Das Jubiläum soll als Auftrag verstanden werden

80 Jahre Gruber-De-Gasperi-Abkommen – JG: „Eine Erfolgsgeschichte ist nie fertig“

Samstag, 05. September 2026 | 09:12 Uhr

Von: Redaktion Südtirol News

Bozen – „Wer mit der Autonomie aufgewachsen ist, merkt oft gar nicht mehr, was für eine außergewöhnliche Sache sie eigentlich ist.“ Mit diesen Worten blickt die Landesvorsitzende der Jungen Generation in der Südtiroler Volkspartei (JG), Anna Künig, auf das 80-jährige Jubiläum des Gruber-De-Gasperi-Abkommens.

„Dass die Autonomie für uns Junge selbstverständlich ist, ist eigentlich ein Kompliment an die Generationen vor uns. Sie haben dafür gekämpft, dass wir heute mit ihr aufwachsen können“, so Künig. Habe man vor 80 Jahren noch darum ringen müssen, die Sprache und Identität Südtirols zu bewahren, so könne man sich dank der Errungenschaften der Autonomie heute darauf konzentrieren, die Zukunft des Landes zu gestalten. „Gerade deshalb müssen wir in die Zukunft blicken und jene Chancen, die wir haben, so gut wie möglich nutzen. Die Autonomie kann und muss dabei helfen, Antworten auf die großen Herausforderungen unserer Zeit zu geben. Die Autonomie ist eine Erfolgsgeschichte, aber eine Erfolgsgeschichte ist nie fertig.“

Die jüngste Autonomiereform sieht Künig dabei als wichtigen Schritt: „Wir haben Kompetenzen zurückerhalten und konnten unsere Zuständigkeiten sogar ausbauen. Jetzt beginnt der eigentlich spannende Teil. Wir müssen die gewonnenen Möglichkeiten so gut als möglich nutzen und zeigen, welchen konkreten Mehrwert diese Zuständigkeiten für Südtirol und die Südtirolerinnen und Südtiroler bringen können.“

Auch David Felder, Vorsitzender des Themenausschusses Autonomie und Verfassung betont, dass das Gruber-De-Gasperi-Abkommen nicht nur ein historisches Dokument, sondern bis heute das internationale Fundament der Südtirol-Autonomie sei. „Das Abkommen hat den Grundstein dafür gelegt, dass sich Südtirol friedlich entwickeln und seine sprachliche und kulturelle Identität bewahren konnte. Dieser Erfolg war jedoch kein Selbstläufer. Er wurde durch politischen Einsatz, Verhandlungen und das beharrliche Engagement vieler Generationen möglich gemacht.“

Für die Junge Generation bedeute das Jubiläum deshalb nicht nur, auf das Erreichte zurückzublicken. „Autonomie lebt davon, dass jede Generation Verantwortung für sie übernimmt. Unsere Aufgabe ist es, sie weiterzuentwickeln und mit konkretem Leben zu füllen“, so die JG. Dabei müsse Südtirol seine Zuständigkeiten gezielt einsetzen, um Lösungen zu schaffen, die den besonderen Bedürfnissen des Landes gerecht werden – etwa beim leistbaren Wohnen, bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, in der Bildung, bei der nachhaltigen Mobilität und bei der Unterstützung des Ehrenamts.

Zugleich müsse Südtirol auch künftig wachsam bleiben, wenn autonome Zuständigkeiten infrage gestellt oder schrittweise ausgehöhlt würden. „Autonomie darf nie als endgültig abgesichert betrachtet werden. Sie muss politisch verteidigt, rechtlich gestärkt und inhaltlich weiterentwickelt werden“, unterstreicht Künig. Dazu gehöre auch ein konstruktiver Austausch mit Rom, Wien und den europäischen Institutionen.

„80 Jahre nach der Unterzeichnung des Gruber-De-Gasperi-Abkommens steht Südtirol heute auf einem starken Fundament. Darauf dürfen wir stolz sein. Für uns Junge ist dieses Jubiläum aber vor allem ein Auftrag: Wir wollen die Autonomie nicht nur verwalten, sondern aktiv gestalten – damit sie auch für die kommenden Generationen Sicherheit, Entwicklungsmöglichkeiten und Zukunftsperspektiven schafft“, erklären Künig und Felder abschließend.

Bezirk: Bozen

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