„Il suono del calore“

Oper, die Musik, Ingenieurwesen und Industrieproduktion verbindet

Dienstag, 20. Oktober 2026 | 15:51 Uhr

Von: Redaktion Südtirol News

Bozen – Am Donnerstag, 5. November 2026, findet in der Kranhalle des NOI Techpark die europäische Erstaufführung der Kammeroper „Il suono del calore“ von Arnaldo De Felice und Antonello Mordeglia statt. Veranstaltet wird sie von der unibz, dem Konservatorium und der Danieli-Group. Neben Gesang, Oboe, Klavier und Schlagwerk gehören auch Klänge eines Schmelzofens zur Partitur.

Ein mit dem Q-One-System ausgestatteter Elektrolichtbogenofen wird zum Musikinstrument und tritt in einen Dialog mit Gesang und Instrumenten. „Il suono del calore. Fuoco, acqua, terra, aria“, eine Kammeroper in konzertanter Form, erlebt am Donnerstag, 5. November 2026, um 20 Uhr in der Kranhalle des NOI Techpark in Bozen ihre europäische Erstaufführung. Für die Initiative und Produktion der Veranstaltung zeichnet die Freie Universität Bozen verantwortlich, vertreten durch Prof. Andrea Gasparella und Prof.in Federica Morandi von der Fakultät für Ingenieurwesen. Partner sind das Konservatorium „Claudio Monteverdi“ Bozen und die Danieli-Group. Unterstützt wird die Veranstaltung vom Windkraft Ensemble.

Nach der Uraufführung am 1. August 2025 im italienischen Pavillon der Expo im japanischen Osaka kommt das Werk nun in einer zweiten Fassung nach Bozen. Es handelt sich dabei nicht um eine bloße Wiederholung: Die Fassung wurde eigens für die Kranhalle neu konzipiert. Im NOI Techpark wird die Oper in vollständiger Besetzung und mit erweitertem Schlagwerk aufgeführt. Musik und Technologie teilen sich die Bühne: Die Klänge des mit dem Q-One-System von Danieli Automation ausgestatteten Ofens wurden vorab während des Produktionsbetriebs aufgenommen und auf die vorgesehenen Tonhöhen abgestimmt. Sie dienen nicht nur als Klangeffekt, sondern sind in der Partitur festgeschrieben und werden während der Aufführung im Saal eingespielt.

Über die Beweggründe, „Il suono del calore“ gemeinsam mit dem Konservatorium nach Bozen zu bringen, sagt der Präsident der Freien Universität Bozen, Federico Giudiceandrea: „Diese Initiative zeigt sehr konkret, wie die Universität zu einem Ort der Begegnung verschiedener Disziplinen werden kann. Die wissenschaftlichen und ingenieurtechnischen Kompetenzen unserer Fakultät für Ingenieurwesen fließen in das künstlerische Schaffen ein, während sich ein Ort der technologischen Innovation für diesen Anlass in einen Konzertsaal verwandelt. Dies ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, was Bozen hervorbringen kann: Universität, Wirtschaft und Musik treten am selben Ort und zur selben Zeit in einen Dialog und schaffen neue Möglichkeiten für Erkenntnis und Teilhabe.“

Ähnlich äußert sich der Präsident des Konservatoriums „Claudio Monteverdi“, Prof. Konrad Bergmeister: „Das Konservatorium begleitet seine Studierenden auf ihrem Weg in die Berufswelt mit besonderer Aufmerksamkeit. Wir fördern eine Ausbildung, die sich nicht nur mit künstlerischen Fragen auseinandersetzt, sondern auch mit den wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen unserer Zeit. Deshalb begrüßen wir die gemeinsam entwickelten Initiativen mit der Freien Universität Bozen. Besonders stolz sind wir darauf, dass sämtliche Mitglieder des Schlagwerkensembles, das an der europäischen Erstaufführung der Oper mitwirkt, ihre Ausbildung an unserem Konservatorium absolviert haben.“

Entstehung und Form des Werks

„Il suono del calore“ geht auf eine Begegnung des Komponisten und Oboisten Arnaldo De Felice mit Antonello Mordeglia in der Residenz des italienischen Botschafters in Bangkok zurück. Mordeglia ist Autor des Librettos, Präsident und CEO von Danieli Automation sowie Präsident von Danieli Engineering Japan. Ein anschließender Besuch De Felices in den Shinkansai-Stahlwerken in Osaka gab den Anstoß zur musikalischen Dramaturgie.

