Von: importer
Am 18. Mai 1976 spielte die US-Band Kiss in Mannheim ihr erstes Deutschlandkonzert, einen Tag später trat sie in Düsseldorf auf. In derselben Halle, die heute Mitsubishi Electric Halle heißt, steigt am Freitagabend (30. Oktober) die offizielle Fanfeier “KISS 50 Germany”. Von der Gruppe selbst ist nur Gitarrist Tommy Thayer dabei. Er tritt mit einer Kiss-Coverband auf. Beim Finale singt die deutsche “Metal-Queen” Doro Pesch mit.
Für Pesch fing alles mit “Detroit Rock City” an. Mit dem Song beginnt das Live-Album “Alive II”, mit dem die Sängerin Kiss als Schülerin kennenlernte. “Ich habe wegen Kiss angefangen, Musik zu machen”, sagt die 62-Jährige. Im Fanclub Kiss Army sei sie bis heute.
Zu Gast bei der Feier sind auch Konzertveranstalter Ossy Hoppe und Fotograf Didi Zill, der Kiss 1976 in Deutschland fotografierte. Exklusiv für den Abend wurden fünf frühe Alben auf Vinyl neu aufgelegt – mit den ursprünglichen deutschen Covern und Logos.
Gene Simmons als Mentor
Pesch, die heute in Florida lebt, freut sich auf die Rückkehr in ihre Heimatstadt – und auf das Wiedersehen mit Thayer. Kennengelernt haben sich die beiden über Gene Simmons. 1988 durfte Pesch Kiss beim Festival Monsters of Rock ansagen.
Danach schrieb sie Simmons eine Geburtstagskarte – wenige Wochen später wartete er in einem New Yorker Hotel auf sie. “Ich bin bald tot umgefallen”, erzählt die Sängerin der dpa. Vor Aufregung sei sie dreimal um den Block gelaufen. Simmons produzierte schließlich ihr Album “Doro” (1990), Thayer spielte darauf Gitarrensoli und war Co-Produzent.
Simmons, der früher Lehrer war, habe ihr viel beigebracht. “Er meinte: Ich möchte nicht nur, dass wir ein tolles Album machen, ich möchte auch, dass du viel lernst”, sagt Metal-Ikone Pesch. “Gene Simmons war echt mein Mentor.”
Ärger um das Bandlogo
Thayer war 15, als er Kiss im Februar 1976 in seiner Heimat Oregon live sah – mit der Show, die das Quartett wenig später nach Deutschland brachte. “Wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich eines Tages in dieser Band spiele, hätte ich es niemals geglaubt”, sagt der 65-Jährige, der viele Jahre hinter den Kulissen mit Kiss arbeitete, bevor er 2002 Leadgitarrist Ace Frehley ersetzte.
Typisch für Kiss in Deutschland war lange ein abgewandeltes Logo. Die beiden gezackten S erinnerten einige an die Runen der SS – ausgerechnet bei einer Band, deren Gründer Simmons und Paul Stanley jüdische Wurzeln haben. “Das sind Blitze, sehr Kiss-typische Blitze. Mit der SS oder der Nazi-Bewegung hatte das nichts zu tun”, betont Thayer. Für Deutschland mussten T-Shirts und sogar die Felle der Bassdrum geändert werden. “Das war, ehrlich gesagt, ziemlich nervig.”
“Die Band hat sich nicht aufgelöst”
Seit dem Ende der “End of the Road”-Tour 2023 rätseln Fans, wie es mit Kiss weitergeht. Thayer stellt klar: “Die Band ist immer zusammengeblieben. End of the Road bedeutete das Ende der Tourneen.” Einzelne Auftritte oder sogar eine Konzertreihe an einem festen Ort seien weiter denkbar. Zudem soll 2028 in Las Vegas eine Show starten, in der – nach dem Vorbild von “Abba Voyage” – Avatare der Band auftreten. Thayer arbeitet selbst daran mit.




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