Werden Lehrer ausreichend geschützt?

Tabuthema: Gewalt gegen Lehrpersonen

Freitag, 18. Oktober 2019 | 08:11 Uhr

Das rosarote Bild vom Lehrerberuf hat mit der Realität wenig zu tun und doch reden viele mit, die nicht ein Jahr ihres Lebens in einer Klasse gestanden haben. Immer wieder lesen wir in der Zeitung von Gewalt gegen Lehrpersonen: Da stellt sich die Frage, ob es sich “nur” um Einzelfälle handelt oder so einiges nicht ans Tageslicht kommt.

Gewalt gegen Lehrer ist oft Tabuthema und doch lassen Schlagzeilen erahnen, dass das Thema von großer Relevanz ist. Lehrpersonen zeigen die Geschehnisse in vielen Fällen nicht an. Entsprechend hoch ist die Dunkelziffer bei der Gewalt gegen Lehrpersonen. Manchmal wird auch die Gewalt nicht erkannt. In den Schulfluren kursieren Internetfilmchen von Lehrern, und die Lehrer wissen nicht einmal davon. Doch auch Cybermobbing ist Gewalt.

Natürlich können Lehrpersonen auch Opfer von Bedrohung oder Nötigung werden. Immer wieder ist auch von gewalttätigen Eltern zu lesen, die Lehrer verbal und körperlich angreifen.

Lehrer sind sich Untersuchungen zufolge im Fall des Falles der Unterstützung durch ihre Schulleitungen nicht sicher. 60 Prozent von ihnen sehen das Thema nach wie vor als Tabuthema. Doch die Übergriffe würden zunehmen.

Von Lehrpersonen werden heute Kompetenzen erwartet, die eher zum Berufsbild eines Psychotherapeuten passen würden, doch auch dieser “behandelt” nicht 25 Personen gleichzeitig. Zudem hat dieser einen ganz anderen Ausbildungsweg hinter sich als eine Lehrperson und wird besser bezahlt.

Gewalt zu ertragen, darf weder zum Berufsbild einer Lehrkraft gehören noch zum Alltag an unseren Schulen.

Lehrpersonen müssen geschützt werden und im Falle von gewaltbereiten Schülern sollte zusätzliches Lehrpersonal in der Klasse vorhanden sein. Eine Lehrperson auf 25 Schüler ist oft Realität und wird den Anforderungen nicht gerecht.

Außerdem sollte Gewaltprävention an jeder Schule Thema sein.

Konsequenzen sollte es im Falle von Gewalt gegen Lehrern, sei es physischer oder verbaler, immer geben. Betreffende Schüler und das Elternhaus müssen begreifen, wo die Grenze des Unüberschreitbaren liegt und Wiedergutmachung leisten. Zudem sollten umgehend Sozialdienste und dergleichen aktiviert werden, wenn die Alarmglocken läuten.

Die Schule ist ein Ort, an dem ein respektvolles Miteinander gelebt und gelernt wird. Eine fehlende Wertschätzung gegenüber den Lehrerinnen und Lehrern und gegenüber der Institution Schule dürfen nicht hingenommen werden. Das Unentschuldbare ist nicht zu entschuldigen. Das sind wir den Lehrpersonen schuldig.

Von: bba

Kommentare

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26 Kommentare auf "Tabuthema: Gewalt gegen Lehrpersonen"


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Buddy
Buddy
Grünschnabel
25 Tage 10 h

Lehrkräfte   sind  durch   Gesetze   der   Demokratie   zu   Freiwild   gemacht
worden.   Das   machen sich   einige missraten Schüler   mit   ihrem    ach   so    tollen   Elternhaus       zu   Nutze.

Staenkerer
25 Tage 2 h

und leider kriegn se a koane rückendekung von de dirktorn und schulleiter! de schule soll koan schlechtn ruf kriegn, also werd gschwiegn, untern teppich gekehrt und von onzeign obgsechn!
a anzeige und de darauffolgende konfrontation mit de polizisten kanntn vieleich decht ba einige frotzn und deren eltern a nochdenkn, umdenkn bewirkn! ober naaaa…. man schweigt lieber!

Buddy
Buddy
Grünschnabel
25 Tage 32 Min

@Staenkerer
Stimmt, warum sich Probleme machen. Besser nichts hören und nichts sehen.

OrB
OrB
Universalgelehrter
24 Tage 11 h

@Buddy
Typisch südtirolerisch, alles untern Tisch kehren und nach außen die besten vorspielen.

