Trauerzug führt 1,2 Kilometer durch Oslo

Norweger versammeln sich für Trauerfeier für König Harald V.

Mittwoch, 09. September 2026 | 11:45 Uhr

Von: importer

Vor der Trauerfeier für den norwegischen König Harald V. haben sich am Mittwoch in Oslo trauernde Menschen an den Absperrungen versammelt. Vom Königspalast in der Hauptstadt startet um 12.00 Uhr der Trauerzug. Gäste aus aller Welt wie der britische Thronfolger Prinz William, das spanische Königspaar, der deutsche Präsident Frank-Walter Steinmeier, der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sowie zahlreiche Staats- und Regierungschefs kamen nach Oslo.

In dem Trauerzug soll Haralds Sarg vom Königspalast in der Osloer Innenstadt zu der 1,2 Kilometer entfernten Domkirche gebracht werden. Dort beginnt um 13.00 Uhr der Trauergottesdienst mit einer landesweiten Schweigeminute.

Die norwegische Königsfamilie mit dem neuen König Haakon VIII. sowie Mitglieder ausländischer Königshäuser und andere Würdenträger werden sich zu Fuß an dem Trauerzug beteiligen. Nur Haralds Witwe, die 89-jährige Königin Sonja, und Haakons nach einer Lungentransplantation geschwächte Frau, die neue Königin Mette-Marit, folgen im Auto. Auch Marius Borg Hoiby, Mette-Marits Sohn aus einer früheren Beziehung, der wegen eines Vergewaltigungsurteils unter Hausarrest steht, bekam die Erlaubnis, an der Trauerfeier teilzunehmen.

Auf der Gästeliste stehen außerdem Vertreter der Königshäuser von Schweden und Dänemark, die Königspaare von Belgien und den Niederlanden, Monacos Fürst Albert II., der japanische Kronprinz Akishino mit Prinzessin Kiko und der jordanische König Abdullah II. Aus Österreich nimmt Bundesratspräsidentin Christine Schwarz-Fuchs in Vertretung von Bundespräsident Alexander Van der Bellen teil.

Nach dem Trauergottesdienst werden vier F35-Kampfjets in der Ehrenformation “Missing Man” über die Domkirche hinwegfliegen. Haralds Sarg wird dann zur Schlosskapelle der Festung Akershus gebracht, wo der Monarch in einem 1,7 Millionen Euro teuren Doppel-Sarkophag im königlichen Mausoleum an der Seite seiner Eltern und Großeltern beigesetzt wird.

Nach Abschluss der Beisetzung werden alle norwegischen Flaggen im Land, die nach Haralds Tod vor zwölf Tagen auf halbmast gesetzt worden waren, wieder hochgezogen. Die Kirchenglocken im Land läuten dann eine Stunde lang.

Zum Schutz des Ereignisses hat die norwegische Polizei fast 3.000 Einsatzkräfte mobilisiert. Nach ihren Angaben handelt es sich um “einen der größten Einsätze” in der Geschichte des Landes. Auch 3.500 Soldaten wurden zur Sicherung der Trauerfeier entsandt. Im Osten des Landes gelten größtenteils Luftraumbeschränkungen.

Harald V. war am 28. August nach wiederholten gesundheitlichen Problemen im Alter von 89 Jahren gestorben. Er war 1991 König geworden und in seinen letzten Lebensjahren der am längsten regierende Monarch Europas. Mit seinem Tod wurde sein 53 Jahre alter Sohn Haakon neuer norwegischer König.

Bei seinen Landsleuten war Harald V. wegen seiner bodenständigen Art, seines Einsatzes für Toleranz und seiner einenden Wirkung äußerst beliebt. Nach seinem Tod versammelten sich Tausende Menschen vor dem Königspalast in Oslo, um Blumen und Kerzen niederzulegen und um ihren Monarchen zu trauern. Zu dem gut eine Woche lang aufgebahrten Sarg des Königs kamen ebenfalls Tausende Menschen. Manche standen stundenlang in der Schlange, um persönlich Abschied von Harald V. zu nehmen.

Die 81 Jahre alte Gunn Johnsen nahm eine einstündige Zugfahrt auf sich, um dem König die letzte Ehre zu erweisen. “Er war der Großvater der Nation”, sagte sie der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag zur Begründung. “Großzügig, integrierend, liebenswürdig”, ergänzte ihre 64 Jahre alte Freundin Vigdis Simonsen. In der Nähe der Osloer Universität wurde ein Plakat mit einem Foto des lächelnden Harald V. aufgehängt mit der Aufschrift “Danke für alles”.

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