Im September machen sich die Kinder wieder auf ihren Schulweg

Führerscheinneulinge passen besonders gut auf Kinder auf

Freitag, 04. September 2026 | 06:05 Uhr

Von: importer

Mit dem Schulbeginn sind wieder mehr Kinder auf ihrem Weg zum Unterricht im Straßenverkehr unterwegs. Der ÖAMTC erinnert in diesem Zusammenhang an die besondere Verantwortung aller Verkehrsteilnehmer gegenüber Kindern. Eine österreichweite ÖAMTC-Befragung unter Führerscheinneulingen zeigt, dass junge Lenkerinnen und Lenker auf die jüngsten Verkehrsteilnehmer verstärkt Rücksicht nehmen. Fast alle Befragten gaben an, bei Kindern besonders aufmerksam zu sein.

Die Befragung wurde im Sommer in den Fahrtechnikzentren des Mobilitätsclubs durchgeführt. Insgesamt nahmen 320 Personen teil, 80 Prozent der Befragten waren höchstens 20 Jahre alt. Das teilte der ÖAMTC am Freitag per Aussendung mit.

Auch nach den größten Schwierigkeiten beim Autofahren wurden die Führerscheinneulinge befragt. “43 Prozent nennen das Einparken in enge Parklücken als größte Herausforderung. Auf Rang zwei folgt mit 29 Prozent das Fahren im Stadtverkehr mit vielen unterschiedlichen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern. Schlechtwetterfahrten und das Navigieren in starkem Verkehr teilen sich mit je 22 Prozent Rang drei”, fasste ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger die Ergebnisse zusammen.

Kinder vom Vertrauensgrundsatz ausgenommen

Der Begriff “Vertrauensgrundsatz” ist 96 Prozent der Befragten bekannt. Doch nur 63 Prozent wissen auch, was er bedeutet: Lenkerinnen und Lenker dürfen grundsätzlich darauf vertrauen, dass sich andere Verkehrsteilnehmende an die Verkehrsregeln halten. Von jenen, die den Vertrauensgrundsatz richtig erklären konnten, wussten 88 Prozent auch, dass Kinder davon ausgenommen sind. “Bei Kindern im Straßenverkehr sollte man nie auf regelkonformes Verhalten vertrauen, sondern immer bremsbereit sein, ausreichend Abstand halten und Ablenkungen vermeiden. Hier gilt: Rücksicht und vorausschauendes Fahren sind besser als Vertrauen”, betonte die Expertin.

Besonders deutlich zeigt die Befragung, wie aufmerksam junge Lenkerinnen und Lenker auf Kinder im Straßenverkehr reagieren. 98 Prozent geben an, bei Kindern in ihrer Nähe besonders aufmerksam zu sein. “64 Prozent der Befragten sind sich bewusst, dass Kinder sich unvorhersehbar im Straßenverkehr bewegen. Zum Schulbeginn gilt das ganz besonders: Viele Kinder sind erstmals oder nach den Sommerferien wieder auf ihrem Schulweg unterwegs”, so Seidenberger. “Schulanfänger sind dabei oft noch unsicher und handeln spontan. Deshalb ist in ihrer Nähe eine der Situation angepasste Fahrweise besonders wichtig”, unterstrich sie.

Mehr als ein Viertel der Befragten haben den Angaben zufolge bereits fordernde Situationen mit Kindern erlebt. Häufig geschehen diese an Kreuzungen (30 Prozent), bei Wohnsiedlungen (27 Prozent) und vor Schulen (24 Prozent). Auch auf Parkplätzen und in der Nähe von Spielplätzen berichtete rund ein Fünftel der Teilnehmenden von heiklen Begegnungen. “Gefährdungssituationen entstehen überall dort, wo Kinder unterwegs sind – auch mit Begleitung. Deshalb erfordern alle Straßenabschnitte mit sogenannten Kinderbereichen, etwa bei Schulen, Spiel- oder Sportplätzen, besonders viel Rücksicht”, sagte die Verkehrspsychologin.

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