Tagung im Forschungszentrum Eurac Research

300 Fachleute diskutieren in Bozen über die Zukunft der Säugetiere

Donnerstag, 04. Juni 2026 | 10:13 Uhr

Von: mk

Bozen – Vom 3. bis 5. Juni findet im Forschungszentrum Eurac Research in Bozen der 14. Italienische Kongress für Säugetierkunde statt. Die Veranstaltung ist eine der wichtigsten, wenn es um die Erforschung, den Schutz und das Management von Säugetieren in Italien geht. Sie wird dieses Jahr von der Italienischen Gesellschaft für Säugetierkunde (Associazione Teriologica Italiana) in Zusammenarbeit mit Eurac Research organisiert. Im Mittelpunkt des Programms stehen Umweltveränderungen und ihre Folgen für Säugetiere, die Auswirkungen auf ihr Verhalten sowie wirksame Strategien zu ihrem Schutz. Weitere Schwerpunkte sind alpine Säugetiere und die Beziehung zwischen Mensch und Wildtier, wobei besonders die Gesundheit von Menschen, Tieren und Ökosystemen im Fokus stehen. Außerdem werden anlässlich des Kongresses Fotografien von Säugetieren ausgestellt, die in Italien heimisch sind. Die Fotoausstellung ist öffentlich zugänglich und kann bis zum 19. Juni in den Räumlichkeiten von Eurac Research besucht werden.

Der Kongress ist eine wichtige Plattform für den Austausch zwischen Forschenden, Fachleuten, der öffentlichen Verwaltung und naturinteressierten Menschen aus ganz Italien: Es werden mehr als 300 Teilnehmer und Teilnehmerinnen erwartet. Wie bereits in den vergangenen Jahren wechseln sich allgemeine Themenblöcke mit Fachvorträgen ab.

Natürliche und naturnahe Ökosysteme stehen zunehmend unter Druck: Klimawandel, Veränderungen der Landnutzung und die Intensivierung menschlicher Aktivitäten setzen ihrem Gleichgewicht zu. Der Kongress beleuchtet die Auswirkungen dieser Entwicklungen auf Säugetiere und diskutiert mögliche Strategien zu ihrem Schutz. „Tiere haben unterschiedliche Möglichkeiten, auf Umweltveränderungen zu reagieren. Besonders wichtig ist dabei ihre Fähigkeit, das Verhalten an neue Bedingungen anzupassen“, erklärt Chiara Paniccia, Fledermausexpertin von Eurac Research und Mitglied des Organisationskomitees. „Diese Flexibilität hilft den Tieren, mit Veränderungen umzugehen, und kann langfristig evolutionäre Prozesse beeinflussen.“

Als Frühwarnsysteme für die Folgen des Klimawandels gelten die Säugetiere des Hochgebirges; ihnen widmet der Kongress besondere Aufmerksamkeit. „Darüber hinaus stehen Themen wie wirtschaftliche Schäden durch Wildtiere, das Risiko der Übertragung von Infektions- und Parasitenkrankheiten, das psychosoziale Wohlbefinden der lokalen Bevölkerung sowie die Rolle des Menschen beim Schutz und Management von Säugetieren auf dem Programm“, ergänzt Sandro Bertolino, Präsident der Italienischen Gesellschaft für Säugetierkunde und außerordentlicher Professor an der Universität Turin.

Am 14. Italienischen Kongress für Säugetierkunde nehmen auch international renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler teil: etwa Luca Börger, Co-Direktor des Zentrums für Biomathematik an der Swansea University (Großbritannien) und Experte für die Auswirkungen von Umweltveränderungen auf die Biodiversität; Ivana Budinski, Fledermausexpertin der Universität Belgrad, sowie Jenny Anne Glikman, Forscherin am IESA-CSIC in Córdoba (Spanien), die die Beziehung zwischen Mensch, Natur und Wildtieren untersucht.

Das Kongressprogramm wird durch verschiedene Exkursionen ergänzt: eine „Bat Night“ auf den Spuren der Fledermäuse im Talferpark in Bozen, eine nächtliche Exkursion zur Beobachtung von Fledermäusen in Meran sowie eine geführte Wanderung mit der Forstschule Latemar. Anlässlich des Kongresses präsentiert Eurac Research außerdem eine öffentlich zugängliche Fotoausstellung, die bis zum 19. Juni besucht werden kann. Gezeigt werden die Gewinnerbilder des ATIt-Fotowettbewerbs, der Fotografien von in Italien vorkommenden Säugetieren prämiert.

Bezirk: Bozen

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