Von: mk
Bozen – Das Südtiroler Richtpreisverzeichnis für öffentliche Bauvorhaben (RPV) soll künftig wieder direkt vom Land geführt und aktualisiert werden. Das Handwerk darf weiter mitgestalten.
Darüber diskutierten Landesrat Christian Bianchi, Vertreter des Amts für Hochbau sowie der Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister (lvh.apa) bei einem Treffen in Bozen.
Für den lvh ist klar: Das RPV muss ein verlässliches Instrument für die Praxis bleiben. „Es braucht ein aktuelles Richtpreisverzeichnis, das wirklich funktioniert – nicht nur für öffentliche, sondern auch für private Bauvorhaben“, betonte lvh-Präsident Martin Haller.
Auch lvh-Direktor Walter Pöhl unterstrich die Bedeutung des Verzeichnisses für die Betriebe. Neben den Preisen müssten auch die Texte fachlich korrekt und praxisnah formuliert sein. „Die Qualität des RPV hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert“, erklärte Pöhl. Entscheidend sei nun, dass das in der Wirtschaft aufgebaute Know-how weiterhin eingebunden werde.
Laut Landesrat Bianchi „soll dieser Austausch künftig fortgeführt werden“. Der Landesrat ergänzte: „Geplant ist eine eigene Arbeitsgruppe zur Aktualisierung des Verzeichnisses, die von der öffentlichen Hand koordiniert wird. Gleichzeitig sollen Wirtschaft und Fachverbände weiterhin aktiv eingebunden bleiben.“
Auch organisatorisch ist ein Neustart vorgesehen: Künftig soll eine professionelle Struktur mit Projektverantwortlichen, Facharbeitsgruppen und klar definierten Zuständigkeiten aufgebaut werden. Zudem sollen Preisanalysen verbessert und sektorspezifische Abschläge genauer überwacht werden. Langfristig steht sogar eine mögliche BIM-Integration im Raum.
Für den lvh bleibt dabei ein Grundprinzip zentral: Ausschreibungen müssen auf realistischen Einheitspreisen basieren. Pauschale Abschläge sieht der Verband kritisch.
Ab Sommer sollen die ersten Arbeiten an der neuen Struktur beginnen, ab August soll ein Organigramm vorliegen.




Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen