Von: Lukas Unterkofler
Bozen – 32 Katzen sind zwischen Juni und Oktober nach Stürzen von Balkonen in der Tierklinik „Città di Bolzano“ behandelt worden. Die Klinik in der Reschenstraße spricht von einer besorgniserregenden Zunahme solcher Unfälle und appelliert an Katzenbesitzer, Balkone ausreichend zu sichern.
Rund zehn Prozent dieser Unfälle enden tödlich, erklärt der medizinische Leiter Tomaso Piaia. Auch überlebende Tiere erlitten häufig schwere Verletzungen. Dazu zählen Brüche an Beinen, Becken und Wirbelsäule sowie Verletzungen im Gesichts- und Kieferbereich. In besonders schweren Fällen seien aufwendige Operationen oder sogar Amputationen notwendig. Von den sagenumwobenen neun Katzenleben kann also keine Rede sein.
Der verbreitete Glaube, Katzen könnten sich bei einem Sturz immer unbeschadet auf den Pfoten landen, sei trügerisch. Ihre Fähigkeit, sich während des Fallens zu drehen, biete keinen zuverlässigen Schutz vor schweren Verletzungen. Entscheidend seien unter anderem die Fallhöhe und die Beschaffenheit des Untergrunds.
Katzennetze können Unfälle verhindern
Die wichtigste Maßnahme sei deshalb die Vorbeugung. Piaia empfiehlt, Balkone vollständig mit geeigneten Netzen oder anderen Schutzvorrichtungen abzusichern. Dabei müssten auch Blumenkästen, Möbel und andere Kletterhilfen berücksichtigt werden, über die Katzen mögliche Barrieren überwinden könnten.
Wenn Vorgaben der Hausgemeinschaft oder ästhetische Bedenken die Montage erschwerten, sollten Besitzer gemeinsam mit der Hausverwaltung nach geeigneten Lösungen suchen. Eine ausreichende Sicherung könne schwere Verletzungen, langwierige Behandlungen und im schlimmsten Fall den Tod der Tiere verhindern.




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