Podiumsdiskussion

Junge Wirtschaft: Mut zur Veränderung als Schlüssel für die Zukunft

Mittwoch, 17. Juni 2026 | 12:08 Uhr

Von: mk

Bozen – Wie können sich Südtirols Betriebe zukunftsfit aufstellen? Welche Rolle spielen Innovation, Risikobereitschaft und strategisches Denken? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Podiumsdiskussion „Zukunft gestalten – Chancen erkennen, Betriebe weiterdenken“ der Jungen Wirtschaft Südtirol, der Jugendorganisation des Südtiroler Wirtschaftsrings, welche kürzlich im Gustelier – Atelier der Geschmackserfahrung in Bozen stattfand.

An der Diskussion beteiligten sich Hubert Hofer, Director of Start-Ups, Funding & Community und Deputy CEO des NOI Techparks, IDM-Präsident Hansi Pichler, Lukas Brunner, Präsident des Südtiroler Wirtschaftsrings, Madlen Gschwenter von der MAXIMILIAN GmbH sowie Thomas Longo von der ROTOLONGO GmbH & Co. KG. Moderiert wurde die Runde vom derzeitigen Vorsitzenden der Jungen Wirtschaft Daniel Schölzhorn und Landesobmann der Südtiroler Bauernjugend Raffael Peer. Die Gesprächsrunde widmete sich den Themenblöcken „Zukunft gestalten“, „Konkrete Hebel für Betriebe“, „Regionale Perspektiven“, „Netzwerke, Kooperationen und neue Wege“ sowie „Persönliche Perspektiven und Mut“. Einigkeit herrschte darüber, dass Veränderungsbereitschaft heute zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren zählt. Hubert Hofer betonte, dass Unternehmen den Mut haben müssen, bestehende Maßnahmen laufend zu hinterfragen und anzupassen. „Wichtig ist, Veränderungen umzusetzen, die Ergebnisse zu messen und anschließend wieder nachzujustieren“, erklärte er. Ebenso gelte es, technologische und gesellschaftliche Trends kontinuierlich im Blick zu behalten.

Auf die Frage, welche ersten Schritte ein Betrieb setzen kann, um langfristig erfolgreich zu bleiben, verwies Hansi Pichler auf die Bedeutung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Idealerweise sollten sich diese mit dem Unternehmen identifizieren und dessen Werte mittragen. Thomas Longo hob hervor, dass ein solides Zahlenverständnis die Grundlage jeder erfolgreichen Unternehmensführung bilde. „Wer seine Kennzahlen kennt und unter Kontrolle hat, kann bessere Entscheidungen treffen“, so Longo. Für Lukas Brunner liegt die größte Herausforderung oft bereits im ersten Schritt. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer seien stark im operativen Tagesgeschäft eingebunden. Entscheidend sei es daher, den Blick zu heben und den Weg vom operativen Arbeiten hin zum strategischen Denken zu schaffen. Madlen Gschwenter ergänzte, dass Innovation auch bedeute, sich selbst und bestehende Prozesse immer wieder kritisch zu hinterfragen. Ihr Appell lautete: „Einfach machen.“ Wer neue Wege gehen wolle, dürfe sich nicht von zu großer Angst vor Fehlern bremsen lassen.

Auch das Thema Risikobereitschaft spielte in der Diskussion eine zentrale Rolle. Für Gschwenter braucht es einen gesunden Optimismus und den Mut, Neues auszuprobieren. Fehler seien Teil des Lernprozesses und dürften nicht als Scheitern verstanden werden. Brunner unterstrich, dass Leidenschaft und voller Einsatz entscheidend seien, wenn man langfristig erfolgreich sein wolle. Gleichzeitig waren sich die Diskussionsteilnehmer einig, dass Risikobereitschaft immer auf einem stabilen Fundament aufbauen müsse. „Das Fundament muss stimmen“, betonte Hansi Pichler. Hubert Hofer ergänzte, dass Unternehmen ihre Kundinnen und Kunden genau verstehen und deren Bedürfnisse konsequent in den Mittelpunkt stellen sollten. Wer erkenne, was der Markt wirklich verlangt, und den Mut habe, Veränderungen aktiv mitzugestalten, schaffe die besten Voraussetzungen für nachhaltigen Erfolg.

Die Diskussion machte deutlich: Zukunftsfähigkeit entsteht nicht durch einzelne große Entscheidungen, sondern durch die Bereitschaft, kontinuierlich zu lernen, Neues auszuprobieren und Chancen aktiv zu nutzen. Mut, Offenheit und strategisches Denken bleiben dabei die wichtigsten Begleiter auf dem Weg in die Zukunft. Die Junge Wirtschaft Südtirol vereint die Jugendorganisationen der fünf größten Wirtschaftsverbände des Landes: die Hoteliers- und Gastwirtejugend, die Jungunternehmer im Unternehmerverband Südtirol, die Jungen im hds, die Junghandwerker/innen im lvh sowie die Südtiroler Bauernjugend.

Bezirk: Bozen

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