Von: Matthias Knapp
Brixen – Dass sich die Fertigstellung des Brennerbasistunnels (BBT) um weitere zwei Jahre verschiebt, stößt auf herbe Kritik von Seiten Eisacktaler Volksvertreter, allen voran von Europaparlamentarier Herbert Dorfmann und der Kammerabgeordneten Renate Gebhard (beide SVP). „Die Verzögerung hätte verhindert werden können und es ist nun die Bevölkerung entlang der Brennerstrecke, die die Folgen von offensichtlichen Versäumnissen seitens der Basis-Tunnel-Gesellschaft BBT SE ausbaden muss“, so Dorfmann und Gebhard. Sie verweisen auch darauf, dass die Brennerautobahn nicht imstande sei, das stetig steigende Verkehrsaufkommen für weitere rund zehn Jahre zu bewältigen.
„Es ist klar, dass es sich beim BBT um ein Jahrhundertbauwerk handelt, wir müssen uns aber vor Augen halten, dass der Spatenstich 2006 gesetzt wurde, es letztlich also wohl 30 Jahre dauern wird, bis der Tunnel in Betrieb genommen werden kann“, so Renate Gebhard. Schon in den vergangenen zwei Jahrzehnten habe sich die Verkehrslage auf der Brennerautobahn um ein Vielfaches verschlimmert und mit ihr auch die Belastung für die Menschen, die an der Brennerstrecke leben, betont auch Europaparlamentarier Dorfmann und fügt hinzu: „Dieser Trend wird sich leider fortsetzen und wir müssen nun noch zwei Jahre länger auf eine Lösung warten – mindestens.“
Auch Gebhard verweist darauf, dass die Kapazität der Autobahn längst schon ausgeschöpft sei. „Bis der BBT in Betrieb geht, wird es immer öfter vorkommen, dass die Brennerautobahn das Verkehrsaufkommen nicht mehr bewältigen kann“, so die Kammerabgeordnete, „einen Kollaps, wie wir ihn am vergangenen Wochenende erlebt haben, wird es also immer regelmäßiger oder sogar dauerhaft geben.“
Was Dorfmann und Gebhard besonders verärgert, ist die Tatsache, dass die Verzögerung beim Bau des BBT keine technischen Ursachen hat. „Der Ausbruch des Tunnels ist de facto abgeschlossen, es scheint aber, als sei es bisher nicht einmal gelungen, die Tunneltechnik auszuschreiben“, so Dorfmann. „Hätte man zeitgerecht gehandelt und den nächsten Schritt zur Fertigstellung des Tunnels früh genug ausgeschrieben, hätte man diesen absolut unverständlichen Aufschub verhindern können.“
Bis der BBT – frühestens – 2034 in Betrieb genommen werden kann, braucht es, so sind sich Dorfmann und Gehard einig, dringend verkehrspolitische Maßnahmen zur Entlastung der Brennerstrecke und ihrer Anwohner. „Die erste und dringendste muss ein Verbot der Abfahrt von der Autobahn für Lkw und Pkw bei Staus sein, damit die Szenen des letzten Wochenendes, an dem das gesamte Eisacktal verstopft und ein Weiterkommen praktisch unmöglich war, nicht zur Normalsituation werden“, fordern Dorfmann und Gebhard. Darüber hinaus müsse verstärkt Druck auf die beteiligten Staaten ausgeübt werden, damit mit der Fertigstellung des BBT und seiner Zulaufstrecken endlich ernstgemacht werde.




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