Von: Sophia Molitor
Bozen – Am 12. und 13. November lädt die Fakultät für Design und Künste der Freien Universität Bozen im Rahmen des World Usability Day zu Vorträgen, Diskussionen und einem Workshop in den NOI Techpark ein. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Design zu einem verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit Künstlicher Intelligenz beitragen kann.
Künstliche Intelligenz kann Wissen leichter zugänglich machen, Menschen neue Möglichkeiten eröffnen und dazu beitragen, Lösungen für gesellschaftliche und ökologische Herausforderungen zu finden. Der World Usability Day (WUD) 2026 widmet sich der Frage, wie sich dieses Potenzial verantwortungsvoll nutzen lässt. Unter dem diesjährigen Motto „Designing a Sustainable Future with Ethical AI” geht es darum, welche Rolle Design bei der Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft mit KI spielen kann.
Damit dies gelingen kann, braucht es klare ethische Leitlinien: KI soll so entworfen, entwickelt und eingesetzt werden, dass sie Menschenrechte achtet, gesellschaftliche Werte respektiert und Vertrauen schafft. Dazu zählen Fairness, Transparenz, klare Verantwortlichkeiten und der Schutz persönlicher Daten – von der Entwicklung bis zur Anwendung. Es geht darum, die Chancen der Technologie zu nutzen und mögliche negative Folgen für Menschen und Gesellschaft zu vermeiden. Auch der Ressourcenverbrauch und die Auswirkungen auf die Umwelt müssen dabei berücksichtigt werden.
Die Bozner Ausgabe des WUD setzt innerhalb dieses Rahmens mit „Hallucination interpretation” einen eigenen Schwerpunkt. KI liefert Antworten, erzeugt Bilder und unterstützt kreative Prozesse. Doch manchmal erfindet sie Fakten oder präsentiert falsche Informationen mit großer Selbstverständlichkeit. Gerade diese sogenannten Halluzinationen nimmt die Veranstaltung zum Ausgangspunkt: Was verraten die Fehler der KI über ihre Funktionsweise und ihre Grenzen? Wer sie betrachtet, hinterfragt und interpretiert, kann zu einem bewussteren Umgang mit der Technologie finden – und daraus mitunter auch neue Ideen entwickeln.
Was können wir besser als die KI?
„KI bewusst zu gestalten und einzusetzen bedeutet auch, Grenzen zu verstehen – die der Technologie ebenso wie unsere eigenen. Gerade dort, wo KI ‚halluziniert’, können wir lernen, genauer hinzusehen und sowohl ihre Ergebnisse als auch unsere eigenen Denkmuster und Vorurteile kritisch zu hinterfragen. Design kann dazu beitragen, diese Auseinandersetzung zugänglich zu machen und den Menschen mit seinen Bedürfnissen und seiner Verantwortung in den Mittelpunkt zu stellen”, sagt Letizia Bollini, Professorin für Communication & Interaction Design an der Fakultät für Design und Künste und Mitorganisatorin der Veranstaltung. Darüber hinaus geht es darum, wie Design, gemeinschaftliche Beteiligung und ein verantwortungsvoller Umgang mit Technologie positive Veränderungen für Menschen und Gesellschaft anstoßen können.
Die Konferenz am Donnerstag, 12. November, bringt Perspektiven aus Design, Wissenschaft, Praxis und Aktivismus zusammen. Zu den Vortragenden zählen unter anderem Maria Luce Lupetti vom Politecnico di Torino, Ibrahim Al Hazwani von Google DeepMind und Marco Montali von der Fakultät für Ingenieurwesen der Freien Universität Bozen.
Am Freitag, 13. November, folgt der Workshop „Designing for Two Perceptions: When Humans and Machines See Differently” unter der Leitung von Rachele Didero. Er widmet sich der Frage, was es für die Gestaltung bedeutet, wenn Menschen und Maschinen unterschiedlich „sehen”.
Organisiert wird der World Usability Day Bozen von Letizia Bollini und Matteo Moretti, Mitbegründer von Sheldon.studio und Professor an der Universität Sassari, in Zusammenarbeit mit dem NOI Techpark. Wie in den vergangenen Jahren findet die Veranstaltung als Side-Event der SFSCON 2026 statt.




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