Von: Lukas Unterkofler
Bozen – Wer in Südtirol noch eine leistbare Wohnung sucht, kennt das Problem: Die Preise klettern, das Angebot bleibt dünn. Jetzt warnt das Baukollegium: “Ohne neue Baurechte verlieren wir unsere Jugend” – und rechnet vor, wie wenig Fläche eigentlich nötig wäre, um die Lage zu entspannen. Jetzt müssten konkrete Schritte gesetzt werden.
“Die Wohnungspreise in Südtirol steigen weiter. Wollen wir Entwicklung zulassen, junge Menschen hier halten und neue Talente anziehen, so brauchen wir leistbaren Wohnraum in Eigentum und Miete. Wie wir dies ermöglichen können, haben wir bei unserer Jahreshauptversammlung im Mai konkret aufgezeigt – kurzum, wir brauchen mehr Flächen, auf denen Wohnungen verwirklicht werden können”, unterstreicht der Präsident des Baukollegiums, Christian Egartner, der betont: “es müssen neue Baurechte ausgewiesen werden.”
Wie Geschäftsleiter Thomas Hasler erklärt, soll selbstverständlich auch im Bestand gebaut und auf den Leerstand zurückgegriffen werden: “Jedoch werden wir den Bedarf Südtirols an neuen Wohnungen nicht alleine dadurch decken können. Denn wie die Astat-Zahlen zeigen, werden wir in Südtirol in den kommenden zwölf Jahren 18.786 zusätzliche Wohnungen brauchen.”

Wie das Kollegium berechnet hat, würde dies – wenn alle Wohnungen in neu auszuweisenden Zonen realisiert würden – bedeuten, dass es 357 Hektar an Grund braucht, um den zusätzlichen Wohnungsbedarf in ganz Südtirol bis zum Jahr 2038 zu decken. “Rechnen wir großzügig, sorgen wir für breites Angebot und somit sinkende Preise, nehmen wir eine Fläche von 400 Hektar her: dies entspricht 0,054 Prozent der Landesfläche Südtirols, 1,9 Prozent der aktuell bereits besiedelten Fläche, 3,4 Prozent des noch erschließbarem Dauersiedlungsgebiet laut der vom ASTAT sehr restriktiv ausgelegten Kriterien”, zeigt Hasler auf und macht damit deutlich, dass die für neue Wohnbauzonen benötigte Fläche nicht so groß ist.
Ein erster konkret Schritt, um die Voraussetzungen für ausreichend Baurechte zu schaffen, sei, bei der Ausarbeitung der Gemeindeentwicklungsprogramme die Siedlungsgrenzen nicht zu eng zu ziehen. “Eine zu enge Ziehung der Siedlungsgrenzen bzw. eine zu restriktive Ausweisung von neuen Baurechten führt zu einer Verknappung und damit automatisch zum weiteren Steigen der Preise. Nicht alle ausgewiesenen Baurechte müssen sofort in Anspruch genommen werden, doch die Gemeinde kann so auf die Bedürfnisse ihrer Bürger reagieren. Neue Baurechte bedeuten mehr Angebot, und somit eine Entspannung am Wohnungsmarkt”, so Egartner. Wie Egartner erklärt, seien zeitnahe Entscheidungen aber dringend notwendig, denn heute genehmigte Umwidmungen werden frühestens in drei Jahren realisiert sein.




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