Rund 60 Aktionen in 37 Betrieben geplant

Umfassende Streiks in deutscher Metall- und Elektroindustrie

Montag, 02. November 2026 | 09:25 Uhr

Von: importer

Die IG Metall hat für Montag in Deutschland zu umfassenden Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie aufgerufen. Im Bezirk Mitte Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen sind rund 60 Aktionen in 37 Betrieben geplant, wie die Gewerkschaft in Frankfurt mitteilt. Erste Proteste hatte es bereits in der Nacht auf Sonntag bei Thyssenkrupp Rasselstein in Andernach sowie bei der Widia GmbH in Jena-Saalfeld gegeben.

Schwerpunkte sind am Montag Koblenz mit einem Sternmarsch, der Opel-Standort Kaiserslautern und Betriebe im Frankfurter Umland wie der zum Schaeffler-Konzern gehörende Autozulieferer Vitesco, Procter & Gamble oder Rolls Royce. In Kassel legen Beschäftigte von Daimler Truck und der Paul Beier GmbH befristet die Arbeit nieder.

IG Metall: ‘Minus-Angebot’ verschärft den Tarifkonflikt

Die IG Metall will in den Tarifverhandlungen für rund 3,7 Millionen Beschäftigte den Druck erhöhen. Betroffen von den zeitlich befristeten Ausständen sind wichtige Industriezweige wie Auto, Maschinenbau, Elektro und Metallerzeugung.

Die Gewerkschaft hat bei einer Laufzeit von zwölf Monaten 5 Prozent mehr Geld sowie die Sicherung von Jobs und Standorten gefordert. Die Arbeitgeber haben in der zweiten Verhandlungsrunde ein Angebot vorgelegt, das im kommenden Jahr eine Einmalzahlung und eine Stufenerhöhung von 1,3 Prozent im Juli 2028 vorsah. Begründet wurde das Angebot unterhalb der Inflation mit der schwierigen wirtschaftlichen Lage und den hohen Kostenbelastungen für die Industrie in Deutschland.

Das ‘Minus-Angebot’ verschärfe den Tarifkonflikt, kritisiert Bezirkschef und Verhandlungsführer Jörg Köhlinger. “Was die Arbeitgeber auf den Tisch gelegt haben, sichert nicht einmal die Kaufkraft. Die Beschäftigten verlieren Geld, sollten sich die Arbeitgeber durchsetzen. Das werden wir verhindern.”

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