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Elektro, Gas, Benzin, Diesel und Hybrid: Die Ökobilanz der Autos

Freitag, 04. Mai 2018 | 08:06 Uhr

Bozen – “Südtirol hat eine klare Schwäche bei Emissionen von Treibhausgasen und Stickstoffdioxid. Dazu trägt der Verkehr auf der Brennerachse einen Großteil bei, doch auch der hausgemachte Verkehr an den verkehrsreichen Achsen unserer Städte, von Arbeitsmaschinen und öffentlichem Verkehr führt maßgeblich zu gesundheits- und klimabelastenden Emissionen. Sehr gerne wird dabei die Eigenverantwortung der Verbraucher ins Feld geführt, deren Verantwortlichkeit angeregt werden soll”, schreibt die Verbraucherzentrale. “Doch: leicht kommen Verbraucherinnen und Verbraucher nicht an die notwendigen Informationen. Autokäufer berichten uns, dass beim Autohändler Umwelt- und Emissionsaspekte leicht vom Tisch gewischt werden. Im Internet finden sich unendlich viele, auch widersprüchliche Angaben.”

“Inzwischen setzt die Politik – und verbal auch immer mehr Autohersteller – auf Elektrofahrzeuge, die im Gegensatz zu Autos mit Verbrennungsmotoren lokal emissionsfrei fahren können. Doch ist das wirklich umweltfreundlich? Denn beim Bau des Autos, der Batterieherstellung oder Stromerzeugung entstehen ebenfalls CO2-Emissionen. Der ADAC hat nun erstmals eine umfassende CO2 Bilanz aller Antriebsarten von Autos vorgelegt. Das Ergebnis:Es gibt keinen Antrieb, der generell die beste Klimabilanz aufweist. Und: Das Elektroauto ist nicht immer besonders klimafreundlich”, so die VZS.

Wie wurde gerechnet?

Doch wieviel CO2 entsteht insgesamt bei Produktion/Recycling des Fahrzeugs, der Kraftstoff- und Strombereitstellung sowie beim Fahren selbst? Auch im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor? “Irgendwo nachschlagen ging nicht: Es gibt keine fertigen Berechnungen aktueller Modelle. Deshalb tat sich der ADAC mit dem Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg zusammen, um die Daten der gängigen Antriebstechniken zu sammeln und auszuwerten. Um die Umweltfreundlichkeit eines Antriebs bewerten zu können, müssen alle notwendigen Energieaufwendungen über den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs berechnet werden, der mit 150.000 Kilometern Laufleistung ansetzt wurde”, so die VZS.

Es gibt keinen Antrieb, der generell am besten ist

“Was in der Klimabilanz zur ökologischen Vollständigkeit fehlt, ist eine Betrachtung der gesamten Luftschadstoffe und des Ressourcenbedarfs an Rohstoffen (wie Lithium oder seltene Erden), an Wasser und Nutzungsflächen. Das wichtigste Ergebnis der ADAC Klimabilanz: Es kann keine pauschale Aussage getroffen werden, welche Antriebsart generell die beste CO2-Bilanz aufweist. Und: Das Elektroauto ist nicht immer besonders klimafreundlich! Seine CO2-Bilanz wird durch die hohen CO2-Emissionen bei der Batterieproduktion und Strombereitstellung bestimmt. Es gilt: Je größer die Batterie und der Verbrauch, desto ungünstiger ist die CO2-Bilanz der Modelle. Deshalb hat bei stärker motorisierten Fahrzeugen der Diesel klimatisch klar die Nase vorn”, so die VZS.

Bei Kompakt- und Kleinwagen gewinnt das Elektroauto

“Gut schneidet das Elektroauto in der unteren Mittelklasse ab: 51 g CO2/km weniger als der Benziner sind eine Hausnummer. Und auch bei den Kleinwagen gewinnt der Stromer die Klimawertung, aber hier ist der Vorsprung zu Diesel, Benzin und Hybrid knapper. Allerdings: Wenn Elektroflitzer mit kleineren Batterien, als Zweit- oder Stadtfahrzeug genutzt, fahren und so nur eine Gesamtlaufleistung von 50.000 km erreichen, sind sparsame Autos mit Verbrennungsmotor klimafreundlicher unterwegs. Gegenüber dem Benziner läge der Amortisationspunkt bei 80.000 km und gegenüber dem Diesel bei 111.000 km”, so die VZS.

