Von: APA/dpa
Mitten zwischen frisch gebackenen Baguettes hat er sein Mischpult aufgebaut, klatscht, springt in die Höhe und animiert die Kundschaft zum Tanzen: Dorian Gamon alias “DJ Baguette” heizt an diesem Mainachmittag nicht etwa in einem Club ein, sondern in der kleinen Eckbäckerei “Le Grenier de Félix” im 15. Pariser Arrondissement. Mit orange getönter Blümchen-Sonnenbrille und dem typisch französischen weiß-blau gestreiftem Oberteil sieht Gamon nicht wie ein herkömmlicher DJ aus.
Schon vor Jahren, als er gerade einmal 15 war, hat er angefangen, Musik zu machen. Irgendwann kam ihm dann die Idee, in Bäckereien aufzulegen.”Ist das eine Disco oder eine Bäckerei?”, fragt eine belgische Touristin überrascht. Andere betreten das Geschäft direkt wippend, klatschen oder lassen sich gar ausgelassen aufs Tanzen an dem ungewöhnlichen Ort ein.
Bäckerei als Treffpunkt der Generationen
Warum gerade dort? “Weil das wirklich der Ort ist, an den alle Generationen kommen”, erklärt der DJ und fügt hinzu: “Das Brot ist in unserer französischen Kultur heilig und ich habe mir gesagt, dass man mehr geben muss als Brot, ein bisschen gute Laune. Das brauchen wir heutzutage.”
Gamon hat aus seiner ungewöhnlichen Idee eine ganze “Tour de France” gemacht, wie er es nennt. Er ist dabei vor allem in kleinen Orten unterwegs und legt in Handwerksbetrieben auf. Der DJ, der seine Gigs online bewirbt, will sich damit auch für die kleinen Betriebe starkmachen und junge Menschen animieren, dort ihr Brot zu kaufen. Auch die französische Bäckervereinigung versucht mittlerweile mit Influencern junge Kundschaft in Handwerksbetriebe zu locken.
Gamons Ziel ist es, “diese Freude in allen Bäckereien Frankreichs zu verbreiten”. An der Landesgrenze macht der Musiker aber nicht Halt. Ende Juni will er auch in Deutschland sein Mischpult aufbauen.




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