Von: importer
Die Europäische Zentralbank (EZB) wird ihren Leitzins am Donnerstag (10. September) voraussichtlich anheben. Nahezu einhellig erwarten die von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragten Volkswirte eine Anhebung um 0,25 Prozentpunkte auf 2,50 Prozent. Auch an den Terminmärkten ist eine Zinserhöhung fest eingepreist. Die Sitzung des EZB-Rats findet nicht wie üblich in Frankfurt statt – sondern in Berlin.
Die erwartete Leitzinsanhebung wäre der zweite Zinsschritt in diesem Jahr. Zuletzt hatte die EZB Mitte Juni den Leitzins angehoben. Dies war die erste Leitzinsanhebung seit September 2023. Die im Zuge des Iran-Kriegs gestiegenen Rohöl- und Energiepreise haben die Inflation nach oben getrieben. Eine Reihe von EZB-Vertretern hat sich für Leitzinserhöhungen ausgesprochen. Hierzu zählt neben dem österreichischen EZB-Ratsmitglied Martin Kocher auch die deutsche EZB-Direktorin Isabel Schnabel. Beim aktuellen Leitzins sei es unwahrscheinlich, dass die Inflation mittelfristig auf das anvisierte Ziel zurückkehre. “Daher wird eine weitere Straffung erforderlich sein”, sagte Schnabel.
Es ist schließlich kein Ende des Iran-Kriegs in Sicht. Die Lage im Nahen Osten hat sich zuletzt weiter verschärft. Öl- und Gasexporte aus der Golfregion werden weiterhin behindert. Es kommt immer wieder zu militärischen Auseinandersetzungen. Angesichts der anhaltenden Spannungen sind die Erdöl- und Erdgaspreise wieder gestiegen. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent lag zuletzt über 100 Dollar (86 Euro) je Barrel (159 Liter). Wegen der erhöhten Energiekosten infolge des Iran-Kriegs ist die Inflation im Euroraum deutlich über das von der EZB anvisierte Ziel von mittelfristig zwei Prozent gestiegen. Im August kletterte die Inflationsrate auf 3,3 Prozent.




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