Von: luk
Bozen – Viele Gemeinden stehen vor der Herausforderung, ausreichend leistbaren Wohnraum für die ansässige Bevölkerung zu schaffen. Um die Gemeindevertretenden über das “Wohnen mit Preisbindung” zu informieren und erste Beispiele für diese neue und zusätzliche Form des geförderten Wohnbaus vorzustellen, hat die Landesabteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung am 16. Juni ein Seminar in Bozen organisiert. Mit über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern – darunter vielen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern – aus 60 Südtiroler Gemeinden stieß das Angebot auf großes Interesse.
“Die Gemeinden sind der Schlüssel für mehr leistbaren Wohnraum. Mit dem Konzept des Wohnens mit Preisbindung schaffen wir eine Möglichkeit, neuen Wohnraum zu entwickeln, der nicht der Spekulation dient, sondern den Menschen vor Ort zugute kommt”, betonte der Landesrat für Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutz und Raumentwicklung Peter Brunner. “Wir möchten die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister von diesem Modell überzeugen und gemeinsam dafür sorgen, dass in immer mehr Gemeinden dauerhaft leistbare Wohnungen entstehen – ein Ansatz, der breite Zustimmung findet.”
“Das Modell des Wohnens mit Preisbindung bietet eine wirkungsvolle und zukunftsorientierte Lösung. Ziel des Seminars war es deshalb, den Gemeinden das notwendige Wissen und konkrete Beispiele mitzugeben, damit sie dieses neue Instrument selbstbewusst einsetzen und aktiv zur Schaffung von leistbarem Wohnraum beitragen können”, erklärte Organisator David Barlini vom Landesamt für Landschafts- und Gemeindeplanung.
Rechtsanwalt Paul Lintner gab einen Überblick über die Grundsätze der Artikels 39 und 40 des Landesgesetzes 9/2018 “Raum und Landschaft”, in denen das Wohnen für Ansässige verankert ist und informierte über den Verfahrensablauf. Lisa Ploner, Projektleiterin Arche im KVW, stellte das Projekt “Wohnungen mit Preisbindung – Marillenanger in Schlanders” vor. Der Baubeginn für die 16 Wohneinheiten ist im Frühjahr 2026 erfolgt. Dabei fungiert die Arche im KVW als Bindeglied zwischen Gemeinde, Bauträger und Interessenten. “Diese Form von Schaffung von leistbarem Wohnraum ist besonders geeignet für größere Zonen, wo die umfassende Information und Beratung der Interessenten entscheidend ist. Die Umsetzung konnte auf diese Weise um rund eineinhalb Jahre schneller erfolgen”, so ihr Fazit. Architekt Elmar Unterhauser von EU Architects ging am Beispiel des Wohnbauprojekts “Marillenanger” in Schlanders auf Möglichkeiten der Kostenoptimierung sowie auf die Optimierung der Tragwerkslösung und die Langlebigkeit der Baumaterialien ein. Er schloss mit einem kurzen historischen Überblick zur Thematik des einfachen und günstigen Wohnens.




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