Von: mk
Bozen – Mit der neuen EU-Richtlinie zur Entgelttransparenz (EU 2023/970), welche am 7. Juni 2026 in Italien in Kraft getreten ist, kommen auf Arbeitgeber verbindliche Anforderungen zu. Die neuen, kompakten E-Learning-Videos des WIFI, der Service für Weiterbildung und Personalentwicklung der Handelskammer Bozen, vermitteln einen Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingungen und geben praktische Tipps für die Gestaltung geschlechtergerechter Stellenanzeigen.
Am 7. Juni 2026 ist die neue EU-Entgelttransparenzrichtlinie in Kraft getreten. Sie verfolgt das Ziel, den Grundsatz des gleichen Entgelts für Männer und Frauen bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit zu stärken, die Gleichstellung in der Arbeitswelt zu fördern und Diskriminierungen zu verhindern. Öffentliche und private Arbeitgeber sind nun verpflichtet, mehr Transparenz bei der Entlohnung zu schaffen und Benachteiligungen im gesamten Einstellungsprozess, von der Stellenausschreibung über das Auswahlverfahren bis hin zur Entlohnung, zu vermeiden.
Für Unternehmen bringt dies neue Anforderungen mit sich. Die Handelskammer unterstützt Betriebe deshalb mit einem kostenlosen E-Learning-Angebot bei der Vorbereitung und der Umsetzung der neuen Vorgaben. Im ersten Teil des E-Learning beleuchtet Luca Filippi, Vizegeneralsekretär der Handelskammer Bozen, die rechtlichen Rahmenbedingungen der neuen Richtlinie. Die Teilnehmenden erhalten einen Überblick über die Pflichten, den Zeitplan und die Fristen.
„Die neuen Regelungen stellen Unternehmen vor neue Herausforderungen, bieten aber gleichzeitig die Chance, faire und transparente Strukturen zu schaffen. Wer sich frühzeitig mit den Anforderungen auseinandersetzt, kann Rechtssicherheit gewinnen und aus einem Pflichtprogramm einen Wettbewerbsvorteil machen“, erklärt Luca Filippi.
Der zweite Teil des E-Learnings widmet sich der geschlechtergerechten Gestaltung von Stellenanzeigen. Gleichstellungsrätin Brigitte Hofer zeigt auf, wie bereits die Formulierung eines Jobtitels dazu beitragen kann, Barrieren abzubauen und mehr Chancengleichheit zu schaffen. Stereotype Rollenbilder und unausgesprochene Erwartungen beeinflussen nach wie vor, wer sich auf bestimmte Stellen bewirbt und welche beruflichen Wege Menschen einschlagen. Zudem stellt sie den Leitfaden „Gleichstellung beginnt beim Jobtitel“ vor, den sie gemeinsam mit der Handelskammer Bozen und Eurac Research erarbeitet hat.
„Gleichstellung beginnt oft bei den ersten Worten einer Stellenanzeige. Geschlechtergerechte und diskriminierungsfreie Formulierungen helfen dabei, alle Talente anzusprechen und gleiche Chancen von Anfang an zu fördern“, betont Brigitte Hofer.
Das E-Learningangebot ist kostenlos, aus organisatorischen Gründen ist eine Anmeldung über die Internetseite des WIFI erforderlich. Es handelt sich um eine Kooperation des WIFI mit dem Service EEN – Enterprise European Network der Handelskammer Bozen und der Gleichstellungsrätin der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol.




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