Hollywood-Legende Robert De Niro spielt einen pensionierten Ermittler

Serienkiller-Thriller: De Niro und Scott als Vater und Sohn

Freitag, 28. August 2026 | 09:33 Uhr

Von: importer

Es gibt angenehmere Situationen, in denen man den eigenen Vater nach Jahren der Funkstille wiedersehen möchte. Zum Beispiel bei einer Hochzeit oder zum Geburtstag. Ganz sicher nicht, wenn der eigene achtjährige Sohn verschwunden ist und ein Serienkiller gerade wieder gekidnappten Kindern etwas per Mikrofon zuflüstert. Genau um dieses Alptraum-Szenario dreht sich aber die Bestsellerverfilmung “Der Kinderflüsterer” (Original: The Whisper Man).

Der neue Thriller des neuseeländischen Regisseurs James Ashcroft, ist jetzt auf Netflix zu sehen. Und der Film hat gleich drei ziemlich gute Argumente, warum er funktioniert: Hollywood-Legende Robert De Niro (83), Ex-“Batman”-Darsteller Michael Keaton (74) und der Emmy-nominierte Adam Scott (53, “Severance”).

Worum geht es?

Scott spielt Tom Kennedy, einen verwitweten Krimiautor, der nach dem Tod seiner Frau mit seinem Sohn Jake einen Neuanfang versucht. Dann verschwindet der Junge. Und plötzlich ist aus dem gemütlichen Kleinstadtleben ein Alptraum geworden. Besonders unangenehm: Alles erinnert an einen alten Fall. Damals jagte Toms Vater Pete Willis (De Niro) einen Serienmörder, der als “Kinderflüsterer” bekannt wurde. Der Mann sitzt aber längst im Gefängnis. Wie geht das zusammen?

Das fragt sich auch Detective Amanda Beck, gespielt von Michelle Monaghan, bekannt aus den “Mission: Impossible”-Blockbustern. Zusammen mit Pete Willis, der dafür noch einmal aus dem Ruhestand zurückkehrt, macht sie sich auf die Suche nach Antworten.

Michael Keaton als charismatischer Serienkiller

Inhaltlich erinnert der Thriller durchaus ein wenig an den Kultfilm “Das Schweigen der Lämmer”: Auch hier mussten die Ermittler auf das Wissen eines bereits gefassten, gefährlichen Serienkillers zurückgreifen, um ein neues Verbrechen zu verstehen. Die unheimliche Faszination entsteht aus genau diesem Katz-und-Maus-Spiel, im “Kinderflüsterer” eindrucksvoll verkörpert von Michael Keaton, der als charismatisch-düsterer Kindermörder selbst hinter Gittern noch eine beängstigende Macht ausübt.

Dass De Niro den pensionierten Ermittler spielt, ist ein Glücksfall für den Film. Der zweifache Oscar-Preisträger (“Der Pate – Teil II”, “Wie ein wilder Stier”) wirkt wie gemacht für die Rolle: Ein gezeichnetes Gesicht, ein müder Blick, ein Mann, der offensichtlich schon zu viele schreckliche Dinge gesehen hat – man glaubt ihm sofort, dass manche Fälle einen ein Leben lang verfolgen.

Vater-Sohn-Beziehung als Thema

Neben der Suche nach dem Serienkiller geht es in “Der Kinderflüsterer” aber auch um ein ganz persönliches Thema: Regisseur James Ashcroft sagte selbst in einem Interview, dass ihn trotz des Genres vor allem die Figuren und die Vater-Sohn-Beziehung im Zentrum der Geschichte fasziniert hätten. Auch Autor Alex North, dessen Bestseller von 2019 als Vorlage dient, beschäftigt sich mit der Frage, was Eltern an ihre Kinder weitergeben – das Gute und das Schlechte.

In der ersten Begegnung zwischen Vater und Sohn nach jahrelangem Kontaktabbruch bricht Pete denn auch das Schweigen mit den Worten: “Sohn, es tut mir leid, dass wir beide jetzt so…” Der aber unterbricht ihn und entgegnet kalt: “Es gibt kein “Wir beide”. Ich bitte Dich um Hilfe.”

Dieses Spannungsfeld ist ein gelungenes Fundament für einen Film, der ansonsten mit allen Zutaten des gepflegten Schauderns hantiert: verschwundene Kinder, alte Mordfälle, ein Killer hinter Gittern, unheimliche Botschaften und natürlich die Frage, wie jemand Verbrechen begehen kann, wenn er eigentlich längst nicht mehr auf freiem Fuß ist.

Beklemmende Atmosphäre und obskure Charaktere

Unter den Verdächtigen sind obskure Gestalten, exzentrisch und eitel. Der Zuschauer fragt sich immer wieder, ob und wie diese Charaktere sowie all die verschiedenen Puzzleteile am Ende zusammenpassen. Viele Szenen spielen sich in Innenräumen bei gedämpftem, oft geradezu schummrigem Licht ab, oft in alten Häusern, die selbst Geheimnisse zu haben scheinen. Das unterstreicht die beklemmende Atmosphäre des Films.

Scott hat inzwischen erzählt, dass er vor der Zusammenarbeit mit seinem großen Idol De Niro zunächst ziemlich eingeschüchtert gewesen sei. Er habe sogar einmal hinter De Niro bei den Emmys gesessen und sich nicht getraut, ihn anzusprechen, zitierte ihn das US-Magazin “People”. Am Set hätten sie dann aber schnell eine gemeinsame Ebene gefunden – gerade weil es eine Story gewesen sei, in die sich beide richtig hineinknien konnten, betonte Scott.

Auch Bestsellerautor Alex North scheint mit der Verfilmung seines Werkes ausgesprochen zufrieden zu sein. Die Änderungen gegenüber seinem Roman habe er akzeptiert, hieß es in einem anderen “People”-Bericht. Die Arbeit der Drehbuchautoren Ben Jacoby und Chase Palmer lobte North ausdrücklich: “Sie haben alles, was mir an dem Buch wirklich wichtig war, perfekt eingefangen. Ich habe absolut nichts auszusetzen. Ich fand es großartig.”

(S E R V I C E – www.netflix.com/at/title/81278442 )

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