Arbeitsmarktbeobachtung zieht erste Bilanz

Entgelttransparenz: Über die Hälfte der Stellenangebote korrekt

Mittwoch, 09. September 2026 | 10:26 Uhr

Von: Redaktion Südtirol News

Bozen – Seit dem 7. Juni gelten in der gesamten Europäischen Union neue Vorgaben zur Entgelttransparenz.

Eine erste Auswertung, die der Arbeitsmarktservice des Landes Südtirol auf seiner Plattform eJobBörse vorgenommen hat, hat gezeigt, dass über die Hälfte der Stellenangebote Informationen zur Entlohnung enthalten.

Damit werde die neue Bestimmung bereits gut umgesetzt, betont das Ressort für Europa, Arbeit und Personal.

„Transparente Gehaltsinformationen machen einen Arbeitsmarkt attraktiver. Sie erleichtern Arbeitssuchenden die Orientierung und sind zugleich ein Hebel, um die geschlechtsspezifische Lohnlücke zu verringern. Die ersten Auswertungen zeigen, dass viele Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber die neuen Vorgaben bereits aktiv umsetzen”, berichtet Arbeitslandesrätin Magdalena Amhof.

Die Neuregelung verpflichtet Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber dazu, in Stellenangeboten Angaben zur Entlohnung zu machen. Dafür gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Es kann entweder ein konkretes Gehalt beziehungsweise eine Gehaltsspanne angegeben werden oder auf den für die ausgeschriebene Stelle geltenden Kollektivvertrag verwiesen werden.

59 Prozent der Stellenangebote enthält Hinweis auf Entlohnung

“Um zu überprüfen, wie die neuen Vorgaben in der Praxis umgesetzt werden, wurden die Stellenangebote analysiert, die zwischen dem 7. Juni und Ende August über die eJobBörse des Landes veröffentlicht wurden. In diesem Zeitraum wurden knapp 2200 Stellenangebote gemeldet”, berichtet Stefan Luther, Direktor des Südtiroler Arbeitsmarktservices. Die Auswertung habe gezeigt, dass 44 Prozent der veröffentlichten Stellenangebote eine konkrete Gehaltsangabe enthielten. In weiteren 15 Prozent der Fälle sei auf den jeweils geltenden Kollektivvertrag verwiesen worden.

“Insgesamt enthielten damit 59 Prozent aller veröffentlichten Stellenangebote Informationen zur Entlohnung”, fasst Luther zusammen. Aus Sicht des Landes Südtirol sei diese Quote positiv zu bewerten. “Die Zahlen verdeutlichen, dass die neuen Transparenzbestimmungen bereits wenige Wochen nach ihrem Inkrafttreten in einem erheblichen Ausmaß in den Stellenangeboten berücksichtigt werden. Die Entlohnung wird dadurch für Arbeitssuchende bereits vor einer Bewerbung besser nachvollziehbar”, sagt Luther.

Bezirk: Bozen

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