Bericht über Winterhalbjahr November 2025 bis April 2026 vorgestellt

Arbeitsmarkt wächst leicht – vor allem wegen auswärtiger Arbeitskräfte

Dienstag, 16. Juni 2026 | 13:07 Uhr

Von: mk

Bozen – Der Südtiroler Arbeitsmarkt zeigt im Zeitraum November 2025 bis April 2026 eine insgesamt stabile Entwicklung mit moderatem Wachstum. Dieses ist allerdings vor allem auf auswärtige Arbeitskräfte zurückzuführen. Zur noch besseren Aktivierung des bereits ansässigen Arbeitskräftepotenzials, zur Fachkräftesicherung und zur Abfederung der Folgen der Pensionierungswellen soll die Arbeitsmarktstrategie AM#S²2030 wesentlich beitragen, betont Arbeits-Landesrätin Magdalena Amhof im Rahmen der Pressekonferenz am 16. Juni.

„Südtirols Arbeitsmarkt ist weiterhin robust, aber die Dynamik verändert sich: Im Winterhalbjahr 2025/26 hat die Beschäftigung im Vergleich zum vorherigen Winter um 1,9 Prozent zugenommen und liegt damit im Durchschnitt der letzten 15 Jahre“, berichtete  Amhof, die den neuesten Arbeitsmarktbericht mit dem Direktor der Abteilung Arbeitsmarktservice, Stefan Luther, vorstellte. Besonders stark fiel das Wachstum im Gastgewerbe (+6,1  Prozent) aus, während das verarbeitende Gewerbe (+0,9  Prozent) und das Bauwesen (+0,8 Prozent) moderater zunahmen.

Wachstum ist auf nicht ansässige Arbeitskräfte zurückzuführen

Auffällig ist die unterschiedliche Entwicklung nach Herkunft: Die Zahl der ausländischen Beschäftigten stieg um 6,7 Prozent, während jene der Inländerinnen und Inländer um 0,9 Prozent zunahm. Besonders stark wuchs die Beschäftigung bei Personen ohne Wohnsitz in Südtirol. “Das Beschäftigungswachstum wird vor allem von Arbeitskräften von außerhalb Südtirols getragen, somit sind wir unserem Ziel, das bereits in Südtirol ansässige Arbeitskräftepotenzial verstärkt zu aktivieren, insbesondere Frauen und Jugendliche, noch nicht wirklich näher”, räumt Amhof ein.

Ziel: Erwerbstätigenquote auf 83 Prozent steigern

Die Registerarbeitslosenquote liegt im analysierten Zeitraum bei 7,2 Prozent, während die ISTAT-Arbeitslosenquote mit 1,6  Prozent weiterhin auf sehr niedrigem Niveau bleibt. Der durchschnittliche Bestand an gemeldeten Arbeitslosen beträgt rund 18.200 Personen (+0,1  Prozent), was auf eine stabile, aber verbesserungswürdige Lage hinweist. Die Erwerbstätigenquote der 20- bis 64-Jährigen hat nun 80 Prozent erreicht und soll bis 2030 auf 83 Prozent steigen.

Einkaufszentren wirken sich unterschiedlich auf Beschäftigung aus

Eine detaillierte Analyse hat die Arbeitsmarktbeobachtung in Bezug auf die Beschäftigungswirkung der Einkaufszentren vorgenommen. “Dabei hat sich etwa gezeigt, dass die Eröffnung der Einkaufszentren in Bozen keine negativen Auswirkungen auf Beschäftigung im Handel in der Gemeinde hatte; rechnet man in Meran und Algund hingegen die beiden Einkaufszentren raus, dann sinkt die Beschäftigung im Handel”, erklärte Luther. In der Gemeinde Brenner haben die Errichtung und die Erweiterung des dortigen Einkaufszentrums zu einem starken Beschäftigungswachstum im Handel beigetragen. Der hohe Anteil an derzeit befristeten Arbeitsverträgen im WaltherPark sollte sich mittelfristig auf etwa 30 Prozent reduzieren, wie es auch beim Twenty der Fall gewesen ist, analysierte Luther.

Arbeits-Landesrätin Magdalena Amhof betont abschließend: „Der Arbeitsmarkt in Südtirol zeigt sich weiterhin robust und dynamisch. Gleichzeitig sehen wir klar, dass wir das vorhandene Arbeitskräftepotenzial noch stärker aktivieren und bestehende Unterschiede gezielt abbauen müssen.“ Genau hier setze das Strategiepapier zur aktiven Arbeitsmarktpolitik bis 2030, das die Landesregierung vor Kurzem verabschiedet hat, an.

Bezirk: Bozen

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