Anwälte legten umgehend Beschwerde ein

Ulmen unterliegt “Spiegel” größtenteils vor Gericht

Freitag, 08. Mai 2026 | 17:44 Uhr

Von: APA/AFP

Im Rechtsstreit zwischen dem Schauspieler Christian Ulmen und dem “Spiegel” hat das Landgericht Hamburg vorläufig einen großen Teil der von Ulmen angegriffenen Berichterstattung erlaubt. Das Nachrichtenmagazin durfte über bestimmte Vorwürfe von Ulmens Ex-Frau Collien Fernandes schreiben, wie das Gericht am Freitag mitteilte. Ulmens Anwälte legten nach eigenen Angaben “umgehend” Beschwerde dagegen ein.

Insofern das Geicht zu dem Ergebnis komme, es lägen hinreichende Beweistatsachen für eine Verdachtsberichterstattung vor, sei dies “evident rechtsfehlerhaft”, hieß es in einer Erklärung. Weitere, von dem Landgericht angeführte Zurückweisungsgründe seien ebenfalls “nicht nachvollziehbar”. Es sei sofort Beschwerde am Oberlandesgericht in Hamburg eingereicht worden, so die Anwälte von Ulmen.

Der Schauspieler hatte einstweilige Verfügungen mit Bezug auf fünf Passagen der Artikel beantragt und wollte so erreichen, dass diese nicht weiter veröffentlicht werden. Nur in Bezug auf einen der Abschnitte hatte er nun Erfolg. Die übrigen strittigen Äußerungen erklärte das Gericht für zulässig.

Magazin darf über Gewaltvorwürfe berichten

Demnach durfte das Magazin über Gewaltvorwürfe berichten. Aus dem Kontext der Beiträge entstehe außerdem der Verdacht, dass Ulmen fremde Deepfake-Videos verschickt habe, die Fernandes zeigen sollten. Auch das hielt das Gericht für zulässig. Der “Spiegel” habe die Voraussetzungen einer zulässigen Verdachtsberichterstattung beachtet. Der notwendige Mindestbestand an Beweistatsachen liege vor.

Außerdem durfte das Magazin aus der E-Mail-Korrespondenz zwischen Ulmen und seinem Strafverteidiger zitieren. Untersagt wurden dagegen bestimmte Äußerungen über einen aufgehobenen Gerichtstermin in Palma de Mallorca.

Es gilt weiter die Unschuldsvermutung

Der “Spiegel” hatte zuerst über die Vorwürfe von Fernandes gegen ihren Ex-Mann berichtet. Nach Auswertung dieser Berichterstattung sprach die Staatsanwaltschaft Ende März von einem Anfangsverdacht gegen Ulmen und verwies zugleich darauf, dass für den Schauspieler weiter die Unschuldsvermutung gelte. Ulmen bestreitet die Anschuldigungen, er habe gefälschte pornografische Aufnahmen verbreitet, die Fernandes darstellen sollen.

Der heute 50 Jahre alte Ulmen und die 44-jährige Moderatorin und Schauspielerin Fernandes waren seit 2011 ein Paar, vergangenes Jahr gaben sie ihre Trennung bekannt. Fernandes’ Vorwürfe führten in Deutschland zu einer Debatte über digitale Gewalt gegen Frauen. Ein Gesetzesentwurf soll Lücken im Strafrecht schließen und Opfern mehr Möglichkeiten geben, sich zur Wehr zu setzen.

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