Von: luk
Bozen – Die Zahlungsmethode „Buy Now, Pay Later“ (BNPL), bei der ein Produkt sofort gekauft und anschließend in Raten – oftmals sogar zinsfrei – bezahlt werden kann, erfreut sich auch in Italien wachsender Beliebtheit. Immer mehr Zahlungsdienstleister bieten entsprechende Modelle an. Dazu zählt auch die Nexi Payments S.p.A., die ihr Angebot unter dem Namen „Easy Shopping“ vermarktet.
Da zahlreiche Südtiroler indirekt Kunden von Nexi sind – viele heimische Banken nutzen Nexi als Herausgeber ihrer Zahlungskarten –, dürften viele Verbraucherinnen und Verbraucher in den vergangenen Tagen eine Mitteilung über bevorstehende Vertragsänderungen erhalten haben. Die neuen Bedingungen treten in zwei Monaten in Kraft und sehen unter anderem eine deutliche Anpassung der Zinssätze vor.
Bisher wurden die Kosten über fixe Spesen berechnet, die von der Anzahl der gewählten Raten abhingen – je mehr Raten, desto höher die Kosten. Künftig soll hingegen ein einheitlicher Zinssatz angewendet werden, der sich nach dem jeweiligen Kartentyp richtet.
Je nach Karte verrechnet Nexi künftig Zinssätze zwischen 17,15 Prozent und 18,73 Prozent. Zum Vergleich: Bei einem Kaufpreis von 500 Euro und einer Rückzahlung in drei Raten wurden bisher lediglich Kosten in Höhe von rund 5,9 Prozent verrechnet. Der bisher höchste Zinssatz lag bei einer Laufzeit von 24 Monaten bei 15,91 Prozent.
Die Tipps der Verbraucherschützer
Vor diesem Hintergrund empfehlen die Berater der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) und des europäischen Verbraucherzentrums (EVZ), BNPL-Angebote bewusst und mit Vorsicht zu nutzen. Besonders wichtig sei es:
Prüfen Sie Ihr Budget: Vergewissern Sie sich vor der Inanspruchnahme des BNPL-Dienstes, dass Sie sich die künftigen Ratenzahlungen leisten können, ohne auf andere wichtige Ausgaben zu verzichten;
Lesen Sie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen sorgfältig durch: Vergewissern Sie sich, dass keine versteckten Kosten wie Zinsen, Verzugszinsen oder Verwaltungsgebühren anfallen;
Achten Sie auf die Zahlungsfristen: Notieren Sie sich die Termine, um zu vermeiden, dass Sie Fristen versäumen und somit hohe Zusatzkosten auf Sie zukommen;
Überlegen Sie, was Sie tatsächlich brauchen: Die Bequemlichkeit des Zahlungsaufschubs in Verbindung mit Rabatten sollte nicht zu impulsiven oder unnötigen Käufen verleiten;
Wählen Sie zuverlässige Plattformen: Verwenden Sie nur anerkannte und geprüfte BNPL-Dienste und meiden Sie unbekannte oder unzuverlässige Webseiten;
Melden Sie Probleme allen beteiligten Parteien: Bei Problemen oder im Falle eines Rücktritts ist es wichtig, diese sowohl dem Verkäufer als auch der BNPL-Zahlungsplattform mitzuteilen, um Missverständnisse und unerwünschte Gebühren zu vermeiden.
“Diese Zahlungsart wird laut Erhebungen der italienischen Notenbank immer beliebter. Gleichzeitig besteht jedoch die Gefahr, dass Verbraucherinnen und Verbraucher leichter den Überblick über ihre finanziellen Verpflichtungen verlieren, die tatsächliche Höhe ihrer Schulden unterschätzen und Schwierigkeiten haben, mehrere laufende Ratenzahlungen gleichzeitig zu verwalten. Deshalb empfehlen wir, diese Zahlungsform mit besonderer Vorsicht zu nutzen – insbesondere vor dem Hintergrund, dass sie künftig zumindest bei manchen Anbietern deutlich teurer werden dürfte”, so Gunde Bauhofer.
Im Rahmen des Projekts „Pronti a contare – zahlreich“ (finanziert vom MIMIT gemäß D.D. vom 12. Mai 2025) wurden über 2.000 Verbraucher befragt: Diese gaben an, sich im Umgang mit BNPL unsicher zu fühlen – gleichzeitig nutzen sie dieses Zahlungsmittel heute häufiger als noch vor einigen Jahren. Umso wichtiger ist es, sich vor der Nutzung umfassend über Funktionsweise und Risiken zu informieren.
Sollte es zu Problemen bei Ihrem Einkauf kommen, ist das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) Italien für die Kunden da. “Wir bieten kostenlose Unterstützung bei Streitigkeiten mit ausländischen Anbietern mit Sitz in der EU, Island, Norwegen und dem Vereinigten Königreich. Kontaktiert uns: telefonisch unter 0471 980939 oder per E-Mail an info@euroconsumatori.org.”
Bei Schwierigkeiten mit Online-Käufen gibt es auch die Möglichkeit, ein Schlichtungsverfahren über das von der Verbraucherzentrale (VZS) eingerichtete Schlichtungsorgan Onlineschlichter.it einzuleiten. “Meldet euch einfach auf dem Portal www.onlineschlichter.it an, um Zugang zu dem kostenlosen außergerichtlichen Schlichtungsverfahren für Verbraucherstreitigkeiten im Zusammenhang mit dem Online-Verkauf von Waren und Dienstleistungen zu erhalten.”




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