Jack Lowden: Blickt hier Mr. Bond an der Kamera vorbei?

Die Jagd nach dem neuen Bond ist auf der Zielgeraden

Dienstag, 15. September 2026 | 09:35 Uhr

Von: importer

Wer wird der neue James Bond? Seit Jahren beschäftigt diese Frage Fans, Medien und Wettbüros. Nun scheint die Suche auf der Zielgeraden. Ein erster Drehbuchentwurf liegt vor. Und Produzentin Amy Pascal erwartet, dass der siebente 007-Darsteller vor Jahresende feststeht. Ob es einer der Namen wird, die derzeit im Gespräch sind, ist fraglich.

Als Regisseur für den ersten James-Bond-Film seit der Übernahme des Franchise durch Amazon steht Denis Villeneuve (“Dune”) schon lange fest. Das Drehbuch schreibt “Peaky Blinders”-Schöpfer Steven Knight, der auch den neuen Oasis-Film konzipierte und deshalb in diesen Tagen viele Interviews gab.

Als “GHR”-Moderatorin Zoe Ball ihn fragte, ob der erste Skript-Entwurf für Bond schon fertig sei, sagte Knight: “Ich nicke stillschweigend.” Zuvor hatten BBC-Moderatoren versucht, ihm zu entlocken, ob er den Schauspieler kenne. Obwohl Knight geschickt auswich, tauchten anschließend Berichte auf, die Entscheidung sei gefallen.

Oldman brachte Lowden ins Spiel

Für Schlagzeilen hatte ein Interview von Gary Oldman gesorgt. Er habe gehört, der nächste 007 stehe fest, sagte Oldman und deutete an, es könnte sich um seinen “Slow Horses”-Kollegen Jack Lowden handeln. Später stellte er klar, er wisse nicht, wer es werde. Er hoffe auf Lowden.

Die Castingdirektorin Nina Gold, die für mehrere “Star Wars”-Filme und die Serie “The Crown” tätig war, soll den passenden Schauspieler finden – idealerweise jung, britisch und geeignet, den berühmten Geheimagenten über viele Jahre zu verkörpern. Das passt auf den 36-jährigen Lowden – und auf unzählige andere.

Seit Jahren viele Namen im Gespräch

Schon bevor Daniel Craig in “Keine Zeit zu sterben” (2021) seinen letzten Einsatz absolvierte, kursierten viele Namen. Mancher wurde sogar als fix vermeldet. So meldete das berüchtigte Boulevardblatt “The Sun” 2022, die berühmte Eröffnungssequenz, in der 007 in die Kamera schießt, sei mit Aaron Taylor-Johnson gedreht worden. Das war frei erfunden.

Das Blatt berief sich auf angebliche Insider, die praktischerweise anonym bleiben. So zitiert jedes Medium Woche für Woche seine eigenen Insider und lanciert neue Gerüchte, die Klicks bringen und sich rasend schnell verbreiten – auch in seriösen Medien. Hinzu kommen Wettanbieter, die mit ihren Quoten für Bond-Kandidaten Schlagzeilen generieren.

Mutmaßlich hilft auch der eine oder andere PR-Agent nach und bringt den Namen seines Klienten ins Spiel. Denn wer als nächster James Bond gehandelt wird, kassiert jede Menge Medienaufmerksamkeit.

Entscheidung bis Jahresende

Jüngste Berichte, wonach eine “Shortlist” mit sechs Kandidaten feststehe, lesen sich wie eine Zusammenfassung von Spekulationen der vergangenen Jahre. Man kann annehmen, dass viele Medien die Gerüchte ungeprüft voneinander übernehmen und diese sich dadurch immer weiter verselbstständigen.

Der einzige Name auf der Liste, der aufhorchen lässt, ist der vergleichsweise unbekannte Jack Barton, den “Page Six” als Topkandidaten nennt. Brancheninsider Jeff Sneider glaubt jedoch, dass Barton gezielt ins Spiel gebracht wurde, um von den wahren Favoriten abzulenken – oder um öffentliche Reaktionen zu testen.

Laut Matthew Belloni sind alle bisherigen Namen “Quatsch”; die Entscheidung sei offen. Der Ex-Chefredakteur des “Hollywood Reporter” schrieb in seinem “Puck”-Mediennewsletter, derzeit würden Vorverträge an Kandidaten verschickt, bevor diese zu Probeaufnahmen eingeladen würden. Solche “Test Deals” regeln Eckpunkte wie Gage, Optionen für Folgefilme, Verfügbarkeit und zukünftige Verpflichtungen – ein rechtliches Grundgerüst, damit nach der 007-Wahl nicht neu verhandelt werden muss.

Brosnan wünscht neuem 007 alles Gute

Der Name Daniel Craig tauchte übrigens erstmals 2004 im Zusammenhang mit James Bond auf. Im Juli und September 2005 absolvierte er Screentests, an denen unter anderem auch der spätere “Superman”-Darsteller Henry Cavill teilnahm. Im Oktober 2005 wurde Craig offiziell als sechster James Bond vorgestellt. Bis dato sollen 72 Namen gehandelt worden sein, schreibt die offizielle James-Bond-Facebook-Seite.

Sein Vorgänger Pierce Brosnan erhielt die Rolle bereits 1986, musste jedoch wegen vertraglicher Verpflichtungen für die TV-Serie “Remington Steele” darauf verzichten. 1994 bekam er eine zweite Chance. Wie Craig wird auch Brosnan bis heute immer wieder auf Bond angesprochen. “Ich habe keine Ahnung”, sagte er bei der Premiere seiner Gangsterserie “Mobland”. “Ich freue mich darauf, den Mann zu sehen. Und ich wünsche ihm alles Gute.”

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