In Rekordzeit in den USA zugelassen

Neues Medikament gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs macht Hoffnung

Freitag, 28. August 2026 | 07:53 Uhr

Von: Lukas Unterkofler

Washington D.C. – Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat in Rekordzeit ein neues Medikament gegen metastasierten Bauchspeicheldrüsenkrebs zugelassen.

Daraxonrasib (unter dem Markennamen Rasonque) soll bei bestimmten Patienten die Überlebenszeit deutlich verlängern und richtet sich gegen einen molekularen Mechanismus, der bei der Erkrankung eine zentrale Rolle spielt.

Die Zulassung basiert auf den Ergebnissen der Phase-3-Studie RASolute 302, die im Mai auf dem US-amerikanischen Krebskongress ASCO vorgestellt worden war und dort für große Aufmerksamkeit gesorgt hatte. An der Studie nahmen 500 Patienten teil.

In der Untersuchung erreichten Patienten, die Daraxonrasib erhielten, eine mediane Gesamtüberlebenszeit von 13,2 Monaten. In der Vergleichsgruppe mit einer Standard-Chemotherapie waren es 6,7 Monate. Auch das progressionsfreie Überleben war mit 7,2 gegenüber 3,6 Monaten deutlich länger.

Zudem sprachen 30 Prozent der Patienten auf die Behandlung an. In der Chemotherapie-Gruppe lag die sogenannte objektive Ansprechrate bei elf Prozent.

Daraxonrasib gehört zur Klasse der RAS-GTPase-Hemmer. Das Medikament blockiert das Onkogen RAS und greift damit einen Mechanismus an, der lange als kaum medikamentös behandelbar galt.

Zugelassen ist die Therapie für Erwachsene mit metastasiertem Pankreas-Adenokarzinom, die bereits mindestens eine Chemotherapie erhalten haben und für eine weitere intensive Kombinationstherapie nicht infrage kommen.

Die Einnahme erfolgt unkompliziert als Tablette einmal täglich. Behandelt wird bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder bis zum Auftreten schwerer Nebenwirkungen. Zu den häufigsten unerwünschten Wirkungen zählen Beschwerden an Haut und Schleimhäuten, darunter Entzündungen im Mund. Seltener treten Durchfall sowie schwere Lungenprobleme auf.

„Es ist ein enormer Schritt nach vorn“, sagte Studienleiterin Eileen O’Reilly vom Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York. Die Tablettenform ermögliche es den Betroffenen zudem, mehr Zeit zu Hause mit ihren Familien zu verbringen, statt für intravenöse Infusionen ins Krankenhaus zu müssen.

Bauchspeicheldrüsenkrebs zählt zu den aggressivsten Krebserkrankungen. Nur etwa 13 Prozent der Betroffenen leben fünf Jahre nach der Diagnose noch. Ein Grund ist, dass die Erkrankung häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt wird. In Italien werden jährlich rund 14.000 neue Fälle diagnostiziert.

Risikofaktoren

Zu den wichtigsten Risikofaktoren für Bauchspeicheldrüsenkrebs zählen Rauchen, starkes Übergewicht, chronische Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) und Diabetes.

Auch ein höheres Lebensalter sowie eine familiäre Vorbelastung können das Erkrankungsrisiko erhöhen. Bei einem Teil der Betroffenen spielen zudem erblich bedingte Genveränderungen eine Rolle. Als weiterer möglicher Risikofaktor gilt ein hoher Alkoholkonsum, insbesondere weil er chronische Bauchspeicheldrüsenentzündungen begünstigen kann. Bei vielen Erkrankten lässt sich allerdings kein einzelner Auslöser feststellen.

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