Klimabilanz Untere Mittelklasse (Kompaktwagen)

“In der Kompaktklasse hat das Elektroauto auch bei Nutzung des deutschen Strommix mit 150 g CO2/km bei 150.000 km Laufleistung die beste CO2-Bilanz, knapp vor dem Plug-in-Hybrid und Hybrid. Erdgas (174 g/km), Diesel (186 g/km) und Autogas (188 g/km) folgen. Der inzwischen meistverkaufte Benzinmotor hat mit 201 g CO2/km die schlechteste Ökobilanz der gängigen Antriebsarten, die in dieser Fahrzeugklasse alle zu kaufen sind”, so die VZS.

Klimabilanz Obere Mittelklasse

“Bei den großen Autos zeigt der Diesel mit 33.000 kg CO2 nach 150.000 km (= 219 g CO2/km) die mit Abstand beste CO2-Bilanz. Das Elektroauto (277 g CO2/km) schneidet wegen der großen Batterie (mehr CO2 bei der Produktion) und dem hohen Stromverbrauch schlechter ab. Erst mit Nutzung von 100 Prozent regenerativem Strom wäre die Bilanz besser”, heißt es weiter.

Hintergrund: So setzt sich der deutsche, italienische und südtiroler Strommix zusammen


Für die VerbraucherInnen des freien Strommarktes mit der Option „Grüne Energie“ist die Zusammensetzung des Mix der Primärenergieträger bezogen auf die Strombeschaffung zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien. Jedoch: wer privat „Ökostrom“ kauft, zapft jedenfalls immer aus dem Strommix.

Fazit aus Sicht der VZS

Der Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS), Walther Andreaus sagt dazu: „Elektroautos gelten als Hoffnungsträger. E-Mobile verursachen im Gegensatz zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren während der Fahrt keine Emissionen, allerdings wird beim Bau der Autos, bei der Batterieherstellung und bei der Erzeugung des Fahrstroms CO2 freigesetzt, das in die Klimabilanz einfließt. Die Vergleichsstudie lässt den Schluss zu, dass vor allem bei unserem besseren Energiemix in Südtirol Elektroautos in vielen Fällen eine gute, weil umweltfreundliche Wahl für VerbraucherInnen sind. Hingegen ist die aktuelle Ankaufsprämie von 4.000 Euro auf den standardisierten Listenpreis von Elektroautos, also 2000 Euro vom Land und 2000 Euro von den Autohändlern keine Lösung um es aus der Nische zu holen. Denn Elektroautos sind für die meisten VerbraucherInnen viel zu teuer und wenig attraktiv. Bei den hohen Neuwagenpreisen verpufft die Prämie viel zu leicht oder löst einen reinen Mitnahmeeffekt aus. Für den Markterfolg sind die Hersteller verantwortlich,“ sagt abschießend der Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Südtirol.

Hier findet ihr alle detaillierten Ergebnisse der ADAC Studie zur Ökobilanz.

 

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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16 Kommentare auf "Elektro, Gas, Benzin, Diesel und Hybrid: Die Ökobilanz der Autos"


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super
super
Grünschnabel
23 Tage 17 h

Nicht representativ für Südtirol, da wir nicht den gleichen Strommix wie Deutschland haben!

Mistermah
Mistermah
Universalgelehrter
23 Tage 16 h

hier einmal eine statistik (leider schon älter) wieviel strom (kommt dann auch aus kohlekraftwerken) eine raffinerie zur treibstoffherstellung verbraucht.
http://www.nationmaster.com/country-info/stats/Energy/Electricity/Consumption-by-petroleum-refineries
mit dieser strommenge kannst du aber millionen eautos betreiben und zusätzlich strom zu erzeugen.

a sou
a sou
Tratscher
23 Tage 14 h

Südtirol verkauft Spitzenstrom (Wasserkraft) und kauft billigen Atomstrom aus z.B. Frankreich…. nur so zur Info 😉 

super
super
Grünschnabel
23 Tage 10 h

@a sou Ich weiß. Aber ein sehr großer Teil bleibt Strom aus Wasserkraft!

