"Knotenpunkt nachhaltiger Mobilität"

St. Jakob: Unterführung zwischen Leifers und Bozen eröffnet

Dienstag, 23. Juni 2026 | 17:28 Uhr

Von: luk

Bozen/Leifers – St. Jakob hat jetzt eine neue Unterführung, die am 23. Juni eröffnet wurde und eine direkte Verbindung zum Flughafen und zur Industriezone schafft. Bozen und Leifers sind damit verbunden. Wer zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist, aber auch Busse sind darin sicher unterwegs. Die neue Unterführung ist ein bedeutender Knotenpunkt für die nachhaltige Mobilität im Raum Bozen, wurde bei der Eröffnung allseits betont.

Die Arbeiten wurden abgewickelt, ohne den Bahnverkehr auf der Brennerlinie, einer der wichtigsten Verkehrsachsen Europas, jemals zu unterbrechen, obwohl direkt in Gleisnähe gearbeitet wurde. Nachdem der letzte Betonmonolith im November 2025 eingeschoben worden war, ist die Unterführung nun für die Öffentlichkeit zugänglich.

“Das ist ein wichtiger Moment. Diese kleine Unterführung ist in Wirklichkeit ein großer Schritt für die Intermodalität und die nachhaltige Mobilität in unserem Land. Sie bringt die Gemeinden Bozen und Leifers näher zusammen, vor allem aber wird die Gemeinschaft von St. Jakob besser verbunden und enger zusammenwachsen”, betonte Landeshauptmann Arno Kompatscher. “Wichtig ist auch, dass dieses Projekt dank der Mittel des Fonds für Entwicklung und Zusammenhalt (FSC) und in so kurzer Zeit umgesetzt werden konnte, weil es Teil des Vermächtnisses der Olympischen Spiele ist”, sagte Kompatscher.

Mit der Eröffnung der Unterführung wird der erste von drei Baulosen eines umfassenderen Projekts abgeschlossen. Dieses betrifft nicht nur St. Jakob, Leifers und Bozen, sondern auch das Unterland und die Mobilität in Südtirol insgesamt. Derzeit laufen die Arbeiten für die neue Bahnhaltestelle St. Jakob weiter, wie Infrastrukturen- und Mobilitätlandesrat Daniel Alfreider unterstrich.

Der Landesrat sprach von einem wichtigen Schritt für ein Projekt mit Weitblick. “Die neue Haltestelle wird das gesamte Unterland besser anbinden. Wer nach Bozen Süd oder zum Flughafen möchte, kann künftig einfach hier aus dem Zug aussteigen, statt bis ins Stadtzentrum zu fahren und anschließend wieder zurück. Zudem schafft das Projekt die Voraussetzungen für eine eigene Busspur, die das Gebiet noch besser mit der Stadt verbindet. Auch der Radweg verbindet die beiden Gemeinden und ihre Ortsteile besser miteinander”, erläuterte Alfreider. „Damit setzen wir ein konkretes Zeichen für alle, die mit dem Fahrrad, dem Bus oder dem Zug unterwegs sind. Gleichzeitig profitieren auch jene, die das Auto nutzen, weil die Straßen entlastet werden. Die Alternative zum Auto ist umso mehr mit der neuen Haltestelle der Zug, und zwar in ganz Südtirol“, betonte der Landesrat.

Alfreider erinnerte daran, dass entlang der Brennerachse häufig rund um die Uhr unter hohem Zeitdruck gearbeitet werden müsse. Er dankte deshalb allen Technikerinnen und Technikern sowie den beteiligten Arbeitskräften, die die heutige Eröffnung möglich gemacht haben.

Architektin Sandra Weger, Projektleiterin bei der Sta – Südtiroler Transportstrukturen AG, der Auftraggeberin des Projekts, erläuterte den technischen Aufwand: “Für die Umsetzung dieses Bauwerks waren außergewöhnliche Maßnahmen notwendig. Der Grundwasserspiegel stellte uns vor große Herausforderungen, da das Wasser hundertmal schneller floss als ursprünglich angenommen. Gleichzeitig musste die Bahntrasse exakt an ihrem Platz bleiben, da sonst der Zugverkehr nicht hätte aufrechterhalten werden können.” Dank des Einsatzes aller Beteiligten konnten die Arbeiten erfolgreich abgeschlossen werden, sodass die Unterführung nun offiziell eröffnet werden konnte, so Weger.

Der Bozner Vizebürgermeister Stephan Konder und der Leiferer Bürgermeister Giovanni Seppi würdigten die geleistete Arbeit und das neue Bauwerk an der Grenze der beiden Gemeinden. Sie hoben insbesondere den Mehrwert für die Verbindung zwischen Bozen und Leifers sowie für die Lebensqualität in St. Jakob hervor.

Bei der Eröffnung waren außerdem der ehemalige Bürgermeister und jetzige Landesrat Christian Bianchi, die gesamte Stadtregierung von Leifers, der Leiferer Mobilitätsstadtrat Paolo Zenorini und die Bozner Mobilitätsstadträtin Johanna Ramoser, Sta-Präsident Martin Fill, der Investitionsdirektor der Italienischen Eisenbahngesellschaft RFI Lucio Menta, die Präsidentin der Sasa AG Astrid Kofler sowie Chiara Scolpati und Manfred Mussner als Vertretungen des Nationalen Zivilluftfahrtbehörde ENAC. Ebenfalls anwesend waren Vertreter der Militärbehörden, da Arbeiten auf Grundstücken im Militäreigentum gemacht wurden.

Die Radfahrer des Bikeclubs “Polisportiva Libertas Leifers” haben die Unterführung nach der Eröffnung gleich ausprobiert.

Bezirk: Bozen, Überetsch/Unterland

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