Ergebnis der Spontanbefragung

Mehrheit sieht digitale Trinkgeld-Abfrage kritisch

Mittwoch, 16. September 2026 | 08:06 Uhr

Von: Lukas Unterkofler

Bozen – Die digitale Trinkgeld-Abfrage beim Bezahlen mit Karte kommt nicht so gut an. Das zeigt die jüngste Spontanbefragung.

Von den insgesamt rund 4.500 abgegebenen Stimmen sagten 82 Prozent, dass sie skeptisch sind und sich durch die Abfrage unter Druck gesetzt fühlen. Lediglich 18 Prozent bewerten die Möglichkeit, digital Trinkgeld zu geben, positiv und sehen darin „kein Problem“.

Damit fällt das Ergebnis deutlich aus: Für die große Mehrheit ist die Trinkgeld-Abfrage am Kartenlesegerät weniger eine praktische Neuerung als vielmehr eine unangenehme Situation beim Bezahlen. Gerade die vorgegebenen Prozentsätze und die unmittelbare Entscheidung vor dem Abschluss der Zahlung können das Gefühl verstärken, sich rechtfertigen zu müssen, wenn man kein Trinkgeld geben möchte.

Die Debatte über digitales Trinkgeld dürfte damit weitergehen. Während die Möglichkeit einer bargeldlosen Anerkennung guter Leistungen für manche praktisch ist, empfinden andere die direkte Abfrage als sozialen Druck. Die Leserbefragung zeigt jedenfalls eine klare Tendenz: Vier von fünf Teilnehmern stehen der digitalen Trinkgeld-Abfrage kritisch gegenüber.

Das kommt auch im Kommentarbereich so raus. So meint @Schimmelreiter: “Ich gebe meistens ein Trinkgeld, auf jeden Fall wen man freundlich und zuvorkommend behandelt wird. Eine ‘Aufforderung’ dazu empfinde ich fast peinlich und wie mir letztlich in Venedig passiert ist zwölf Prozent “servizio” zusätzlich fünf Euro “coperto” pro Kopf in Rechnung zu stellen eine Frechheit.”

@Eurocargo ist aus anderen Gründen skeptisch: “Zohl selten mit Bancomat. Borgeld isch wichtig und der Gegenwert isch 1 zu 1. Beim digitalen entstian Spesen , digitale Spuren usw. Die Leit welln nit verstian dass mir olle in a digitalen Knast londn, bzw. schun drinnen sein.”

Und Inimaster sieht es so: “Sobald nach Trinkgeld gefragt wird ist das automatisch 0. War selber Kellner und sowas wäre mir nie im Leben eingefallen…”

 

Bezirk: Bozen

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