"Rasch auf den Weg bringen"

HGV unterstützt Wasserstrategie

Dienstag, 11. August 2026 | 10:02 Uhr

Von: Matthias Knapp

Bozen − Der Hoteliers- und Gastwirteverband (HGV) unterstützt die Forderung der Vorsitzenden der Sozialen Mitte, Gabi Morandell, nach einer sektorübergreifenden Wasserstrategie für Südtirol.

„Wir können dieser Forderung nur zustimmen. Eine umfassende Wasserstrategie ist genau das, was wir für die Zukunft brauchen. Diese Strategie wäre auch der richtige Weg, um die derzeitige Diskussion darüber, wer genau wie viel Wasser verbraucht, auf belastbare Zahlen zu stützen, um eine sachliche Diskussion ohne Schuldzuweisungen und Mutmaßungen führen zu können“, sagt HGV-Präsident Klaus Berger.

Dafür müsse zunächst absolute Transparenz über den gesamten Wasserhaushalt geschaffen werden. Nach Angaben der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz fallen in Südtirol jährlich Niederschläge im Ausmaß von rund fünf Milliarden Kubikmetern Wasser an. Die Landesagentur beziffert die Nutzung mit rund 150 Millionen Kubikmetern für die Landwirtschaft, 50 Millionen Kubikmetern für Trinkwasser und zehn Millionen Kubikmetern für die technische Schneeerzeugung.

Gerade beim Trinkwasser ist eine weitere Differenzierung notwendig. Trinkwasser wird nicht nur von der ansässigen Bevölkerung, sondern ebenso von öffentlichen Einrichtungen, Gewerbebetrieben und Tourismus genutzt. Das ASTAT weist für das Jahr 2024 im Unterschied zur Landesagentur insgesamt 85,2 Millionen Kubikmeter entnommenes Trinkwasser aus. „Insofern gilt es, zuerst abgestimmte Parameter für die Erhebung der Zahlen festzulegen und anschließend eine transparente Aufschlüsselung der erhobenen Daten zu veröffentlichen“, unterstreicht HGV-Direktor Raffael Mooswalder.

Zu einer vollständigen Bilanz gehören aus Sicht des HGV zudem die Verluste in den Trinkwassernetzen. Auch diese Frage wird aktuell politisch diskutiert. Das Team K hat im Juni 2026 eine Initiative im Landtag zu den Wasserverlusten und Wasserlecks eingebracht. Der HGV teilt den Ansatz des Team K. „Bevor wir einzelne Nutzergruppen gegeneinander ausspielen, müssen wir wissen, wie viel Trinkwasser überhaupt beim Verbraucher ankommt und wie viel auf dem Weg dorthin verloren geht“, sagt HGV-Direktor Mooswalder weiter.

hgv

Der HGV spricht sich deshalb dafür aus, die von Morandell vorgeschlagene „Wasserstrategie Südtirol 2030/2040“ rasch in Angriff zu nehmen und auch die vom Team K aufgeworfenen Frage nicht nur zu klären, sondern auch zu lösen. „Wir müssen in Südtirol in der Lage sein, eine transparente Wasserbilanz zu schaffen, den heutigen und künftigen Bedarf aller Sektoren zu erfassen, Netzverluste aufzuzeigen und Reduktionsziele zu definieren sowie den notwendigen Ausbau und die Sanierung der Speicher- und Versorgungsinfrastruktur festzulegen“, erklärt HGV-Präsident Klaus Berger.

„Der heurige Sommer zeigt eindrucksvoll auf, dass die möglichst effiziente Nutzung von Wasser ein entscheidender Faktor für den Lebens- und Wirtschaftsraum Südtirol darstellt. Deshalb ersuchen wir die Landesregierung, die Arbeiten zur umfassenden Erhebung aller relevanten Daten aufzunehmen, um anschließend darauf aufbauend eine Wasserstrategie erarbeiten zu können“, unterstreicht Berger abschließend in der Pressemitteilung des HGV.

Bezirk: Bozen

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