Buddy
Buddy
Grünschnabel
24 Tage 3 h

@OrB
haben Sie etwas gegen Südtirol?
Diese Anzeichen gibt es leider überall.

zockl
zockl
Superredner
25 Tage 9 h

bei der Vorstellung Pauker zu sein wird mir grau vor Augen – Schüler, die heuer nur noch dumm, frech und leistungsunwillig sind – und dafür natürlich eine Eins wollen – insbesondere, wenn sie freitags Schule schwänzen. Lehrer tun mir leid

Lucifer_Morningstar
Lucifer_Morningstar
Grünschnabel
25 Tage 4 h

Wenn se lei olle noten kriagen tatn in dr schual:
De werdn in dr schual jo oft nit mol meahr benotet, weils scheinbor net richtig isch und dr schwoche gschützt werdn muas um net depresiv zu werden oder so. Schun lei sell sog olles aus…

Martha
Martha
Superredner
25 Tage 5 h

und wie war es bis vor 30 Jahren ???-Schläge mit einen Stock,Watschen und Erniedriegung war an der Tagesordnung,alles selber miterlebt,—jeder hat es stillschweigend zu gelassen !!!!—-so manche sollten heute in ihrer Pension zur Rechenschaft gezogen werden !!!

Staenkerer
25 Tage 2 h

bis vor 30 johr????
meine kinder sein sem schn schuale gonge, von watschn, prügel, ernidrigungen wor sem (ba ins) schun long nix mehr ummer gwesn, ober respekt vor de lehrpersonen wor sem no a selbstverständlichkeit! a nochsitzn und strofaufgobe als “strofe” wurde von dahoam nit torpediert, im gegentoal, es folgte dort no a zusätzliche strofe!

Black-Mamba
Black-Mamba
Grünschnabel
23 Tage 13 h

@ Martha, auch ich bin vor 35 Jahren zur Schule gegangen, weiß nichts von Watschen oder Erniedrigungen….aber einen “gesunden” Respekt vor dem Lehrpersonal haben wir noch gehabt, das sucht man heute vergebens. Versuch mal einen Schüler (wenn auch gerechtfertigt) zu bestrafen so dass es auch im “übertragebnen Sinne weh tut” damit er endlich kappiert dass man zB. nicht andere Mitschüler mobbt…..du wirst sehen dass aufgebrachte Eltern auf der Matte stehen um den Lehrer zur Rechenschaft zu ziehen statt den eigenen “Rotzlöffel” auf die Finger zu klopfen wie es sich eigentlich gehören würde……. alles schon mitterlebt!!

Neumi
Neumi
Kinig
25 Tage 9 h

Wir könnten die Lehrer auch bewaffnen. Nichts verschafft einem in einer Klasse von Zweitklässlern mehr Respekt als eine 357er Magnum.

Jetzt, wo ich’s geschrieben habe, klingt es dann doch nicht mehr so sinnvoll. Vielleicht sollte auch mal ein anderer seine Ideen niederschreiben, bevor er sich entschließt, damit an die Presse zu gehen.

Staenkerer
25 Tage 2 h
früher, i red von vor dreißig johr, also long noch der prügelära, hobn sich de eltern nit in den unterricht eingemischt, eltern des interessierte ersahen de leistngen von de hefte und de schularbeitn und nahm des zum loben oder ermahnen, in rest hot man ba de sprechstundn derfrog, und drauf reagiert! heit gien de eltern ba der schual in ind aus, und bestimmen sem a no wie ihr-e prinz-essin zu behondeln und benoten isch! allso: de lehrer hobn koan einfluß auf erziehung, de sein heit bessre kindermadlen de spurn wie gepfiffn werd, und zwor IM NAMEN DES GESETZES!!!! fazit: viele… Weiterlesen »
Fahrenheit
Fahrenheit
Tratscher
25 Tage 37 Min

@Staenkerer
Es wird aber heutzutage auch von der Schule dauernd eine “Mitarbeit” der Eltern verlangt. Die dürfen/sollen Stunden in der Schule gestalten, müssen bei Hausaufgaben helfen, sollen Begleitpersonen bei Ausflügen sein und “den Schulalltag mitgestalten”. Früher (ich rede von vor ca. 20-35 Jahren, NACH der Zeit der körperlichen Züchtigungen vonseiten der Lehrer und Eltern und VOR der Helikopterelternzeit) hat die Schule die Eltern “in Ruhe gelassen” und umgekehrt. Kinder und Lehrer haben Konflikte untereinander ausgemacht, und es hat geklappt! Schade, dass das heute anders ist!

