Der Lebensraum der Elefanten wird in Indien immer öfter beschnitten

Erschütterndes Bild: Elefantenbaby in Flammen

Donnerstag, 09. November 2017 | 16:45 Uhr

Dieses Foto macht traurig, erschüttert und lässt nur eine Frage zu: Warum steht hier ein Elefantenbaby in Flammen?

Biplab Hazra hat auf den Auslöser gedrückt und nennt das Bild: „Die Hölle ist hier“. Nachdem es den „Sanctuary Wildlife Awards 2017“ gewonnen hat, geht sein Foto um die Welt.

Pubblicato da Biplab Hazra su Lunedì 30 ottobre 2017

 

Es zeigt johlende Menschen, die an einer Straße in den Westbengalen in Indien Feuerwerkskörper und brennenden Teer auf Elefanten werfen – die Flammen schlagen hoch an einem hinter seiner Mutter rennenden Elefantenkalb. Es hat das Maul vor Schreck weit aufgerissen. Die Mutter läuft mit nach vorn gestellten Ohren und geducktem Kopf vor ihr her.

 

Biplab Hazra – Facebook

Die Szene ist grausam, aber keineswegs ungewöhnlich in der Region. Dennoch hat der Naturfotograf Biplab Hazra in 14 Jahren Derartiges noch nie gesehen. Wie er erklärt, haben die Dorfbewohner vielleicht das Kalb nicht absichtlich angezündet, es sei aber eine gängige Praxis, Böller und Feuerbälle auf die Elefanten zu werfen.“

Glücklicherweise überlebte das Elefantenbaby den brutalen Anschlag. Hazra erinnerte sich, wie das Kalb bei seiner Flucht geschrien habe.

Etwas Gutes hat das Bild von Fotograf Hazra dann aber doch: In Indien hat es eine Debatte losgetreten.

Und in Kommentaren auf Facebook versuchen Einheimische, die Situation etwas einzuordnen: „Bei dem Foto bricht es uns auch das Herz“, schreibt Samiran Chatterjee aus dem Ort Borjan in der Region. „Wir Menschen können nicht so agieren. Aber das ist meine Heimat, ich weiß, dass die Elefanten dort ständig an die Siedlungen kommen, die Ernten zerstören, die Gärten platt machen.“

Oft werden von den Tieren nämlich die Lebensgrundlagen der Bauern zerstört. Bauern würden daraufhin oftmals Selbstmord begehen, so ein anderer Nutzer.

Die wahre Ursache für das Leiden der Elefanten sei nicht das Feuer in diesem Foto, entfacht von Menschen, die selbst in Not sind, so ein weiterer Bewohner der Gegend.

Die Schuld für dafür liegt nach Ansicht vieler bei den Planern von menschlichen Siedlungen. Der Lebensraum der Dickhäuter – die in Indien eigentlich heilig sind – wird immer weiter eingeengt. Dabei wird keine Rücksicht auf Korridore und Wanderwege für Elefanten gelegt.

Völlig unterfinanzierte Wald-Behörden und deren Mitarbeiter würden alleine gelassen damit, den unvermeidlichen Konflikt zwischen Elefanten und Menschen zu bewältigen. „Wenn wir den Elefanten keinen Platz zum Leben gönnen, wird die Natur uns keinen Platz zum Überleben lassen“, so Bittu Sahgal, Redakteur von Sanctuary Asia.

Zunehmend setzt die Forstverwaltung nun auf Elektrozäune. Sie halten Elefanten davon ab, auf die Felder zu kommen. Das sei immerhin besser, als sie mit Feuer, Fackeln, Harpunen und Pfeilen vertreiben zu wollen. Mehr Lebensraum haben sie davon aber nicht, berichtet ein weiterer Einwohner über Facebook.

Von: luk