Vereinbarung zum Schutz von Wasserressourcen und Versorgungssicherheit

Sicheres Trinkwasser trotz BBT-Zulauf: Millionenprojekt startet 2027

Montag, 17. August 2026 | 16:20 Uhr

Von: Lukas Unterkofler

Brixen/Vahrn – Die Trinkwasserversorgung im Raum Brixen während des Baus der südlichen Zulaufstrecke zum Brenner Basistunnel (BBT) von Franzensfeste bis Waidbruck schützen: Das ist das Ziel einer Vereinbarung zwischen den Gemeinden Brixen und Vahrn, dem Schienennetzbetreiber RFI (FS-Gruppe), der Stadtwerke Brixen AG, der Trinkwasserinteressentschaft Pfeffersberg sowie dem Bodenverbesserungskonsortium Pfeffersberg, die am 17. August im Brixner Gemeinderatssaal vorgestellt wurde.

Für Umwelt-, Natur-, Klimaschutz- und Energielandesrat Peter Brunner, der diese Einigung gemeinsam mit Martin Ausserdorfer, Direktor der BBT-Beobachtungsstelle, in die Wege geleitet hat, sind die geplanten Maßnahmen zum Schutz der Trinkwasser-, Beregnungs- und Löschwasserversorgung der Gemeinden Brixen und Vahrn wegweisend: „Zunehmende Trockenperioden und längere Phasen mit geringeren Niederschlägen machen deutlich, wie zentral eine sichere Versorgung mit Trinkwasser für uns alle ist. Es ist unerlässlich, nicht erst dann zu reagieren, wenn ein Problem entsteht, sondern vorausschauend zu handeln.“ Die getroffene Vereinbarung sei auch ein wichtiges Signal für weitere große Infrastruktur- und Bauvorhaben in Südtirol, so Brunner: „Bei all diesen Projekten werden wir die Frage nach den Auswirkungen auf Versorgungssicherheit, Wasser oder Umwelt frühzeitig klären und Schutzmaßnahmen festlegen müssen.“

Die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten unterstrich Brixens Bürgermeister Andreas Jungmann: „Durch das Bündeln von Wissen und das gemeinsame Handeln auf Gemeindeebene entsteht die beste Grundlage, dass die hohe Qualität und Sicherheit der Wasserversorgung auch künftig gewährleistet bleibt“, betonte er.

In dieselbe Kerbe schlug Vahrns Vizebürgermeisterin Margareth Mair Engl: „Wir haben das große Glück, die Gemeinden Vahrn und Brixen mit hochwertigem Trinkwasser aus den Quellen im Schalderertal versorgen zu können. Umso wichtiger ist es, dass die Quellschüttungen durch unterirdische Bauarbeiten nicht beeinträchtigt werden.“ Es handle sich um ein vorausschauendes Projekt, um die Sicherheit der Trinkwasserversorgung zu gewährleisten.

Vorgesehene Maßnahmen

Die südliche Zulaufstrecke zum Brenner Basistunnel (BBT) von Franzensfeste bis Waidbruck führt unter anderem durch den Schaldererberg. Durch die Bauarbeiten und insbesondere durch den Bau des Tunnels im Bereich Schalders kann nicht ausgeschlossen werden, dass bestehende Quellen beeinträchtigt werden. Daher ist ein engmaschiges Kontroll- und Sicherungssystem vorgesehen. Quellen und Grundwasser werden laufend überwacht. Bereits seit 2025 arbeitet RFI mit den Stadtwerken Brixen zusammen, um das Bauvorhaben bestmöglich in die Umgebung zu integrieren. Dabei wurde ein Maßnahmenpaket erarbeitet, das die bestehende Situation im Einklang mit den Bauarbeiten für die südliche Zufahrtsstrecke zum BBT verbessert.

Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgt durch die Stadtwerke Brixen. „Mit unserer Erfahrung, unseren Daten und Mitarbeitern sind wir der erste Ansprechpartner, wenn es um technische Erfordernisse und Monitoring vor Ort geht“, berichtet Generaldirektor Franz Berretta. Errichtet werden soll ein neuer Tiefbrunnen nördlich des Fernheizwerkes in Vahrn sowie ein neuer Trinkwasserspeicher mit zwei Hochbehältern zu je 1800 Kubikmetern Fassungsvermögen und einer Druck-, Regel- und Pumpstation, ebenfalls in Vahrn. Eine Trinkwassernotversorgungsleitung und eine Beregnungsleitung mit dazugehörigem Speicherbehälter soll zudem die Trinkwasser- sowie Beregnungs- und Löschwasserversorgung am Pfeffersberg sichern. „Es entsteht eine Infrastruktur, die sich nahtlos in das bestehende Netz einfügt und die Versorgungssicherheit im gesamten Brixner Becken nachhaltig stärkt“, so Berretta. Mit den Arbeiten soll Anfang 2027 begonnen werden.

Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf 10,45 Millionen Euro. 8,85 Millionen Euro davon stellt RFI zur Verfügung, die restlichen 1,6 Millionen Euro werden mit Geldern für Umweltausgleichsmaßnahmen der Gemeinde Vahrn finanziert.

Bezirk: Eisacktal

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