Von: Sophia Molitor
Ritten – Zwei beliebte Sommerveranstaltungen am Ritten verbinden auch heuer wieder Unterhaltung mit sozialem Engagement. Sowohl die Rittner Sommerspiele als auch die Kinonächte unterm Lichtenstern haben sich in den vergangenen Jahren zu festen Bestandteilen des sommerlichen Kulturprogramms entwickelt – und stellen dabei Menschen in den Mittelpunkt, die besondere Unterstützung benötigen. Im Fokus stehen diesmal Kinder mit angeborenem Herzfehler und ihre Familien.
Die Rittner Sommerspiele haben dieses Jahr wieder nicht nur mit ihrem Programm auf der Bühne, sondern auch abseits davon viel Begeisterung hervorgerufen. Vor Kurzem ist nämlich eine ganz besondere Spendenübergabe erfolgt. Andreas Baumgartner, Obmann der Rittner Sommerspiele, die seit dem Jahre 1973 zum fixen Bestandteil der Südtiroler Theaterlandschaft gehören, ist es nämlich erneut gelungen, im Rahmen der heurigen Erfolgsproduktion „Der Zerrissene” eine überaus erfolgreiche Aktion zu lancieren, bei der das Publikum für den Verein Kinderherz Südtirol spenden konnte.
Die stolze Summe über 6.800 Euro ist das beeindruckende Ergebnis für das Jahr 2026. Damit wurde sogar der Rekord der letzten Jahre übertroffen. Kinderherz Präsident Ulrich Seitz betont, “dass mit dem Team der Rittner Sommerspiele, und hier in erster Linie mit Andreas Baumgartner eine einmalige Freundschaft entstanden ist, die aufzeigt, wie sich kulturelle und soziale Themen, gerade was die Unterstützung von Südtiroler Härtefällen, die aufgrund einer schwerwiegenden Herzerkrankung Realität geworden sind, ergänzen.”
Das diesjährige Stück nach Johann Nestroy rückte zudem einige Aspekte der Gesellschaft in den Mittelpunkt, die immer akuter werden. “Vereinsamung und Orientierungslosigkeit in einer Welt, wo vieles möglich erscheint, und die Individuen dennoch scheitern. Das ist leider auch im Falle von Pathologien, die nicht umfassend abgeklärt werden, immer öfters eine Tatsache”, so Ulrich Seitz. Dem Verein Kinderherz wurde im Rahmen der Rittner Sommerspiele auf sehr sympathische Weise, die Möglichkeit gegeben, auf die Zielsetzungen der ehrenamtlichen Arbeit für Südtiroler Familien in schwierigen Lebenslagen hinzuweisen.
Neue Wege für junge Herzpatienten
“Für die Spender ist es nämlich grundlegend zu wissen, dass das gesammelte Geld effektiv einheimische Familien erreicht, und auch Schicksale präsentiert werden, die diese Hilfe dokumentieren”, betont Andreas Baumgartner. Ein weiteres Highlight im Sommer am Ritten ist die Veranstaltungsreihe „Kino unterm Lichtenstern”, die von der ehemaligen Kinderherz-Vizepräsidentin Verena Wachter in Erinnerung an ihre Tochter Dania Dovas ins Leben gerufen wurde. Das junge schwer herzkranke Mädchen verspürte eine große Leidenschaft für das Kino.
In diesem Sinne sind die Kinonächte nach dem Ableben von Dania entstanden und brachten ebenso ein beachtliches Spendenergebnis mit sich. Es sind sage und schreibe 3.600 Euro. Mitgetragen wurde die Umsetzung des Vorhabens mit viel Engagement durch die Rittner Tourismusgenossenschaft. Gemeinsam informieren und sensibilisieren, darin besteht das Anliegen, das von beiden Seiten nachhaltig vorangetrieben wird. Und Handlungsbedarf besteht: “in Zeiten wie diesen brauchen immer öfters und deutlicher als in der Vergangenheit, einheimische Familien unseren Beistand”, so Ulrich Seitz. Es ist eine Tatsache, dass der Öffentliche Gesundheitsdienst gerade bei hochspezialisierten Leistungen wichtige Ausgaben bei klinisch indizierter Notwendigkeit übernimmt, aber dennoch auf die Angehörigen schwerkranker Kinder mit einem angeborenen Herzfehler lebenslang, erhebliche zusätzliche finanzielle Belastungen zukommen. Dies ist begründet, dass gerade in Südtirol therapeutische Leistungen fehlen, und oftmals durch den Verein Kinderherz mit privaten Anbietern Angebote organisiert werden müssen, die der Landesgesundheitsdienst nicht schultern kann.
Ein zusätzlicher Schwerpunkt, der den Vorstand des Vereins immer intensiver beschäftigt, ist der Übergang bei der Betreuung vom Kindesalter ins Erwachsenwerden. Diesbezüglich verspüren viele Betroffene Ängste. Mit einer spezifischen Hilfestellung will nun der Verein Kinderherz diesem Phänomen entgegentreten. Unter dem Motto Herz trifft Zukunft, wird der Austausch zwischen jungen Menschen, die an einer Herzerkrankung leiden, gefördert. Hierzu steht nach dem Erfolg des Vorjahres ein weiteres spezifisches Jugend- und Junge-Erwachsenen-Wochenende am 3. und 4. Oktober im Hotel Masatsch in Kaltern auf dem Programm.




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