Von: Sophia Molitor
Vahrn – Die Südtiroler Superiorenkonferenz (SKS) und die Vereinigung der Ordensoberinnen Südtirols (VOS) äußern sich mit Sorge über die aktuellen Entwicklungen rund um den medizinisch assistierten Suizid. In einer gemeinsamen Stellungnahme sprechen sich die katholischen Ordensgemeinschaften Südtirols gegen eine gesetzliche Regelung des medizinisch assistierten Suizids aus und stellen vor allem eine Forderung in den Mittelpunkt: den konsequenten und flächendeckenden Ausbau der Palliativversorgung.
„Wir sehen es als schwere moralische Pflicht an, uns in keiner Weise an Vorgängen zu beteiligen, die mit dem assistierten Suizid zusammenhängen. Daher werden wir es nicht gestatten, dass assistierte Suizide in unseren Einrichtungen durchgeführt werden“, heißt es in der gemeinsamen Stellungnahme von SKS und VOS.
„Entscheidend ist, dass Menschen auch in schwerer Krankheit erfahren, dass sie nicht allein gelassen werden. Eine gute Palliativversorgung kann Schmerzen lindern, Ängste nehmen und ein Leben in Würde bis zuletzt ermöglichen“, betont Prälat Eduard Fischnaller CanReg, Vorsitzender der Südtiroler Superiorenkonferenz. Besonders wichtig sei, dass palliativmedizinische und hospizliche Angebote allen Menschen zugänglich seien – unabhängig von Wohnort, Alter oder persönlicher Situation. Die Ordensgemeinschaften schließen sich damit ausdrücklich dem Aufruf von Bischof Ivo Muser an, die palliativmedizinische Betreuung flächendeckend auszubauen und Schmerzpatientinnen und Schmerzpatienten qualifiziert zu begleiten.
Menschliche Nähe als Augabe
Auch Sr. Ancilla Hohenegger, Vorsitzende der Vereinigung der Ordensoberinnen Südtirols, unterstreicht die Bedeutung menschlicher Nähe: „Gerade alte, kranke und pflegebedürftige Menschen brauchen die Gewissheit, dass sie getragen und begleitet werden. Unsere Aufgabe als Gesellschaft muss es sein, ihnen bestmögliche medizinische Versorgung, menschliche Zuwendung und verlässliche Begleitung anzubieten.“
Die Ordensgemeinschaften warnen zugleich davor, dass schwerkranke oder ältere Menschen durch eine entsprechende gesetzliche Regelung unter Druck geraten könnten und das Gefühl bekämen, ihren Angehörigen oder der Gesellschaft zur Last zu fallen. Aus ihrer Sicht müsse die gesellschaftliche Antwort deshalb darin bestehen, Unterstützung, Pflege und Begleitung weiter auszubauen.
„Ein wirklicher Fortschritt ist für uns der weitere Ausbau der Palliativmedizin“, heißt es abschließend in der gemeinsamen Stellungnahme von SKS und VOS.




Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen