Von: Lukas Unterkofler
Bozen – Der Schreck überwältigte eine Boznerin bereits an der Haustür. Als die Frau am Montagabend nach ihrem Urlaub in ihre Wohnung in der Armando-Diaz-Straße zurückkehrte, bemerkte sie sofort, dass etwas nicht stimmte. Das Schloss fühlte sich anders an, die Tür war nur zweimal abgesperrt. “Was bin ich doch für eine Schussel, vielleicht habe ich beim Wegfahren nicht aufgepasst”, sagte sie zunächst zu ihrer Cousine, die sie begleitete.
Doch beim Öffnen der Tür bot sich dann ein klares Bild: In der Wohnung brannte Licht, Schubladen waren herausgezogen, Kleidung lag verstreut herum und die Räume waren verwüstet. Die Frau, die im ersten Stock eines Wohnhauses nahe dem Kommando der Alpini-Truppen des Heeres lebt, wusste sofort, dass Einbrecher am Werk gewesen waren.
Zunächst vermutete sie, die Täter hätten nach einem Tresor gesucht. “Die Bilder lagen auf dem Boden”, erzählt sie gegenüber der Zeitung Alto Adige. Doch offenbar durchsuchten die Einbrecher gezielt die Schlafzimmer und das Badezimmer, wo die Bewohnerin ihre Wertgegenstände aufbewahrt hatte. Mitgenommen wurden unter anderem Schmuck, Ketten, Uhren und persönliche Erinnerungsstücke.
Besonders bitter: Die Frau ist erst seit Kurzem in Rente und hatte zuletzt einige wertvolle Geschenke erhalten. Auch eine Goldkette, die ihr Sohn von seinem Großvater vor dessen Tod bekommen hatte, schien zunächst gestohlen worden zu sein. Beim Aufräumen fand die Frau das Schmuckstück jedoch auf dem Boden. Offenbar war es den Einbrechern entgangen. “Wenigstens darüber bin ich glücklich”, sagt sie.
Anhand der leeren Schmuckschachteln konnte die Bewohnerin bereits feststellen, was fehlt. Eine genaue Schadenssumme steht noch aus, sie dürfte aber mehrere Tausend Euro betragen. Die Frau erstattete Anzeige bei der Quästur.
Täter kamen von der Straße
Anders als bei früheren Einbrüchen in der Gegend kamen die Täter offenbar nicht über die Innenhöfe und Balkone. Die Polizei stellte fest, dass ein Fenster zur Straße aufgebrochen wurde. Eine Nachbarin machte die Bewohnerin zudem auf eine Überwachungskamera aufmerksam, die sich gegenüber bei der Kaserne befindet und auch Teile der Wohngegend erfassen könnte.
Die Ermittler wollen nun die entsprechenden Aufnahmen sichern und auswerten. Einfach dürfte die Identifizierung der Täter allerdings nicht werden: Sie sollen ihre Gesichter verdeckt haben.
Die Bewohnerin beschreibt die Sicherheitslage in der Gegend inzwischen mit Sorge. Zwischen der Diaz-Straße und dem Siegesplatz bis hinauf in die Guntschnastraße habe es zuletzt mehrere beunruhigende Vorfälle gegeben. Gerade im Sommer steigt die Gefahr von Einbrüchen, weil Kriminelle wissen, dass viele Wohnungen während der Urlaubszeit leer stehen.
“Früher haben wir sogar Autos und Fahrräder unversperrt gelassen, weil durch die Anwesenheit der Soldaten immer Bewegung war, auch nachts”, betont die Frau. Inzwischen sei ein deutlich stärkeres Gefühl der Unsicherheit zu spüren.
Die Ermittlungen der Quästur laufen. Dabei werden derzeit die Überwachungskameras der Umgebung ausgewertet.




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