Arzt warnt vor aufkommenden "Pheromone Maxxing" der Gen Z

Nicht duschen für mehr Erfolg bei Frauen? Der bizarre Pheromon-Trend im Netz

Mittwoch, 02. September 2026 | 11:36 Uhr

Von: Lukas Unterkofler

Nicht duschen, Kleidung tagelang tragen und sogar den eigenen Urin trinken: Mit „Pheromone Maxxing“ wollen einige junge Männer im Netz ihre Attraktivität steigern. Ein US-Arzt hält von dem Trend allerdings überhaupt nichts.

Ein bisschen Körpergeruch als Geheimwaffe bei der Partnersuche? Genau darauf setzt ein Internettrend namens „Pheromone Maxxing“. Vor allem unter jungen Männern kursiert die Idee, durch weniger Körperpflege vermeintlich die eigenen natürlichen Pheromone zu verstärken – und damit attraktiver auf Frauen zu wirken.

„Deodorant blockiert meine Aura“: Solche Sprüche kursieren unter Anhängern des Trends. Manche gehen dabei deutlich weiter. In besonders extremen Fällen wird sogar der eigene Urin getrunken. Dahinter steckt die Behauptung, auf diese Weise Hormone oder Pheromone zu bewahren beziehungsweise ihre Wirkung zu verstärken.

Was sagt die Wissenschaft?

Als vermeintlicher Beleg für die Theorie wird unter anderem eine Studie aus dem Jahr 2001 angeführt. Forschende untersuchten darin, wie zwei geruchsaktive, hormonähnliche Substanzen die Aktivität im Hypothalamus beeinflussen. Beobachtet wurden unterschiedliche Reaktionen im Gehirn von Frauen und Männern. Die Studie lieferte jedoch keinen Nachweis dafür, dass Körpergeruch Menschen attraktiver macht oder dass es sich bei den Stoffen um menschliche Pheromone handelt.

Auch spätere wissenschaftliche Einordnungen bleiben zurückhaltend: Für mehrere häufig als menschliche Pheromone vermarktete Stoffe gibt es keine belastbare Evidenz, dass sie als sexuelle Lockstoffe wirken. In einer doppelblinden Untersuchung beeinflussten zwei solcher Kandidaten weder die wahrgenommene Attraktivität noch andere erwartete Effekte.

Der US-amerikanische Kinderarzt sowie Allergologe und Immunologe Dr. Zachary Rubin bezeichnet den Trend deshalb als wissenschaftlich unbegründet. Rubin arbeitet als Allergologe und klinischer Immunologe; er ist in den USA für Kinderheilkunde sowie Allergologie/Immunologie zertifiziert.

In einem TikTok-Video sagt er, es gebe für „Pheromone Maxxing“ „keine wissenschaftliche Grundlage“. Wer versuche, Frauen durch tagelanges Nichtduschen und ungewaschene Kleidung anzuziehen, erreiche vermutlich eher das Gegenteil. Auch das Trinken des eigenen Urins sei kein sinnvoller Weg zu mehr Attraktivität.

Stattdessen rät Rubin zu deutlich unspektakuläreren Dingen: Regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf, gute Hygiene, Kleidung, die gut sitzt, und Hobbys, die Freude bereiten. Selbstvertrauen entstehe eher durch die eigene Lebensführung als durch vermeintliche biologische Tricks.

Auch bei der Partnersuche sieht der Arzt einen Denkfehler. Frauen dürften nicht als „Puzzle“ betrachtet werden, das es zu lösen gelte, sondern als Menschen. Freundlichkeit, Respekt, echtes Interesse und gutes Zuhören seien wesentlich sinnvoller als vermeintliche Verführungsmethoden.

Zurückweisung gehöre zudem dazu. „Anziehung ist niemandem geschuldet. Man kann sie nicht erzwingen oder herstellen“, sagt Rubin. Eine Abfuhr könne wehtun, müsse aber akzeptiert werden. Wer gerade keinen Erfolg bei der Partnersuche habe, solle sich auf sich selbst konzentrieren und erst dann weitermachen, wenn er sich bereit fühle.

Sein Fazit fällt entsprechend nüchtern aus: „Man muss seine Pheromone nicht optimieren und es gibt dafür keine schnelle, einfache Lösung.“ Wer auf sich achte, Freundschaften pflege, anderen mit Respekt begegne und ein Nein akzeptiere, habe bessere Voraussetzungen für ein gesünderes und zufriedeneres Leben.

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