saslong
saslong
Neuling
25 Tage 8 h

da geht vieles vom Elternhaus aus, wenn sich die Eltern zu viel in der Schule einmischen von wo die wenig Ahnung haben. schule und Elternhaus sollten an einem Strang ziehen. aber wenn daheim alles nachgegeben wird,ist es verständlich dass in der Schule Gewalt herrscht. die Lehrer haben es wirklich nicht leicht. die sind dazu da Wissen zu vermitteln die Erziehung ist Elternsache.

josef.t
josef.t
Tratscher
25 Tage 6 h

Richtig; Eltern und LehrerInn sollen nicht “Gegeneinander”
sein, wodurch die meisten Probleme vermieden werden
könnten !
Wer den Beruf PädagogeIn wählt, sollte “Psychologie”, was
bei der Erziehung, eigentlich das etwas vom “Wichtigsten” ist,
von Natur aus mitbringen, was auch für das Elternhaus gilt ?

Fahrenheit
Fahrenheit
Tratscher
25 Tage 32 Min

Die Erziehung ist AUCH Sache der Lehrer. Das sind ausgebildete Pädagogen, die unsere Kinder zum richtigen Verhalten in der Schule anleiten sollen. Konflikte mit Mitschülern und Lehrern (die es natürlich immer geben wird) können Eltern zuhause nicht lösen. Nur leider sind diese “Pädagogen” heute oft wenig sensibel für menschliche und zwischenmenschliche Probleme unter Schülern. Es wird zu viel bestraft und geschimpft anstatt geredet und erklärt. In dieser Hinsicht hatte ich ein Riesenglück mit meinen Lehrern.

marher
marher
Superredner
25 Tage 9 h

Muss man die Schulen und Leher auch schon bald mit Videokameras ausstatten? In welcher aggresiven Welt Leben wir eigentlich? Mitschuld ist sicher auch das Handy, das Internet.

joe02
joe02
Superredner
25 Tage 6 h

Mir hätten ins des friher nia gitraut!! Sem het’s dahoam no oane hinter die löffl gebn!!!!

puck
puck
Neuling
25 Tage 7 h

…konnte leider selbst miterleben wie stiefmütterlich eine Lehrperson in Jenesien von der Schulleitung und dem deutschen Schulamt behandelt wurde, mit weitreichenden Folgen für die Betroffene! Da liegt auch in Südtirol einiges im argen – kompliment an den Verfasser(in) des Artikels!!!

barbastella
barbastella
Superredner
25 Tage 5 h

Der Lärmpegel ist teilweise bei den Pausen eine Zumutung .

Fahrenheit
Fahrenheit
Tratscher
25 Tage 44 Min

Wenn mehrere Kinder auf einem Haufen sind, ist und war der Lärmpegel immer hoch. Das weiß jeder Pädagoge (Lehrer/Kindergärtner) schon bevor er seinen Beruf ergreift, da erbarmt mir keiner. Das Thema Unverschämtheit und Gewalt von Schülern und die Machtlosigkeit der Lehrer ist allerdings ein großes Problem!

barbastella
barbastella
Superredner
24 Tage 23 h

@Fahrenheit
iIm Außenbereich ist es klar, dass die Kinder rumtoben können, ist auch richtig so, aber im Schulhaus oder wenn die Pause innen gemacht wird wegen Regen(möchten Eltern so, sie könnten sich ja erkälten), dann ist das Geschrei eine Zumutung. Früher konnten die Schüler sich benehmen und folgten auch der Lehrperson.

Reitiatz
Reitiatz
Tratscher
25 Tage 1 h

iatz jammrt lai it dia schialr dias liebr hobs teats a olbm bevourzugn, unt mit dias it megs schimpfts olbm

Jango88
Jango88
Grünschnabel
24 Tage 22 h

genau reitiatz, do bini dai Meinung.

Grisu
Grisu
Tratscher
24 Tage 21 h

Ich glaube nicht, dass dieses Argument hier angemessen ist. Kenne genügend Lehrpersonen, welche immer wieder beklagen, dass sie von Eltern mit extremen Mitteln unter Druck gesetzt werden, obwohl sie nur nach den allgemein gültigen Kriterien vorgehen. Mögen oder nicht mögen-das spielt schon lange keine Rolle mehr, dafür gibt es an den Schulen von heute schon gar nicht mehr die Zeit.

thomas
thomas
Universalgelehrter
25 Tage 5 h

es braucht eine Impfung, die Gewalt vorbeugt

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