Mehr Treibhausgasemissionen durch Landwirtschaft erwartet

FAO/OECD: Trotz Klimawandel bis 2035 höhere Agrarproduktion

Montag, 29. Juni 2026 | 14:03 Uhr

Von: apa

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und die Industriestaaten-Organisation (OECD) erwarten trotz Klimawandel eine höhere landwirtschaftliche Produktion. Die weltweite Agrar- und Fischereiproduktion werde in den nächsten zehn Jahren voraussichtlich um 13 Prozent steigen, geht aus dem “OECD-FAO Agricultural Outlook” hervor. Der Zuwachs sei hauptsächlich auf Produktivitätssteigerungen und eine Intensivierung der Produktion zurückzuführen.

Das landwirtschaftliche Wachstum wird sich laut Prognose auf Asien, Subsahara-Afrika und Lateinamerika konzentrieren. Der “Agricultural Outlook 2026-2035” basiert auf Daten aus dem Jahr 2025 und hat die Auswirkungen des Iran-Kriegs noch nicht berücksichtigt. Zur österreichischen Landwirtschaft gibt es in dem Bericht keine spezifischen Zahlen. Sollte sich der in der ersten Jahreshälfte 2026 beobachtete durchschnittliche Anstieg der Energiepreise um 33 Prozent in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen, würde die weltweite Getreideproduktion im Jahr 2027 um 0,9 Prozent zurückgehen, hieß es von FAO und OECD.

OECD-Chef: Bauern wegen Energie- und Düngemittelkosten “unter Druck”

“Unsere Agrar- und Ernährungssysteme stehen unter Druck, und unsere Landwirte sind an vorderster Front von den steigenden Energie- und Düngemittelkosten betroffen”, so OECD-Generalsekretär Mathias Cormann in einer Aussendung. “Um das Produktivitätswachstum in den Agrar- und Ernährungssystemen aufrechtzuerhalten, müssen wir ihre Widerstandsfähigkeit stärken”, erklärte FAO-Generaldirektor QU Dongyu. Bei Widerstandsfähigkeit gehe “es nicht darum, den letzten Schock zu überstehen, sondern sich auf den nächsten vorzubereiten”.

Die realen internationalen Agrarrohstoffpreise werden laut Prognose von FAO und OECD voraussichtlich im nächsten Jahrzehnt weitgehend stabil oder leicht unter dem derzeitigen Niveau bleiben. Der Agrar-“Outlook” umfasst unter anderem Getreide, Fleisch, Molkereiprodukte, Speiseöl und Zucker. Das weltweite durchschnittliche Bruttoeinkommen in der Landwirtschaft pro Arbeitnehmer bis 2035 werde voraussichtlich um 9 Prozent steigen, was auf Produktivitätssteigerungen und weitgehend stabile Agrarpreise zurückzuführen sei. Die FAO- und OECD-Experten geben aber zu bedenken, dass ihre Prognose weiterhin anfällig für Marktschwankungen ist, die durch Krisen und Konflikte verursacht werden.

Mehr Treibhausgasemissionen durch Landwirtschaft

FAO und OECD erwarten einen direkten Anstieg der Treibhausgasemissionen aus der Landwirtschaft in den nächsten zehn Jahren voraussichtlich um 6,5 Prozent. Auf die Viehhaltung würden voraussichtlich rund 77 Prozent dieses Anstiegs entfallen, was auf wachsende Tierbestände zurückzuführen sei, während synthetische Düngemittel durch höhere Lachgasemissionen bis 2035 schätzungsweise weitere 23 Prozent beitragen werden.

Die weltweite Nachfrage nach Biokraftstoffen wird in den nächsten zehn Jahren laut FAO/OECD-Prognose voraussichtlich jährlich um 1,4 Prozent steigen, was vor allem auf Brasilien, Indien und Indonesien zurückzuführen ist. In den meisten Ländern mit hohem Einkommen werde “sich das Wachstum voraussichtlich verlangsamen, da politische Anreize nachlassen und die Verbreitung von Elektrofahrzeugen zunimmt”, heißt es im Bericht.

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