EU nimmt dies zur Kenntnis

China leitet Anti-Dumping-Untersuchung gegen Chemikalien ein

Sonntag, 19. Mai 2024 | 14:40 Uhr

Von: APA/dpa

Chinas Handelsministerium hat eine Anti-Dumping-Untersuchung gegen bestimmte Chemikalien aus der EU, den USA, Japan und Taiwan eingeleitet. Wie das Ministerium am Sonntag mitteilte, handelt es sich bei den betroffenen Chemikalien um “copolymerisiertes Paraformaldehyd”, welches “Kupfer, Zink, Zinn, Blei und andere metallische Werkstoffe teilweise ersetzen” könne und unter anderem in Automobilteilen, elektrischen Geräten und Industriemaschinen verwendet wird.

Unter Dumping versteht man im Außenhandel, dass ein Produkt unter dem Herstellungspreis veräußert wird, was gegen Handelsregeln verstößt. Die Untersuchung soll innerhalb eines Jahres abgeschlossen sein, könne jedoch “unter besonderen Umständen” um weitere sechs Monate verlängert werden, hieß es.

Ein EU-Sprecher sagte am Sonntag auf Anfrage in Brüssel, die Europäische Kommission nehme diese Entscheidung der Volksrepublik China zur Kenntnis. “Wir werden nun den Inhalt der Untersuchung sorgfältig prüfen, bevor wir über die nächsten Schritte entscheiden.” Die EU-Kommission erwarte, dass diese Untersuchung in vollem Umfang mit allen einschlägigen Regeln und Verpflichtungen der Welthandelsorganisation (WTO) in Einklang stehe.

Die Maßnahme der chinesischen Regierung wird von Experten als Gegenreaktion auf die jüngsten Handelsstreitigkeiten mit dem Westen gewertet. So hat US-Präsident Joe Biden vergangene Woche unter anderem Sonderzölle von 100 Prozent gegen Elektroauto-Importe aus China verhängt. Die EU untersucht derzeit selbst, inwiefern China den Markt für E-Autos verzerrt. Eine Entscheidung, ob die EU etwa Strafzölle erhebt, steht noch aus.

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