Im Mittelpunkt der Komposition stehen die Wärme, die Verwandlung der Materie und die vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft, denen die vier Teile des Librettos gewidmet sind. Der Klang des Elektrolichtbogenofens verbindet sich dabei mit Gesang, Oboe, Klavier und Schlagwerk. Bilder des Ofens im Betrieb, des Stahlwerks und des Kontrollraums begleiten die Aufführung. Die für die vier Gesänge vorgesehenen Farbwechsel verbinden Musik, Bilder, Licht und Industriearchitektur miteinander.

Die Oper dauert etwa 35 bis 40 Minuten und wird ohne Pause aufgeführt. Die Besetzung umfasst Sopran, Oboe, die aufgezeichneten Ofenklänge, Konzertflügel und ein Schlagwerkensemble mit zwanzig Pauken, zwei Xylophonen, zwei Marimbas, zwei Vibrafonen, vier Tempelblöcken und vier großen Trommeln.

Bei der europäischen Erstaufführung wirken Sabina von Walther (Sopran), Arnaldo De Felice (Oboe), Giulio Garbin (Klavier) und das Schlagwerkensemble Ichos Percussion mit. Die Aufnahmen der Klänge des Ofens stammen von Danieli Automation. Die musikalische Leitung übernimmt Gianmaria Romanenghi. Ichos Percussion besteht ausschließlich aus ehemaligen Studierenden des Konservatoriums „Claudio Monteverdi“ Bozen.

Ein Tag im Zeichen von Bildung, Industrie und Musik

Die Aufführung am Abend schließt einen Tag ab, der Universität, Musik und Industrie verbindet. Bereits am Vormittag des 5. November hält Antonello Mordeglia eine Vorlesung für die Studierenden der Fakultät für Ingenieurwesen. „Die Industrie bringt Technologien hervor, aber auch Wissen und Kultur. In diesem Projekt wird der mit dem Q-One-System ausgestattete Elektrolichtbogenofen symbolisch in die Partitur aufgenommen und zu einem Teil des künstlerischen Erlebnisses. Das System wurde entwickelt, um Leistungsfähigkeit und Energieeffizienz in der Stahlproduktion miteinander zu verbinden. Damit wird die Beziehung zwischen Unternehmen und Musik auf neue Weise gestaltet: durch eine direkte Beteiligung am kreativen Prozess, die über eine rein externe Förderung hinausgeht. In diesem Geist steht auch der Dialog mit den Studierenden des Ingenieurwesens. Er ist wesentlich, um eine dauerhafte Brücke zwischen universitärer Ausbildung und industrieller Praxis zu schlagen“, erklärt Antonello Mordeglia, Präsident und CEO von Danieli Automation sowie Präsident von Danieli Engineering Japan.

Die für das Konzert ausgewählte Kranhalle ist Teil des ehemaligen Alumix-Werks. Über der Bühne befindet sich noch der historische Brückenkran C-4. Der Ort verbindet die industrielle Vergangenheit des Areals mit seiner heutigen Funktion als Standort für Universität, Forschung und Unternehmen. In diesem Rahmen wird der Klang eines Stahlschmelzofens zum Bestandteil einer musikalischen Komposition und begleitet das Publikum bei der Entdeckung der historischen und zeitgenössischen Architektur des Techparks.

Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung über die Veranstaltungsseite ist jedoch erforderlich. Diese ist über die Startseite der unibz unter www.unibz.it erreichbar.

Bezirk: Bozen

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