wird zum Ort der kritischen Auseinandersetzung mit der Frage, wie der Mensch seine Umwelt bewohnt, verändert und nutzt – zwischen intensiver Urbanisierung und einer schrittweisen, oft übergreifenden Aneignung des Raums. Dabei entsteht ein deutlicher Gegensatz zwischen Natur und dem „Fortschritt“ des Kapitalismus, der Landschaften und Lebensweisen fortlaufend neu formt. Die präzise Bildgestaltung und der bewusste Einsatz visueller Mittel lenken zudem den Blick auf die Rolle digitaler Technologien und auf unsere Wahrnehmung von Realität. Die Arbeiten laden dazu ein, über das reine Betrachten hinauszugehen: Sie regen an, die Authentizität von Bildern zu hinterfragen und Fotografie zu interpretieren.




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