SHB unterstützt Antrag im Trentiner Regionalrat

Welschtiroler Antifaschistin Clara Marchetti

Freitag, 03. April 2026 | 20:56 Uhr

Von: ka

Bozen/Trient – Der Antrag, den Sitzungssaal des Regionalrats nach Clara Marchetto (1911–1982) zu benennen, wird in der Sitzung des Regionalrats Trentino-Südtirol im April 2026 behandelt. Dieser von der PATT-Regionalrätin Maria Bosin initiierte Vorschlag wurde von 36 Abgeordneten nahezu aller politischen Parteien unterzeichnet, mit Ausnahme der Vertreter von Fratelli d’Italia.

SHB/Clara Marchetto

Folgende Abgeordnete haben den Antrag unterzeichnet:

Maria Bosin, Mario Tonina, Walter Kaswalder, Carlo Daldoss, Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer, Andrea de Bertolini, Mariachiara Franzoia, Sandro Repetto, Filippo Degasperi, Zeno Oberkofler, Magdalena Amhof, Waltraud Deeg, Franz Thomas Locher, Hubert Messner, Ulli Mair, Paola Demagri, Chiara Maule, Michele Malfer, Francesco Valduga, Roberto Stanchina, Christian Bianchi, Maria Elisabeth Rieder, Paul Köllensperger, Franz Ploner, Sven Knoll, Hannes Rabensteiner, Bernhard Zimmerhofer, Andreas Leiter Reber, Antonella Brunet, Eleonora Angeli, Claudio Cia, Stefania Segnana, Lucia Maestri, Andreas Colli, Rosmarie Pamer.

Seit 2024 wurde die Bürgerinitiative der Kulturbewegung „Risveglio Tirolese“ zur Würdigung des Andenkens an die 1948 für die Partito Popolare Tirolese Trentino PPTT gewählte Regionalrätin Clara Marchetto fortgeführt. Clara Marchetto wurde aufgrund des Drucks ehemaliger Faschisten und Nationalisten (Piccoli und Odorizzi von der Democrazia Cristiana, Mitolo von der MSI u. a.) an der Ausübung eines öffentlichen Amtes gehindert.

Grund dafür war Clara Marchettos lebenslange Haftstrafe, die ihr 1940 von einem faschistischen Sondertribunal auferlegt wurde, und ihre anschließende Befreiung aus dem Gefängnis in Perugia durch britische Truppen im Jahr 1944.

Die „antifaschistische“ und „demokratische“ Italienische Republik verhaftete Clara Marchetto im Jahr 1949 und inhaftierte sie im selben Gefängnis in Perugia, nachdem ehemalige Faschisten, die sich als Demokraten ausgaben, sie aus ihrem gewählten Amt als Regionalrätin entfernt hatten.

Der Südtiroler Heimatbund unterstützt den anhaltenden Einsatz der Identitätsbewegung „Risveglio Tirolese“, die die Initiative zur Erinnerung an und öffentlichen Anerkennung der Verdienste und Rolle der großen Autonomistin Clara Marchetto angestoßen hat.

Unser Handeln, bei dem wir alle demokratischen Mittel einsetzen, fördert weiterhin den Respekt vor der Tiroler Identität. Die faschistischen Relikte, darunter die Benito Mussolini verliehenen Ehrenbürgerschaften zahlreicher Städte, haben ihre Daseinsberechtigung verloren. Die historische Wahrheit kommt endlich ans Licht, so Roland Lang und Marcello Delucca.

Bezirk: Bozen

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