Von: Redaktion Südtirol News
Bozen/Innsbruck – Die Eduard-Wallnöfer-Stiftung der Industriellenvereinigung Tirol hat auch heuer wieder mit Unterstützung des Unternehmerverbandes Südtirol und der Stiftung Südtiroler Sparkasse innovative und gesellschaftlich relevante Forschungs- und Studienprojekte aus Nord- und Südtirol prämiert.
Ziel der Stiftung ist die Förderung von Wissenschaft und Innovation, die einen gesellschaftlichen Mehrwert schaffen. Im Mittelpunkt stehen Ideen, die aktuelle Herausforderungen lösen und damit die Weiterentwicklung des Landes nördlich und südlich des Brenners aktiv mitgestalten. Die Preise sind jeweils mit 10.000 Euro dotiert.
Gemeinsame grenzüberschreitende Innovationsförderung
Die Auszeichnungen der Eduard-Wallnöfer-Stiftung, die auch vom Unternehmerverband Südtirol mitfinanziert werden, gingen heuer an zwei zukunftsweisende Forschungsprojekte: ein medizinisches Protokoll, dass den Erhalt und die Regeneration von Spenderlebern ermöglicht und eine Dissertation, die die Wirkungen von Maßnahmen auf die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten untersucht.
Die Preisträger:innen empfingen die Auszeichnungen heute im Rahmen der Verleihung der Eduard-Wallnöfer-Preise 2026 in Anwesenheit von Alexander Rieper, Präsident des Unternehmerverbands Südtirol, Tirols Landtagspräsident Jakob Wolf und Wirtschaftslandesrat Mario Gerber sowie Gabriele Crepaz, Mitglied des Verwaltungsrates der Stiftung Südtiroler Sparkasse, im Gasthof Sailer in Innsbruck.
„Als Unternehmerverband Südtirol ist es uns ein wichtiges Anliegen, junge Menschen zu motivieren, mit ihren Ideen und Kompetenzen die Zukunft unseres Landes und unserer Gesellschaft aktiv mitzugestalten. Deshalb wollen wir herausragende Leistungen anerkennen und wissenschaftliche Innovation fördern. Die diesjährigen prämierten Arbeiten zeigen eindrucksvoll, wie Forschung konkrete Antworten auf zentrale Herausforderungen unserer Zeit liefern kann – von der Gesundheit bis zur Integration. Beide Projekte verbinden wissenschaftliche Exzellenz mit einem hohen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Mehrwert“, unterstrich der Präsident des Unternehmerverbandes Südtirol, Alexander Rieper.
Die Siegerprojekte 2026
Kategorie Wissenschaft und Technik – „Von der Organerhaltung zur Organregeneration: Sieben Tage Perfusion außerhalb des Körpers“: An der Medizinischen Universität Innsbruck hat ein Team, bestehend aus Julia Hofmann, Christina Bogensperger, Thomas Resch, Theresa Hautz und Stefan Schneeberger, ein medizinisches Protokoll entwickelt, das es erlaubt Spenderlebern bis zu einer Woche außerhalb des Körpers zu erhalten. Das Protokoll ist mit einem bereits klinisch zugelassenen, kommerziell erhältlichen Perfusionsgerät möglich. Durch das neu entwickelte Protokoll können Spenderorgane bis zu sieben Tage außerhalb des Körpers erhalten werden. Bisher war ein Erhalt von circa 24 Stunden im klinischen Rahmen üblich. Dadurch könnten qualitativ grenzwertige Spenderorgane künftig nicht nur besser erkannt, sondern auch gezielt regeneriert und therapiert werden. Ein Patent für diese Neuentwicklung wurde bereits erteilt.
Kategorien Gesellschaft, Geist und Zukunft – „Refugees’ Labor Market Integration in Austria“: Wie gelingt die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten und welche Rolle spielen dabei Arbeitsplätze, Ausbildung und Sozialleistungen? Dieser Frage geht die an der Universität Innsbruck entstandene Dissertation von Valentin Wett nach. Die Ergebnisse zeigen, dass frühe und qualifizierende Beschäftigungschancen ein wesentlicher Hebel für langfristigen Arbeitsmarkterfolg sind. Ein früher Zugang zu einer Lehre in Mangelberufen verbessert die Erwerbsverläufe nachhaltig. Ein aufnahmefähiger Arbeitsmarkt beeinflusst zudem, ob Geflüchtete in der zugewiesenen Region bleiben. Die Höhe der Sozialleistungen hat dagegen nur einen geringen Einfluss auf Beschäftigung und Verbleib.
Eduard-Wallnöfer-Stiftung
Die Eduard-Wallnöfer-Stiftung wurde 1978 als Geschenk der Tiroler Industrie zum 65. Geburtstag des ehemaligen Landeshauptmannes Eduard Wallnöfer gegründet. Seit Bestehen konnten über 370.000 Euro an Preisgeldern vergeben werden. Das Stiftungskapital stammt von der Industriellenvereinigung Tirol und wurde im Jahr 2003 durch die Stiftung Südtiroler Sparkasse erweitert. Die Stiftung Südtiroler Sparkasse und der Unternehmerverband Südtirol stellen gemeinsam die Preisgelder.




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