Mit einfachen Maßnahmen durch die Heizsaison

Steigende Heizkosten: Das können Verbraucher tun

Sonntag, 25. Oktober 2026 | 07:58 Uhr

Von: Matthias Knapp

Bozen – Mit Beginn der Heizsaison müssen sich viele Haushalte auf deutlich höhere Energiekosten einstellen. Ein Vergleich der aktuellen Preiserhebung der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) vom 1. Oktober 2026 mit jener des Vorjahres zeigt teils erhebliche Preissteigerungen. Besonders stark verteuert haben sich Erdgas mit 56 Prozent und Heizöl mit 53 Prozent. Auch für Pellets müssen Verbraucher rund 30 Prozent mehr bezahlen. Der Strompreis stieg um 31 Prozent. Weitere Preissteigerungen sind nicht ausgeschlossen.

Besonders betroffen sind Haushalte mit hohem Energieverbrauch. Dazu zählen vor allem Familien, die in älteren, schlecht gedämmten Gebäuden wohnen, in denen bisher kaum Energiesparmaßnahmen umgesetzt wurden. Wer zudem mit fossilen Brennstoffen heizt, muss mit erheblichen Mehrkosten rechnen.

Ein Beispiel verdeutlicht die Auswirkungen: Eine dreiköpfige Familie, die in einer unsanierten Altbauwohnung lebt und jährlich rund 1.500 Liter Heizöl für Heizung und Warmwasser benötigt, muss bei gleichem Verbrauch heuer rund 1.000 Euro mehr bezahlen als noch vor einem Jahr.
Ob ein Anbieterwechsel zur Kosteneinsparung beitragen kann, zeigt auch der aktuelle VZS-Preisvergleich von Strom und Gas (https://www.consumer.bz.it/de/steigende-energiepreise-der-aktuelle-preisvergleich-der-fixtarife-der-vzs).

Umso wichtiger ist es, bereits zu Beginn der Heizsaison bewusst mit Energie umzugehen. Doch nicht immer sind größere Investitionen notwendig, um Heizkosten einzusparen. Bereits mit einigen einfachen Maßnahmen und dem richtigen Heizverhalten lässt sich der Energieverbrauch reduzieren, ohne auf ein angenehmes Raumklima verzichten zu müssen. Die Verbraucherzentrale Südtirol gibt praktische Tipps für die kommende Heizsaison.

1. Raumtemperatur bewusst wählen

Nicht jeder Raum muss gleich warm sein. Im Wohnbereich reichen meist rund 20 bis 21 °C, im Schlafzimmer darf es etwas kühler sein. Bereits eine Absenkung der Raumtemperatur um ein Grad °C kann den Heizenergieverbrauch um etwa sechs Prozent reduzieren. Dauerhaft unter 16 °C sollten Räume jedoch nicht auskühlen, da dadurch das Risiko für Feuchte- und Schimmelprobleme steigt.

2. Heizkörper nicht verdecken

Möbel, lange Vorhänge oder Heizkörperverkleidungen behindern die Wärmeabgabe. Heizkörper sollten daher möglichst frei bleiben. Auch Staub sollte regelmäßig entfernt werden.

3. Heizkörper entlüften

Gluckert ein Heizkörper oder wird er nicht gleichmäßig warm, kann sich Luft im Heizsystem befinden. Durch das Entlüften kann die Wärme wieder besser verteilt werden. Anschließend sollte auch der Anlagendruck kontrolliert werden.

4. Heizzeiten an den Alltag anpassen

Während der Nacht oder bei längerer Abwesenheit kann die Raumtemperatur abgesenkt werden. Zeitprogramme an der Heizungsregelung oder programmierbare Thermostate helfen dabei, nur dann zu heizen, wenn die Wärme tatsächlich benötigt wird. Ein vollständiges Auskühlen der Räume sollte jedoch vermieden werden.

5. Heizungsregelung überprüfen

Viele Heizungsanlagen laufen jahrelang mit unveränderten oder nicht optimal angepassten Einstellungen. Heizzeiten, Heizkurve und Vorlauftemperatur sollten deshalb überprüft und an das Gebäude sowie die tatsächliche Nutzung angepasst werden. Hier können oftmals Einsparungen erzielt werden, ohne dass an der Heizungsanlage selbst etwas ausgetauscht werden muss.

6. Richtig lüften

Während der Heizperiode gilt: lieber mehrmals täglich für wenige Minuten die Fenster vollständig öffnen, anstatt sie über längere Zeit gekippt zu lassen. Durch kurzes Stoß- oder Querlüften wird die Raumluft rasch ausgetauscht, ohne Wände und Möbel unnötig auszukühlen.

7. Wärmeverluste durch undichte Fenster und Türen vermeiden

Auch durch undichte Fenster und Türen geht wertvolle Heizenergie verloren. Deshalb lohnt es sich, die Dichtungen zu kontrollieren und bei Bedarf zu erneuern. Undichte Stellen rund um Fenster, Türen, Rollladenkästen und Fensterbänke lassen sich häufig mit geeigneten Dichtungsmassen oder Dichtungsbändern abdichten. So können Zugluft und unnötige Wärmeverluste reduziert werden.

8. Heizungsrohre dämmen

Wer frei zugängliche Heizungsrohre in unbeheizten Räumen dämmt, kann unnötige Wärmeverluste reduzieren.

Langfristig Energie und Kosten sparen

Langfristig lässt sich der Energieverbrauch vor allem durch die Verbesserung der Wärmedämmung und eine effiziente Heiztechnik senken. Wer frühzeitig handelt, kann seine Heizkosten reduzieren und sich unabhängiger von künftigen Preissteigerungen machen.

Auf der Webseite der Verbraucherzentrale Südtirol stehen verschiedene Informationsblätter rund ums richtige Heizen, Lüften und Energiesparen mit zahlreichen weiteren praktischen Tipps kostenlos zur Verfügung.

Weitere Informationen und eine produktneutrale Beratung erhalten Interessierte bei der Energie- und Bauberatungsstelle der Verbraucherzentrale Südtirol. Diese ist jeweils montags von 9.00 bis 12.00 Uhr und von 14.00 bis 17.00 Uhr telefonisch unter 0471 301430 erreichbar.

Bezirk: Bozen

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