Digitale Anwendungen und Online-Dienste

Weiterbildungskurse für Zivilinvaliden: Anmeldungen laufend möglich

Dienstag, 18. August 2026 | 17:08 Uhr

Von: Redaktion Südtirol News

Bozen – Digitale Technologien sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch nicht für alle ist deren Einsatz selbstverständlich: Vielen fällt der Umgang mit Smartphone, Computer oder Tablet schwer – und damit auch die Teilhabe am digital geprägten Alltag.

Besonders betroffen sind Zivilinvaliden und Menschen mit Behinderung, die aufgrund ihrer körperlichen, seelischen oder geistigen Einschränkung auf Unterstützung angewiesen sind. Aus diesem Grund veranstaltet ihre größte Interessensvertretung, die Vereinigung der Zivilinvaliden (ANMIC Südtirol), mehrere Weiterbildungskurse, welche sich gezielt an diese Menschen richten. Interessierte können sich gerne bei der Vereinigung melden und an den nächsten Kursausgaben teilnehmen, welche vom Amt für Weiterbildung und Sprachen gefördert werden.

Digitale Anwendungen und Online-Dienste gehören heute zum Alltag – ob bei der Terminbuchung beim Arzt, der Verwaltung von Dokumenten oder der Kommunikation mit Behörden. Aufgrund ihrer körperlichen, sensorischen, seelischen oder geistigen Einschränkungen stellt der digitale Umgang für viele der über 48.300 Südtiroler Zivilinvaliden jedoch eine Hürde dar. Erhöht wird diese Hürde durch das durchschnittliche Alter der Betroffenen: Mit über 60 Jahren sind die meisten Südtiroler Zivilinvaliden in einer Zeit aufgewachsen, in der digitale Technologien noch keine Rolle spielten oder erst gar nicht erfunden waren. Entsprechend schwerer fällt der Umgang mit Smartphone oder Computer, dessen Anwendung für die Inanspruchnahme zahlreicher Dienste jedoch längst zu einem zentralen Instrument geworden ist.

„Als größte Interessensvertretung der Südtiroler Zivilinvaliden und Menschen mit Behinderung wissen wir, dass es vielen Betroffenen unangenehm ist, offen über ihre digitalen Schwierigkeiten zu sprechen. Genau hier setzen unsere Kurse an: Wir schaffen einen geschützten Lernraum, in dem Zivilinvaliden und Menschen mit Behinderung in ihrem eigenen Tempo lernen können. Außerdem und da im Vorfeld klar ist, dass jede und jeder Teilnehmer eine Art der Einschränkung mit sich bringt, entsteht ein Lernambiente, in der sich niemand für Fragen, Fehler oder Anliegen rechtfertigen oder gar schämen muss“, erklärt Thomas Aichner, Präsident der ANMIC Südtirol. „Außerdem ist es uns ein großes Anliegen, den Bedürfnissen der Teilnehmer ausreichend Platz einzuräumen: Sie können ihre digitalen Problematiken an den Dozenten vorbringen, welche im Laufe des Kurses gemeinsam behandelt werden und den Unterricht mitgestalten. Schließlich ist ein sicherer und selbstständiger digitaler Umgang für eine langfristige und gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe grundlegend.“

Im Computer-Kurs „Digitale Alltagskompetenzen für Zivilinvaliden und Menschen mit Behinderung“ steht der praktische Umgang mit dem Computer im Mittelpunkt, wobei – neben den Bedürfnissen und Anliegen der Teilnehmer – auch grundlegende Online-Dienste wie unter anderem der Umgang mit der eigenen Elektronischen Gesundheitsakte (EGA), der Terminbuchung von Arztvisiten oder die Zahlung mittels PagoPA vermittelt wird. Zudem erhalten die Teilnehmer auch wissenswerte Informationen zur Cybersicherheit, um sich vor Betrugsversuchen und unsicheren Online-Praktiken zu schützen.

Wer sich hingegen für innovative Technologien interessiert, kann den Kurs „Künstliche Intelligenz effektiv nutzen“ besuchen. Auch dieser richtet sich gezielt an Zivilinvaliden und Menschen mit Behinderung und bietet einen umfangreichen Einstieg in die Welt der künstlichen Intelligenz. Die Teilnehmer lernten dabei verschiedene KI-gestützte Anwendungen kennen, die sich als praktische Alltagshelfer nutzen lassen.

„Sowohl der Computerkurs als auch der KI-Kurs haben eine Dauer von vier Stunden und werden noch einige Male angeboten, weshalb wir uns auf weitere Anmeldungen freuen“, informiert Thomas Aichner weiter. „Diesen Herbst bieten wir außerdem einen Fotografie-Kurs für Zivilinvaliden an, wo das professionelle Fotographien mit der Kamera oder mit dem eigenen Smartphone vermittelt wird. In insgesamt sieben gemeinsamen Treffen entstehen die Fotos für ein besonderes Erinnerungsstück: Einen Fotokalender, den jeder Teilnehmer am Ende des Kurses erhält.“

Die Kurse der ANMIC Südtirol finden in Bozen statt und betragen eine Teilnahmegebühr von zehn Euro pro Kurs, wobei beim Fotokurs weitere 20 Euro für den Druck des Fotokalenders hinzukommen. Eine Gebühr, die dank der Finanzierung durch das Amt für Weiterbildung und Sprachen ermöglicht wird und welche von der Vereinigung bewusst geringgehalten wurde, da Zivilinvaliden und Menschen mit Behinderung ohnehin hohe Ausgaben für Gesundheitsdienstleistungen und Medikamente stemmen müssen. Anmeldungen können laufend per E-Mail (kurse@anmic.bz), telefonisch (0471 270700) oder via WhatsApp (349 528 6200) eingehen.

Die Vereinigung der Zivilinvaliden (ANMIC Südtirol) ist ein Verein zur Förderung des Gemeinwesens (VFG), der auf Staats- und Landesebene seit 1965 bzw. 1994 anerkannt ist. Als die einzige rechtliche und gesetzliche Vertretung der Zivilinvaliden und -versehrten vertritt die ANMIC Südtirol diese bei öffentlichen Ämtern sowie in privaten Betrieben, damit sie vollständig in den sozialen sowie beruflichen Alltag integriert werden. Mit mehr als 6.000 Mitgliedern ist die ANMIC Südtirol die größte Interessensvertretung für Zivilinvaliden und Menschen mit Behinderung in Südtirol.

Bezirk: Bozen

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