Von: apa
Die Molkereien SalzburgMilch und Pinzgau Milch haben von der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) grünes Licht für ihre Fusion erhalten. Die Behörde sehe darin “weder eine Entstehung oder Verstärkung einer marktbeherrschenden Stellung noch eine sonstige Behinderung für einen wirksamen Wettbewerb”, teilten die Kartellwächter am Donnerstag mit. Gemessen am Umsatz wird damit hinter Berglandmilch und der NÖM die drittgrößte Molkerei Österreichs entstehen.
Laut Firmenbuch erzielte die oberösterreichische Berglandmilch im Jahr 2024 gut 1,2 Mrd. Euro Umsatz, dahinter folgte die niederösterreichische NÖM als zweitgrößter Molkereikonzern mit Erlösen von rund 580 Mio. Euro. SalzburgMilch – nach eigenen Angaben schon vor dem Zusammenschluss die drittgrößte Molkerei Österreichs – kam auf einen Jahresumsatz von 350 Mio. Euro. Nimmt man die Pinzgau Milch hinzu, sind es rund 520 Mio. Euro. Zusammen werden die beiden Salzburger Unternehmen von 3.400 Milchlieferanten beliefert und beschäftigen 700 Mitarbeiter.
Die beiden Unternehmen hatten ihre Pläne im vergangenen November verkündet. Zwischen den Molkereien bestand bereits eine Partnerschaft, diese solle etwa in den Bereichen Milchsammlung und Milchverarbeitung, in der Logistik, im Vertrieb sowie in der Verwaltung vertieft werden. Sämtliche Standorte in der Stadt Salzburg, in Lamprechtshausen, Maishofen und Kössen sollen erhalten bleiben und in einem “Gesamtkonzept” weiterentwickelt werden, hieß es. SalzburgMilch werde nun stufenweise einen Anteil von 40 Prozent bis schließlich 89,9 Prozent und damit die alleinige Kontrolle bei der Pinzgau Milch erwerben, so die BWB am Donnerstag.
Zustimmung nach vertiefter Prüfung
Die Zustimmung der Kartellhüter erfolgte wegen der starken Marktstellung beider Firmen im Zuge einer vertieften Prüfung. Dabei seien die betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe, Molkereien und Rohmilcherfasser sowie der Lebensmitteleinzelhandel detailliert befragt worden. Ein besonderes Augenmerk habe man dabei auf die Bäuerinnen und Bauern gelegt, die das Vorhaben auch zu einem großen Teil begrüßt hätten. Für diese ortet auch die BWB Vorteile, da das fusionierte Unternehmen bzw. die fusionierte Genossenschaft zu 90 Prozent im Eigentum der Landwirte selbst stehen werde.




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