Dublin
Dublin
Kinig
23 Tage 15 h

…alles nur ein Trick der Industrie, damit wir unsere fahrtüchtigen Autos verschrotten, um irgendwas Neues zu kaufen… 😂

olter
olter
Grünschnabel
23 Tage 14 h

Würde sagen ja und nein

Mistermah
Mistermah
Universalgelehrter
23 Tage 12 h

nicht nur autoindustrie! denkt mal an die besteuuerung der treibstoffe. ohne diese täglichen einnahmen gehen die staaten nach einer woche bankrott. wie willst du diese einnahmen über den strom kompensieren, ohne den strom für den haushalt bzw industrie, gewerbe in die höhe zu schrauben. woher willst du wissen für was der strom gebraucht wird. hier liegt für mich der hund begraben. ein system, dass gewährleistet den autofahrer weiter gleich zu melken.

iuhui
iuhui
Universalgelehrter
23 Tage 15 h

ich hoffe auf der Technik der zukünftigen Batterien und e-Autos, denn diese produzieren keine Abgase wärend der Fahrt: in letzter Zeit ist es wirklich krankhaft entlang einer Strasse zu spatzieren!

Sag mal
Sag mal
Universalgelehrter
23 Tage 13 h

der Mensch weiss nicht mehr wie schön es wäre ohne Motorenlärm und Gestank.

Mistermah
Mistermah
Universalgelehrter
23 Tage 16 h
bin die studie mal schnell durchgegangen. sehr verwirrend … auch die berechneung von treibstoff zum tank ist sehr fragwürdig. zudem nimmt man z.t werte von 2013. auch der kraftstoffverbrauch von den fahrzeugen ist fraglich. autobahnkm bei 90? 110? stadtverkehr? trotz allem schneidet das elektrofahrzeug schon jetzt durchwegs besser ab. entscheidend für mich ist eben das entwicklungspotential. bei diesel und benzin ist es nach 120 jahren ausgeschöpft. bei der batterie (lithium ionen batterien sind schon bald geschichte) und deren effizienz sind wir noch in den kinderschuhen. auch haben wir in der energiegewinnung noch lange nicht den durchbruch geschafft. auch dort werden noch… Weiterlesen »
SilverLinings
SilverLinings
Grünschnabel
23 Tage 14 h
Eine Statistik die der ADAC gemacht hat kannste eh vergessen. Die hängen genauso an der deutschen Automobilindustrie wie die deutsche Politik und die Herausgeber von Autofachzeitschriften (ist übrigens in Italien genauso).  Einfach mal SELBER DENKEN und überlegen wie viel kW/h Strom man  täglich für seine Fahrt zur Arbeit und zum einkaufen benötigen würde (nicht für die einmalige Fahrt in den Urlaub) und diesen Wert mal mit einer normalen Waschmaschine, Backofen oder Staubsauger vergleichen. Zumindest in meinem Fall verbrauchen diese Geräte mehr Strom am Tag als das E-Auto für den normalen Pendler. Und dass wir unseren eigenen Strom aus Wasserkraft ins… Weiterlesen »
bern
bern
Superredner
23 Tage 16 h

Ich habe eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, dir reicht noch für weitere 5 Elektroautos. Wer will einen Teil meines guten Gewissens? Wir gesagt, fünf sind noch frei.

Willi
Willi
Tratscher
23 Tage 16 h

soll Bozen amol mitn künstlich erzeugten pendlerstau aufraumen…

ITler
ITler
Tratscher
23 Tage 16 h

In Südtirol ist der Strom auch viel zu teuer! Besser über die Grenze fahren um zu tanken. Nur geht das bei den Stromern nicht so einfach wie bei den Verbrennern!

olter
olter
Grünschnabel
23 Tage 17 h

Wir haben bei uns nen anderen strommix als in Deutschland also is der Artikel für uns uninteressant wie ein Kropf

nok
nok
Grünschnabel
23 Tage 15 h

weder noch, zurück in die Steinzeit!!!

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