Disney hat Hiddleston nach Pompeji geschickt

“Pompeji mit Tom Hiddleston”: Ein Filmstar macht Geschichte

Mittwoch, 22. Juli 2026 | 05:00 Uhr

Von: APA/dpa

Tom Hiddleston erinnert sich genau an den ersten Besuch als Teenager in Pompeji 1998. “Ich hatte damals Latein und Griechisch in der Schule”, erzählt Hiddleston im dpa-Interview. “Mein gesamtes Wissen über die antike Welt stammte bis dahin aus Büchern und dem Unterricht. Und plötzlich stand ich in Pompeji. Das war, als wäre ich direkt in die Vergangenheit gereist.” In der dreiteiligen Doku “Pompeji mit Tom Hiddleston” bei Disney+ setzt der Hollywoodstar seine Zeitreise fort.

Dabei begibt sich der 45-jährige Brite in Süditalien auf die Spur jener Menschen, die den Ausbruch des Vesuvs möglicherweise überlebten. Das Format ist ab Donnerstag (23. Juli) abrufbar. “Wenn ich heute auf das schaue, was ich beruflich mache, dann waren es vor allem diese antiken Geschichten, die mich dazu inspiriert haben”, sagt Hiddleston. “Das Erfüllendste an der Schauspielerei ist für mich, Teil einer Geschichte zu sein, die für andere zu einer sinnstiftenden Erfahrung werden kann – einer Geschichte, die sie mit etwas Echtem und Wahrhaftigem am Menschsein verbindet.”

Gab es eine Chance zu entkommen?

Gemeinsam mit Archäologen zeichnet Hiddleston anhand aktueller Forschung den Ablauf des Vesuvausbruchs im Jahr 79 nach Christus nach und folgt den Spuren mehrerer historisch belegter Bewohner von Pompeji und Herculaneum. Die Serie untersucht, welche Warnzeichen es vor der Eruption gab, welche Chancen zur Flucht bestanden und wie neue wissenschaftliche Erkenntnisse das Bild der Katastrophe verändern.

Die Dokuserie verbindet aktuelle Forschung mit aufwendig nachgestellten Spielszenen. Hiddleston führt dabei nahezu in Echtzeit durch die Ereignisse des Ausbruchs, blickt immer wieder auf seine Uhr und macht deutlich, wie wenig Zeit den Bewohnern damals noch blieb.

Mischung aus Doku und Drama

Nach stundenlangen Recherchen, dem Studieren historischer Quellen und vielen Gesprächen mit Fachleuten seien ihm die Geschichten der Betroffenen nahegegangen. “Ich habe so viel Zeit mit diesen Menschen verbracht”, sagt Hiddleston. “Als die Dreharbeiten schließlich begannen, fühlte ich mich diesen Menschen bereits so verbunden, dass ich das Gefühl hatte, sie wirklich zu kennen.”

Der charismatische Brite wirkt vor der Kamera aufrichtig betroffen. Manche Dialoge wirken allerdings etwas zu inszeniert. Ob die Tränen, die der “Loki”-Darsteller vor der Kamera zeigt, echt sind oder doch Schauspieltalent? Die Grenzen zwischen Doku und Drama, Erzählerrolle und Schauspiel verschwimmen.

Im Kern geht es bei “Pompeji” laut Hiddleston um Empathie und Mitgefühl. “Die Serie soll zeigen, dass wir durchaus menschliche Empathie für Menschen empfinden können, die vor 2.000 Jahren gelebt haben”, sagt er. “Ihr Leid und ihre Entbehrungen mitzuerleben, fühlte sich fast so an, als würde ich das Leid und die Schwierigkeiten enger Freunde miterleben.”

Hoffnungsvolles Plädoyer für die Zukunft

Er sei Schauspieler geworden, um Menschen zurückzubringen, um sie lebendig werden zu lassen, sagt Tom Hiddleston zu Beginn der Serie. Den Opfern von Pompeji, die wir nur als Gipsabgüsse kennen, lebendig werden zu lassen, war ihm nach eigener Aussage eine Herzensangelegenheit. Gleichzeitig sieht der vielseitige Brite darin ein hoffnungsvolles Plädoyer für die Zukunft.

“Mit diesem Projekt ging es uns darum, die Vergangenheit wieder lebendig werden zu lassen”, erklärt er. “Wenn wir Mitgefühl für Menschen aus der Vergangenheit empfinden können, dann gelingt es uns vielleicht auch, füreinander ebenso viel und ebenso tiefes Mitgefühl zu entwickeln – gerade in einer Zeit, in der wir es mehr denn je brauchen.”

(S E R V I C E – www.natgeotv.com/de/serien/natgeo/pompeji-mit-tom-hiddleston )

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