"Verstärkt die Bedürfnisse Pflegender wahrnehmen"

Mehr Unterstützung für pflegende Angehörige: Neues Projekt “Licht geben” gestartet

Sonntag, 14. Juni 2026 | 16:54 Uhr

Von: luk

Bozen – In Südtirol stoßen pflegende Angehörige zunehmend an ihre Grenzen: Lange Wartezeiten, bürokratische Hürden und fehlende Entlastungsangebote verschärfen den Druck auf Familien, die Demenzkranke zu Hause betreuen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und konkrete Unterstützung im Alltag zu bieten, baut der Verein Alzheimer Südtirol ASAA sein Hilfsangebot gezielt aus und startet gemeinsam mit dem Bozner Physiotherapie-Team Fisiodynamik das neue Projekt „Licht geben“.

“Die Schwierigkeiten pflegender Angehöriger sind hinlänglich bekannt, vor allem, was die Wartezeiten für fachärztliche Leistungen, für die Pflegeeinstufung oder auch für einen Heimplatz angeht. Damit aber dennoch die Betreuung daheim nicht aus dem Ruder läuft, besonders dann, wenn die Familie aufgrund des erheblichen Pensums an Betreuung oder finanzieller Belastungen, eine Burnout-Situation riskiert, ist mehr denn je ehrenamtliches Engagement gefragt”, so der Verein Alzheimer Südtirol ASAA.

Um Gefahren vorzubeugen, erweitert der Verein Alzheimer Südtirol ASAA sein bereits bestehendes Angebot an Support-Leistungen und hat eine entsprechende Zusammenarbeit mit dem Physiotherapie-Team von Fisiodynamik aus Bozen aufgebaut. Das Projekt trägt den Titel “Licht geben”.

“Konkret geht es dabei um praktische Hilfestellungen für Familien, die einen Demenzkranken begleiten. Im Zuge eines niederschwelligen Zugangs über die Grüne Nummer des Vereins ASAA 800660561 oder eine Anfrage an info@asaa.it können täglich (auch am Wochenende) Termine für Therapien wie Ergotherapie, physiatrische Reha, Bewegungstherapie, Ernährungstherapie, psychologische Betreuung, Screenings, Validation oder auch Rechtsberatung fixiert werden”, heißt es weiter.

Damit werden neben der Initiative “Miteinander”, die über eine Kooperation des Vereins ASAA mit der Volksbank Südtirol, vor allem Hausbesuche mit Fachpersonal garantiert, nun über dieses zusätzliche Vorhaben weitere Services, in erster Linie für betroffene Erkrankte und gezielt ebenso für “Caregivers” aus dem familiären Kontext gewährleistet.

“Der Großteil der Aktivitäten des Vereins ASAA”, so Präsident Ulrich Seitz, “wird zwar ehrenamtlich gestemmt, nichtsdestotrotz ist man jedoch auf finanzielle Unterstützung angewiesen. In diesem spezifischen Fall wird deshalb explizit dem Bozner Ehepaar Tina Testa und Riccardo Perotti gedankt, das durch eine großzügige Spende dem Verein dahingehend zur Seite stehen will, damit gemeinsam Maßnahmen ergriffen werden, um bei der Aufopferung von Pflegenden, die immer öfters in einer seelischen und körperlichen Überforderung und sogar in totaler Erschöpfung und Resignation mündet, mit spürbaren Antworten auf die Versorgungslücken reagiert wird.”

“Wir kämpfen landesweit dafür, dass beispielsweise für berufstätige Angehörige teilstationäre Angebote als unverzichtbare Entlastung bei der Pflege zum Standard werden. Neben Tagespflegeeinrichtungen brauchen wir zudem dringend Hilfen in der Nachtpflege, in denen für den immer größer werdenden Bedarf in Südtirol, auch die Versorgung rund um die Uhr sichergestellt ist”, so Seitz. Des Weiteren erinnert Seitz an das Projekt “Pflegelotsen”, das an die Unternehmen im Lande gerichtet ist, die ihren Bediensteten bei der Pflege von Familienmitgliedern entgegenkommen wollen.

Bezirk: Bozen

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