SGB schlägt Alarm

Geringeres Einkommen trotz Vollbeschäftigung

Donnerstag, 02. August 2018 | 17:49 Uhr

Bozen – Die ASTAT-Studie zu Arbeitnehmern und Entlohnungen in der Südtiroler Privatwirtschaft, die am Mittoch veröffentlich wurde, ruft die Gewerkschaften auf den Plan.

Die Studie untermauere, „worauf wir seit langem hinweisen“, erklärt der SGB/CISL: Die realen Einkommen im Privatsektor würden sinken, die Ungleichheiten zwischen den Einkommen nähmen zu und die Arbeitnehmerschaft werde älter.

„Im Privatsektor ist das Kollektivvertragssystem hauptsächlich ein gesamtstaatliches, auf lokaler Ebene werden kaum Zusatzverträge abgeschlossen. Mit Ausnahme einiger weniger Bereiche wie Energie, Gas, verarbeitendes Gewerbe oder der Finanz- und Versicherungsbereich, in denen Verhandlungen auf dezentraler Ebene Tradition haben, können sehr viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer anderer Bereiche nicht auf Lohnerhöhungen bauen, welche die in Südtirol steigenden Lebenshaltungskosten auffangen können. Gerade die Wohnkosten sind hierzulande sehr hoch. Die Untersuchung unterscheidet nicht zwischen Beschäftigten in Vollzeit und Teilzeit, wir wissen aber, dass die prekäre Beschäftigung aufgrund der neuen Gesetze im Arbeitsmarktbereich zunimmt. Rund ein Viertel der Beschäftigten hat eine Teilzeit- bzw. befristete Beschäftigung“, erklärt der SGB/CISL.

Ohne einen radikalen Kurswechsel im Kollektivvertragssystem würden sich diese Zahlen mit der Zeit verschlechtern.

„Mit den Unternehmern haben wir Abkommen unterzeichnet, um auf der Grundlage der Steuererleichterungen auf Produktionsprämien mehr ergänzende Wohlfahrtsleistungen anzubieten. Die betroffenen Beschäftigten hätten über ein Internetportal zu diesen Leistungen zugreifen sollen, allerdings ist dieses lokale Internetportal nie eingerichtet worden. Der Landesregierung haben wir hingegen vorgeschlagen, die Senkung der IRAP-Steuer und die Wirtschaftsförderung an die lokale Verhandlungsebene zu knüpfen um diese zu fördern“, so die Gewerkschaft.

Man sei bereit, bessere Arbeitsbedingungen mit den Ansprechpartnern auszuhandeln. „Wenn aber nicht alle ihren Teil dazu beitragen, werden die Ergebnisse entsprechend ausfallen und wir werden in ein paar Jahren, trotz Vollbeschäftigung, feststellen, dass immer mehr Menschen ein geringes Einkommen haben“, so der SGB/CISL.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

4 Kommentare auf "Geringeres Einkommen trotz Vollbeschäftigung"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Bernd
Bernd
Grünschnabel
13 Tage 1 Min
Olm es gleiche – die Unternehmer sein Schuld ! Das wir in Südtirol die höchsten Brutto Lohnkosten habe sagt niemand. Dank der Scheiss Gewerkschaften werden Prmien die man auszahlen möchte mit 60% Prozent versteuert! Wenn man den verringerten Steuersatz anwenden will , dann muss man einen unmöglichen Bürokratischen Aufwand betreiben ! Man hat ja sonst nix zu tun ! Die Auflagen sind dann so formuliert, dass man nicht denen die den Karren ziehen einfach mehr Prämien zahlen kann , nein man muss Begründen wieso jemand eine Prämie bekommt oder nicht. Mir tun meine Mitsrbeiter leid , gibst Du eine Prämie… Weiterlesen »
krakatau
krakatau
Universalgelehrter
10 Tage 9 h

Bernd – Der grösste Gauner ist der Staat. Er trägt für nichts Verantwortung, er kassiert nun bis zur Illegalität  und die, die Verantwortung tragen – die Unternehmer die werden abgezockt, mit teils geisteskranken Vorschriften (erfunden von studierten Nullen die selbst nie gearbeitet haben) und Auflagen, Verboten usw.

algunder
algunder
Tratscher
13 Tage 1 h

Jo nor??¿ Tiat endlich die löhne ei und die mietn oi nor werrt es sechn dasses ins besser geat!

krakatau
krakatau
Universalgelehrter
10 Tage 10 h

Die Schere zwischen Einkommen und Lebenshaltungskosten geht immer weiter auseinander. Das ist aber so gewollt. Draghi und seine Hintermänner wollen ein verarmtes Volk. Dazu haben sie die Zinsen auf Null bis minus reduziert und hoffen auf eine Inflation von mindestens 2 %. Diese wird offiziell noch nach unten dirigiert. Zur Berechnung der Inflation wird eine Liste verwendet die mit der Realität nichts zu tun hat. Diese Banditen schrecken nicht einmal davor zurück Sparbücher von Kindern mit etlichen Euros zu besteuern und sie um die Zinsen bringen sodass das Geld nach 10 Jahren nur mehr Papierwert hat.

wpDiscuz